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Gesundheits- und umweltverträgliche Beschaffungspraxis auch bei Polizei-Dienstkleidung erforderlich

Die Aussage im Leserbrief von Sonja Gaßner, dass bei der Beschaffung neuer Polizei-Dienstkleidung ökologische, soziale und gesundheitliche Kriterien entscheidungserheblich sein müssen, ist dabei ausdrücklich zu unterstreichen.

Denn Textilien durchlaufen einen langen Herstellungsprozess. Bevor sie über den Handel in die Haushalte gelangen, werden die Materialien an den verschiedensten Stationen der Produktionskette mit einer Vielzahl von chemischen Hilfsstoffen in Kontakt gebracht. Nach Schätzungen des Umweltbundesamtes wurden 1986 in der deutschen Textilindustrie 100.000 Tonnen Textilhilfsmittel, 100.000 bis 280.000 Tonnen sonstige Chemikalien und 11.000 Tonnen Farbstoffe verbraucht. 90% davon gelangen direkt ins Abwasser, die restlichen 10% verbleiben auf den Fasern und verhelfen der Kleidung zu den gewünschten Eigenschaften. Neben der Tatsache, dass vor allem die Arbeiter der Textilindustrie mit diesen, zum Teil giftigen Chemikalien in Berührung kommen, sollte man sich auch bewusst sein, dass einige dieser Stoffe hautreizend, allergen oder sogar krebserregend wirken können. Darüber hinaus belasten diese Chemikalien nicht nur den Menschen an sich, sondern auch die Umwelt. Da viele Textilchemikalien unbrauchbar sind, wenn sie ihren Zweck erfüllt haben, gelangen sie zu einem großen Teil ins Abwasser und dadurch früher oder später auch in den gesamten Stoffkreislauf. Über die sozialen Missstände mit Niedrigstlöhnen, fehlender Sozialabsicherung und Ausbeutung – von Kinderarbeit ganz zu schweigen – in der Textilherstellung dürften die Entscheidungsträger inzwischen informiert sein. Auf die vielfach nicht beachtete Verpflichtung zur vorbildhaft umfassenden umweltfreundlichen und fairen Beschaffung seien sie zum wiederholten Male hingewiesen.

Diese muss beim Einkauf von Textilien aller Art von Vorhängen, Tischdecken, Bettwäsche in Unterkünften bis hin zu „normaler“ Dienstkleidung generell eingehalten werden, indem Naturfasern aus kontrolliert biologischem Anbau zum Einsatz kommen sollen, im letzteren Fall der Polizei-Outdoor-Dienstkleidung natürlich soweit es mit der nötigen Funkfionalität kompatibel ist. Bei diesen besonderen Anforderungen an die Witterungsbeständigkeit wäre zumindest zu prüfen, ob auf Textilbestandteile aus Sekundärrohstoffen zurückgegriffen werden konnte, wie etwa aus (Anteilen von) Textilfasern aus der Wiederverwertung von geeigneten Recyclingkunststofffasern. 

Nachdem die Bio-Landwirtschaft die umwelt- und gesundheitsschonende und somit als beste Variante der Urproduktion gut und vorteilhaft für Artenschutz, Biodiversität, Boden, Grund- und Trinkwasser, Gesundheit und das Klima ist, ist bei der Beschaffung landwirtschaftlicher Erzeugnisse wie Naturfasertextilien grundlegend auf solche aus kontrolliert ökologischem Landbau zurückzugreifen. Dabei ist insbesondere beim Einkauf von Importware darauf abzustellen, dass diese Erzeugnisse möglichst den Fair-Trade-Bedingungen genügen und nicht unter Missachtung grundlegender Arbeitsrechte hergestellt werden. Dies bezieht sich ausdrücklich auch auf Textilien / Dienstkleidung aller anderen Dienststellen der öffentlichen Hand. Diese steht generell in besonderer Verantwortung, mit ihrer finanziellen Nachfragemacht zu einer ökologieverträglicheren Wirtschaftsweise hinzuwirken und im Gegenzug auf die Ausweitung des Angebotes an umweltverträglichen Produkten und Dienstleistungen hinzuwirken, die durch eine gezielte Nachfrage stimuliert werden kann. Laut Pressemeldung vom 18.01.2014 lösen die Aufträge der öffentlichen Hand immerhin 14 % der Wirtschaftsleistung in der EU aus, die somit durch diese ökologierelevant zu beeinflussen sind.