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Sorgsamer umgehen mit Boden und Natur vor der Haustür

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Leserbrief: Flächenressourcenschonung erfordert verdichtete Baukonzepte

Die von Aiterhofens Bürgermeister Manfred Krä angestrebte Ortskernreaktivierung und Nachverdichtung statt immer mehr ausufernder Einfamilienhaus- und Doppelgaragen-Baugebiete an den Ortsrändern ist sehr zu begrüßen. Sie passt zur Vorreiterrolle, die er und die Gemeinde Aiterhofen auch schon bei der Umsetzung des Landschaftsplanes eingenommen haben, der in vielen Gemeinden nur dann der Schublade entnommen wird, wenn zusätzliche Eingriffe in  Natur und Landschaft durch neue Bebauung geplant sind.

Eine Abkehr von der laufenden Neuausweisung von Bauflächen für großflächige Einfamilienhausgebiete ist zur erforderlichen Flächenressourcenschonung dringend geboten. Damit sei keinen Hochhaussiedlungen im ländlichen Umfeld das Wort gesprochen, sondern für Zentralorte einer durchaus mehrgeschossigen Mehrfamilienhausbebauung, für die es natürlich architektonisch passende Gestaltung zu finden gilt und die dabei mehr unverbaute Frei- und Grünflächen übriglässt.

Ortskernreaktivierung, angemessene Nachverdichtung und verdichtete Bebauungskonzepte minimieren auch Aufwand sowie Umfang der Erschliessungs- inclusive Verkehrsanlagen, die mit steigender Grundstücksgrösse pro Wohneinheit unvertretbar mit ansteigen. Vorsorgender Hochwasserschutz und Schutz des Wasserhaushaltes gebieten dies ebenso wie es der bestmöglichen Schonung anderer (Rohstoff- und Energie-) Ressourcen bedarf. Wobei sich auch der Wärmeenergiebedarf der Gebäude bei einem verdichteten Bebauungskonzept durch eine reduzierte Aussen-/Fassadenfläche reduzieren lässt und eine kompakte Bauweise mit möglichst wenig Aussenfläche im Verhältnis zum Innenvolumen damit als Voraussetzung zur sparsamen und effizienten Nutzung von Energie und somit zum Gelingen der Energiewende erforderlich ist. Kompakte Bebauung ist auch Grundlage für eine Energieversorgung mittels eines Nahwärmenetzes mit energieeffizienter Kraft-Wärme-Kopplung wie etwa mittels Hackschnitzelheizkraftwerken, da diese nur bei möglichst kurzen Leitungswegen rentabel und sinnvoll wird.

Erfreulich jedenfalls, wenn die ILE Gäuboden in dieser Hinsicht tätig ist und vorangehen will – notwendig ist es überall.

Dazu noch eine vielleicht nicht ganz angenehme, aber ehrliche und klare Ansage, die den meisten unserer Politiker leider (noch) nicht über die Lippen geht: Wir, der große Teil unserer Gesellschaft, leben seit längerem über unsere Verhältnisse, was den Verbrauch an natürlichen Ressourcen anbelangt, seien es Boden oder Energie. Ein Modell, das unbestreitbar nicht auf jeden der 7,2, bald vielleicht 10 Milliarden Erdenbewohner übertragbar ist. Wir werden uns mit dem uns zustehenden Anteil zufrieden geben und die Ressourcen nicht nur global gesehen, sondern auch vor Ort sogar mit einer zunehmenden Zahl an Zuwanderern, wie politischen-, Kriegs-, Wirtschafts-  Armuts- (=Verteilungsungerechtigkeits-) und Klimaflüchtlingen teilen müssen. Ein ziemlich geringes „Übel“ dürfte dabei eine angemessen verdichtete Wohnbebauung sein, die im Verhältnis zu vielen Teilen der Welt noch immer einen unvergleichlichen Luxus darstellt.

 

Bund Naturschutz Kreisgruppe Straubing-Bogen

Johann Meindorfer

2. Kreisvorsitzender