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BUND: Werbewirtschaft muss kräftige Schritte in Richtung ökologischer Nachhaltigkeit gehen

Deutsche Post AG sicherte generell eine ökologisch nachhaltige Optimierung der Verpackung von „Einkauf Aktuell“ zu

Kräftige Schritte in Richtung ökologischer Nachhaltigkeit verlangt der BUND Naturschutz von der Werbewirtschaft und deren Verteilorganisationen. Deshalb unterstützt der Landesarbeitskreis Abfall / Kreislaufwirtschaft des BUND Naturschutz auch die Online-Petition des 19-Jährigen Fabian Lehner aus Simbach am Inn, mit der dieser von der Deutschen Post den Verzicht auf eine Plastikumhüllung für die Post-Werbeaussendung „Einkauf Aktuell“ fordert. Diese wird an fast 21 Millionen Haushalte in Deutschland verteilt. Lehner hat dafür knapp 140.000 namentliche Unterstützer gefunden.

Bei einem rund dreistündigen internen Fachgespräch mit Vertretern der Deutschen Post, Wissenschaftlern und Industrievertretern sowie Dr. Hartmut Hoffmann und Johann Meindorfer vom BUND in München gab es ein erfreuliches Zwischenergebnis: Die Deutsche Post sicherte generell eine ökologisch nachhaltige Optimierung der Verpackung von „Einkauf Aktuell“ zu, wie sie Meindorfer als unabdingbar forderte. Dazu werde man ein kleines Forschungsprojekt mit einer Hochschule initiieren, jedenfalls aber vorab in Testreihen auf drei verschiedenen Maschinen eine äusserst dünne Kunststofffolie laufen lassen, die aus 50 Prozent Recyclingmaterial aus sortenreiner Sammlung von PE-(Polyethylen)-Folien besteht. Der ökologische Vorteil besteht in einer Energieeinsparung von rund 80 % bei der Herstellung von Recycling-Kunststoff gegenüber neu aus Erdöl hergestelltem Plastik. Auch Lehners Wunsch, als nächsten Schritt mit einer Folie mit möglichst hohem Recyclinganteil von der Komplettumhüllung auf eine Banderolen-Lösung umzusteigen, will man danach testen.

Damit einem vom Vertreter des Zusammenschlusses europäischer Papierhersteller "Ingede" aufgeworfenen Problem beim Papierrecycling zumindest ansatzweise Rechnung getragen wird, pocht der BN-Arbeitskreis-Mitarbeiter auch auf eine eindeutige Kennzeichnung der PE-Folie und Hinweise, dass diese keinesfalls mit den weggeworfenen Prospekten ins Altpapier gelangen dürfe, sondern einem sortenreinen PE-Folien- Recycling zugeführt werden müsse. Dies gelte auch für Remittenden, nicht nur bei „Einkauf Aktuell“, sondern für alle Werbematerialien, Kataloge und Zeitschriften aller Verlage. Auch müssten störende „Beipackungen“ wie Plastikspielzeug oder CDs, wenn die Anbieter schon nicht darauf verzichten wollten, jeweils einem getrennten sortenreinen PE-Folien-Recycling zugeführt werden, waren sich BN und Industrievertreter einig. Die Post sicherte einen Hinweis bei „Einkauf Aktuell“ zu, aufgedruckt allerdings nicht auf der Folie, damit sich diese besser aufbereiten lasse, sondern auf dem papieren Inhalt. Den Vorbehalt einer postinternen Prüfung, ob sich dies mit dem Corporate Design vereinbaren lasse, erwidert Meindorfer, dass jegliches Corporate Design auf notwendige Angaben zur Abfallverwertung im Geiste des Kreislaufwirtschaftsgesetzes auszurichten sei. In Richtung Papierindustrie pochten Hoffmann und Meindorfer vehement darauf, dass bei der Altpapieraufbereitung aussortierte PE-Folien recycelt und nicht als sogenannter Ersatz-Brennstoff verbrannt werden dürfen, weil dabei ein grosser Anteil der ihnen innewohnenden Herstellungsenergie ungenutzt bleibe, was der seitens der Politik propagierten aber bisher „verkorksten“ Energiewende schade und den gebotenen Klimaschutz ausser Acht lasse. Nachdem ein gesetzliches Vorgehen gegen die Werbeflut nicht zu erwarten sei, rät der BUND, die Briefkästen mit Aufklebern „Keine Werbung einwerfen“ zu bekleben, kunststoffumhüllte und mit Plastikbeigaben versehene Zeitschriften zu verzichten und alle Wertstoffe der Gelben Tonne, dem Gelben Sack oder besser noch der sortenreinen Erfassung in örtlich angebotenen Wertstoffhöfen zuzuführen.

Ein Infopaket Abfallvermeidung mit dem Aufkleber „Keine Werbung einwerfen“ gibt es beim BN, Albrechtsgasse 3, 94315 Straubing, Tel 09421/2512, straubing@bund-naturschutz.de für 5 € als Schein, in Briefmarken oder Vorabüberweisung auf das Konto 461251 des BN, Sparkasse Niederbayern-Mitte, BLZ 74250000 mit vollständiger Absenderangabe und Kennwort „IP Abfall“.