Durchsuchen Sie unser Wissen

Zur Startseite

BN nimmt Stellung ...

  • Übersicht
  • Donauausbau
  • Hochwasser
  • Rettenbach
  • Windenergie SR-BOG

Sorgsamer umgehen mit Boden und Natur vor der Haustür

Aktuelle Pressemitteilungen

Pressemitteilungen 2019

Pressemitteilungen 2018

Pressemitteilungen 2017

Pressemitteilungen 2016

Pressemitteilungen 2015

Pressemitteilungen 2014

BN sieht Freizeitpark Neukirchen kritisch – mangelnde ÖPNV-Anbindung und zu grosse Parkplatzflächen

Den Bebauungs- und Grünordnungsplan "Bayerwald Familienpark Neukirchen" sieht der Bund Naturschutz (BN) äusserst kritisch. In seiner Stellungnahme dazu an die Gemeinde Neukirchen verweist er auf das gesetzliche Gebot, mit Grund und Boden sparsam und schonend umzugehen. Die weitere Verbauung von Natur- und naturnahen Flächen mit grossflächigen Freizeitparks ist - auch angesichts des schon vorhandenen Bestandes solcher Anlagen im näheren und mittleren Umfeld - sehr kritisch zu sehen. Die zunehmende Konkurrenz und Übersättigung mit solchen Freizeiteinrichtungen werde künftig auch das Problem von nicht mehr rentablen, dann leerstehenden und in der Landschaft verkommenden Freizeitparks in sich bergen. Für den Fall der Nutzungseinstellung wäre zur Vermeidung eventuell leerstehender und in der Landschaft verkommender baulicher Einrichtung von Freizeitparks eine Rückbauverpflichtung vorzusehen und diese mit Hinterlegungsverpflichtung einer Sicherheitsleistung zu belegen, wie dies etwa bei Windkraftanlagen erfolgt. Den brachliegenden Kletterpark Mitterfels hält der BN für einen Beleg für diese Notwendigkeit.

Die Anlagen führten ohne zureichende ÖPNV-Anbindung zu einem signifikant erhöhtem Aufkommen motorisierten Individualverkehrs. Den Zielvorgaben zur Flächenressourcenschonung sowie den Anforderungen des Bayerischen ÖPNV-Gesetzes (BayÖPNVG). würde nur dann Rechnung getragen, wenn zur Vermeidung unnötigen motorisierten Individualverkehrs durch Sicherstellung eines für den Freizeitverkehr ausreichend attraktive ÖPNV-Angebote für den Freizeitpark geschaffen würden. Nicht zuletzt führe eine unzureichend attraktive ÖPNV-Anbindung zu einem erhöhten Stellplatzbedarf und somit wiederum zu unnötiger Flächenversiegelung.

"ÖPNV ist eine Aufgabe der Daseinsvorsorge. Er soll im Interesse des Umweltschutzes, der Verkehrssicherheit, der Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur sowie der Herstellung und Sicherung gleichwertiger Lebensbedingungen im gesamten Staatsgebiet als eine möglichst vollwertige Alternative zum motorisierten Individualverkehr zur Verfügung stehen", zitierr der BN aus Artikel. 2 Abs. 1 BayÖPNVG. Bei der ... Bauleitplanung sei eine angemessene Anbindung der Wohnbereiche an die ... Erholungsbereiche mit öffentlichen Verkehrsmitteln auf möglichst kurzen Wegen sowie deren Anbindung an die vorhandene ÖPNV-Infrastruktur anzustreben. Auch nach den Vorgaben des Landesentwicklungsprogramms (LEP) ist die Verlagerung eines größtmöglichen Anteils des Verkehrszuwachs auf öffentliche Verkehrsmittel anzustreben. In stark frequentierten Tourismusgebieten soll der ÖPNV als Alternative zum motorisierten Individualverkehr vorrangig ausgebaut und gefördert werden. Im ländlichen Raum soll die Flächenbedienung durch den ÖPNV stabilisiert und die Bedienungsqualität weiter verbessert werden. ... Der ÖPNV soll unter Nutzung integrierter Verkehrsnetze und Taktfahrpläne organisiert werden. All diese Vorgaben fehlen bisher in der Planung, der BN sieht sie als zwingende Voraussetzung für die Zulässigkeit neuer Freizeitanlagen an, die mit hohem Verkehrsaufkommen verbunden sind. Im Hinblick auf das vorrangige Zielpublikum (Familien, Kinder, Jugendliche) müsste die Sicherstellung des ÖPNV-Anschlusses auch am Wochenende und an Feiertagen sowie in den Schulferien - zumindest in der Einrichtung entsprechender zusätzlicher Busverbindungen mindestens aus Richtung Straubing und Bogen bestehen. Diese bräuchten zudem einer gestraffteren Linienführung als sie die VSL-Linie 14 Neukirchen-Perasdorf-Windberg-Bogen-Straubing bisher bietet, so 2. BN-Kreisvorsitzender Johann Meindorfer.

Für die Zulässigkeit des Vorhabens sowie der Verkleinerung des Landschaftsschutzgebietes (LSG) müsste laut BN zudem nach Vorliegen der endgültigen Ergebnisse der notwendigen speziellen artenschutzfachlichen Prüfung nachgewiesen werden, dass den naturschutzrechtlichen und ökologischen Vorgaben auch bezüglich der rechtlichen und ökologischen Ausgleichserfordernisse vollumfänglich Rechnung getragen wird. Auch wird ein flächenmässiger Ausgleich für das LSG an anderer geeigneter Stelle gefordert.

Weiter verweist man auf höchstmögliche ökologische Standards zur Gewässerentwicklung, Ressourcenschonung, Abfallwirtschaft und Energieversorgung, die unbedingt einzuhalten wären, falls das Vorhaben genehmigt werde, was der BN nach derzeitigem Stand nicht für zulässig hält. Den Anforderungen für den Lärmschutz der Angrenzer sei dabei umfassend Rechnung zu tragen.