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BN zum Hochschulerweiterungsgelände: Was lagert wirklich am Peterswöhrd?

Nachdem bekannt wurde, dass sich der Freistaat von der Stadt eine Garantie darüber geben liess, bei mehr als 3 Millionen Euro Zusatzaufwand Von der Bebauung des „Hochschulerweiterungsgeländes“  nördlich der Uferstrasse zurückzutreten oder diesen Aufwand seitens der Stadt zu tragen, fragt der BUND Naturschutz (BN) kritisch nach, was wirklich am Peterswöhrd in der alten Müllkippe lagert.

 

Laut Bebauungsplanunterlagen handelt es sich dabei nur um :

12. Bestehende Auffüllungen/ Altlasten

Die Auffüllungen wurden aus den Höhenlinien in der Flurkarte Jahr 1941 und dem digitalen Geländemodell aus dem Jahr 2010 ermittelt. Nennenswerte Auffüllungen sind nur nördlich der Donaugasse erkennbar. Im Plangebiet sind Auffüllhöhen bis ca. 2,5 Meter denkbar. Größere Auffüllhöhen können ebenfalls vorliegen, durch Auffüllungen vor 1941 und von Kiesweiher oder Altwasserarme, die in den Flurkarten nicht dargestellt wurden. Die Zusammensetzung des Auffüllmateriales ist in weiten Teilen nicht bekannt. Man kann aber davon ausgehen, dass es sich um Erdreich und Bauschutt handelt. Aufgrund des Alters bzw. Zeitpunkt der Auffüllung dürfte das Auffüllmaterial kein gefährlicher Abfall sein. Im Norden könnten Ausläufer der Hausmülldeponie „Peterswöhrd“ ins Planungsgebiet hineinreichen. Jedoch dürfte es sich hier überwiegend um Bauschutt und Erdreich handeln, da dieser Auffüllabschnitt auf die Anfänge des Deponiebeginnes zurückgeht.

Im Bereich des Jugendzentrum (Fl.Nr. 565) wurden bereits orientierende Bodenuntersuchungen im Jahre 2013 durchgeführt. Die Befunde aus acht Bodensondierungen mit Feststoff- und Eluat- Untersuchungen (Eluat kann mit Sickerwasser gleichgesetzt werden) geben keinen Anlass für eine Gefahr hinsichtlich einer erheblichen Grundwasserverunreinigung. Bei der Bodenluftprobe waren die Werte für BTXE (Benzol, Toluol, Xylole und Ethylbenzol) sowie die Werte für LHKW (Leichtflüchtige halogenierte Kohlenwasserstoffe) alle unterhalb der Bestimmungsgrenze. ln den acht Bodensondierungen konnten bei den Feststoffuntersuchungen Werte über den Nachweisgrenzen festgestellt werden. Die Werte sind jedoch nicht so hoch, dass sie eine Besorgnis auslösen würden. Sogar die Prüfwerte für Kinderspielflächen nach §8 Bundes Bodenschutz- und Altlastenverordnung werden nicht überschritten. Da jedoch teilweise die Zuordnungswerte (Z-Werte) im Leitfaden zur Verfüllung von Gruben und Brüchen sowie Tagebau über den Z0-Werten liegen, darf bei Aushubarbeiten in den betroffenen Stellen der Aushub nur nach Beprobung und Feststellung der Unbedenklichkeit wieder eingebaut werden

Dann stelle sich die Frage, warum sich der Freistaat eine Zusage geben lasse, dass :

A17 Vorabbemerkung - für das nördlich der Uferstrasse vorgesehene "Hochschulerweiterungsgelände" sind folgende Erfordernisse gegeben: Die umfassende Beachtung dieser gesetzlichen und unter gesetzlichen Vorgaben ist umso mehr in Bereichen erforderlich, in denen naturschutzfachlich wertvolle Flächen betroffen sind, wie am Peterswöhrd im Übergang zur Donauaue, wo die neuen hochschulischen Einrichtungen geplant sind. Um eine flächen- und damit naturraumsparende angemessen verdichtete Bauweise zu erreichen, ist dort ein Mindestmaß an Höhenentwicklung und dabei mindestens dreigeschossige Bebauung (E +II) erforderlich, die darüber hinaus dem urbanen Umfeld entsprechen und die zentralen Funktionen des Areals unterstreichen würde. Im Hinblick auf künftige - aus regionalplanerischer und stadtentwicklungspolitischer Sich wünschenswerte - Erweiterungen der Wissenschafts- und Hochschuleinrichtungen sollen die Gebäude dabei auch aus statischer Sicht für eine spätere Aufstockung geeignet ausgerichtet werden. Gleichermaßen gelten diese Erfordernisse einer flächensparenden Bauweise für die mit dem Vorhaben verbundene Anlage von Parkplatzflächen, für die eine flächensparenden Bauweise vorzusehen ist, die mit einer mindestens zweigeschossigen Bauweise mit übereinander angeordneten Parkdecks erreicht werden kann, um die insgesamt dafür benötigte Grundfläche zu minimieren. Jedenfalls muss die Bebauung des Geländes so erfolgen, dass Eingriffe in vorhandene Grünstrukturen sowie in den potentiellen Überschwemmungsbereich/Retentionsraum der Donau vermieden bzw. auf das wirklich erreichbare geringstmögliche Maß beschränkt und naturschutzfachlich wertvolle Flächen weitestgehend geschont werden und bei wirklich unabweisbaren Eingriffen für einen angemessenen Ausgleich gesorgt wird. Neben der gesetzlichen Vorgabe des § 1a Abs. 2 BauGB ist dies auch durch die einschlägigen naturschutzrechtlichen Regelungen gefordert.

A18 Es muss sichergestellt sein, dass das geplante Bauvorhaben nicht im Überschwemmungsgebiet bei einem 100-jährlichen Niederschlagsereignis liegt und kein Retentionsraumverlust eintritt.

A19 Die fach- und sachgerechte Entsorgung der gesamten Abfallablagerungen, die keinen nachweislich unbelasteten Erdaushub darstellen muss zum Schutz der menschlichen Gesundheit, des Bodens und des Grund- und Trinkwassers erfolgen. Der hohe technische (Entgasungs- und ähnliche) Aufwand, der bei den weiter östlich ebenfalls auf dem Deponiegelände errichteten Gebäudekomplexen JTG, Keglerzentrum, TSV-/VfB-Stadion betrieben werden muss, soll bei der Bebauung des "Hochschulerweiterungsgeländes" von vornherein vermieden werden.

Hochschulareal mehr in die Höhe entwickeln und - ÖPNV-System ausbauen

Vorbildliche Energieversorgung durch energieeffiziente Kraft-Wärme-Kopplung mittels Biomasse gefordert

Den Bebauungs- und Grünordnungsplan " An der Schulgasse II " begrüsst der Bund Naturschutz (BN) grundsätzlich als Voraussetzung für die Erweiterung der Wissenschafts- und Hochschuleinrichtungen. Deren noch verstärkter Ausbau sei als wichtiger Beitrag der landesplanerischen Entwicklungsgerechtigkeit erforderlich und sachgerecht und wurde deshalb seitens des BN auch wiederholt gefordert.

Darüber hinaus sei seitens der hiesigen Kommunalpolitiker und Mandatsträger sogar ein noch stärkeres Einfordern von Zuständigkeits- / Arbeitsplatz- sowie von Studienplatz- und Lehrstuhlverlagerungen vorrangig aus dem Ballungsraum München nach Straubing erforderlich. Denn es sei ein Gebot landesplanerischer Vernunft, im Gegenzug dazu ohnehin "boomende" Mehrfach-Hochschulstandorte in Ballungsräumen wie München durch Auslagerungen zu entlasten, weil man dort mit überfordertem Wohnungsmarkt und ÖPNV-System an die Kapazitätsgrenzen stösst. "Selbstverständlich muss auch für Vorhaben, denen zugestimmt werden kann, den rechtlichen und ökologischen Erfordernissen bezüglich der Flächeninanspruchnahme, des Naturhaushaltes, der Energieeffizienz und der Verkehrs-erschliessung vollumfänglich und vorbildlichst Rechnung getragen werden", führt 2. BN-Kreisvorsitzender Johann Meindorfer dazu aus.

So müssten die schützenswerten ökologischen wertvollen Bereiche und Grünbestände wo weit wie möglich erhalten bleiben. Dazu und um eine flächensparendere Bauweise zu erreichen und die zusätzliche Bodenversiegelung aus das notwendige Maß zu begrenzen, solle das Hochschulareal "mehr in die Höhe entwickelt" werden. Die Geschosszahlen der geplanten Gebäude könnten in den meisten Fällen um ein weiteres Geschoss erhöht werden, was über den Flächenspareffekt hinaus auch dem urbanen Umfeld entsprechen würde. So könnte die erforderliche Fläche entsprechend reduziert oder als Flächenbevorratung für zusätzliche künftige Erweiterungen dienen.

Dem gebotenen Vorbildcharakter von öffentlichen Einrichtungen entsprechend müssten alle Neubauten als Niedrigstenergiegebäude errichtet werden. Energieeffiziente Kraft-Wärme-Kopplung mittels eines Heizkraftwerkes auf der Grundlage forstlicher Biomasse müsse noch energieeffizienter als die bisher vorhandene nur Wärme erzeugende Hackschnitzelheizung des TFZ erfolgen. In das Nahwärmenetz mit Kraft-Wärme-Kopplung solle hierbei auch die vorhandene Wärmeversorgung der Stadtwerke integriert werden, ebenso westliche dicht bebaute Bereiche inclusive der Jakob-Sandtner-Realsschule mit neuer Dreifachturnhalle.

Der Weg zur Wissenschafts- und Hochschulstadt erfordere auch einen Ausbau des ÖPNV-Systems. Gerade studentisches Publikum erwarte aus seinen Vorerfahrungen in Herkunfts- oder Studienorten mit oft hervorragend ausgebautem ÖPNV ein adäquates ÖPNV-Angebot am Studienort Straubing. Daher brauche es eine Verdichtung der Grundnetzlinien 1 bis 4 hin zum durchgehenden ganztägigen Halbstundentakt montags bis freitags und mittelfristig auch samstags. Auch das als "Volksfestgeschenk" von MdB a.D. Hinsken angekündigte E-Bus-Shuttle-Projekt Projekt soll zur Verdichtung des Stadtbusangebotes genutzt und dabei entstehende zusätzliche Linienverläufe an möglichst vielen Haltestellen mit den vorhandenen Stadtbuslinien verknüpft und damit Synergieeffekte genutzt werden. Das ergebe bisher fehlende "Diagonal- oder Querverbindungen".