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BN Landesarbeitskreis Abfall und Kreislaufwirtschaft bilanziert: Umgang mit Abfall muss besser werden!

Das neue Wertstoffgesetz darf Bringsysteme nicht gefährden - Sorgfältige Wertstofftrennung notwendig und sinnvoll

Johann Meindorfer aus Straubing zum neuen stellvertretenden LAK-Sprecher gewählt

 

Beim Landesarbeitskreis (LAK) Abfall und Kreislaufwirtschaft des Bund Naturschutz in Bayern (BN) am Samstag in Friedberg stand die Neuwahl des stellvertretenden LAK-Sprechers an, nachdem der bisherige Amtsinhaber Gernot Hartwig aus Buttenwiesen inzwischen Sprecher des BN-LAK Verkehr ist. Einstimmig gewählt wurde als dessen Nachfolger Johann Meindorfer aus Straubing, dem LAK-Sprecherin Waltraud Galaske gute Sachkenntnis und umfassende Ausarbeitungen von Bauschutt- Papier- und Kunststoffrecycling bis hin zu den Erfordernissen der umweltfreundlicher fairer Beschaffung der öffentlichen Hand und eines ökologisch-sozialen Steuersystems bescheinigte. Ein solches hält er für dringend geboten für eine ökologisch nachhaltige Energie-, Agrar-, Rohstoff- und Verkehrs- Wirtschafts- und Konsumwende


Fachlicher Schwerpunkt waren die anstehenden Novellierungen von Wertstoffgesetz und Klärschlammverordnung.


Zum Wertstoffgesetz berichtete BN- Abfallexperte Dr. Hartmut Hoffmann von einem parlamentarischen Abend in Berlin, wo CDU-und SPD-Vertreter ein Eckpunktepapier vorstellten. Dass die bisher in der Verpackungsverordnung enthaltenen Quoten für die stoffliche Verwertung etwa von Kunststoffabfällen dringend erhöht werden müssten, sei dabei inzwischen auch in Fachkreisen Konsens. Denn nur aus einer sortenreinen Erfassung und stofflichen Verwertung seien wieder hochwertige Recyclingprodukte zu gewinnen., Nur damit können die energieaufwändig hergestellte Produkte aus Primärrohstoffen ersetzt werden. Die Lizenzgebühren für Verpackungen müssten überdies nach deren Recyclingfähigkeit gestaffelt werden. Auch brauche es verbindliche Vorgaben zur Materialkennzeichnung, insbesondere von Kunststoffen, so Meindorfer, damit diese von den Verbraucherinnen gut sortiert in den Wertstoffhöfen angeliefert werden könnten. Die Wertstoffhöfe müssten in kommunaler Regie bleiben, und es sollte kein Problem darstellen, dort auch gebrauchte Nicht-Verpackungs-Kunststoffe mit anzunehmen. Im Gegensatz dazu würde eine gemischte Wertstofftonne die hohe Gefahr gegenseitiger Verschmutzung der dort hinein geworfenen Materialien berge, was eine hochwertige stoffliche Verwertung verhindere, so Josef Seemüller aus Unterschweinbach.

Nicht sortenrein erfasste oder verschmutzte Kunststoffabfälle landeten derzeit ohnehin viel zu oft letztendlich in der Müllverbrennung, kritisierte das Friedberger LAK- Mitglied Josef Metzger. Ähnliches geschehe nach seinen Recherchen mit dem Inhalt von Gelber Tonne und Gelbem Sack, sofern vom Entsorgungsunternehmen darin zu hohe Verunreinigung en durch Restmüll festgestellt werde. Auch unzureichend arbeitenden Sortieranlagen können bis zu 70 % „Sortierreste“, die zu Abfall deklariert werden, erzeugen.

Ohnehin könnten, so die LAK Sprecherin Waltraud Galaske die Verwertungsquoten aus gemischten Erfassungen nicht mit denen der Bringsysteme mithalten, insbesondere unter dem Qualitätsaspekt.

Nach Kenntnis des BN wird auch ein erheblicher Teil der anfallenden Gewerbeabfälle, entgegen den abfallrechtlichen Vorschriften und abfallwirtschaftlichen sowie energie- und klimapolitischen Erfordernisse, nicht sortenrein erfasst und auch keiner sortenreinen stofflichen Verwertung zugeführt. Sie landen stattdessen meist in inner- und außerbayerischen Müllverbrennungsanlagen.


Dies führt neben vermeidbaren Emissionen aus Müllverbrennungsanlagen auch zu einer mangelnden Verwertung des Energieinhalts dieser Materialien wie z.B. Altpapier oder Altkunststoff . Zudem läuft dies nicht nur den abfallwirtschaftlichen Zielsetzungen und Erfordernissen entgegen, sondern auch jenen von Klimaschutz und Energiewende. Eher ist die

Erhöhung der Energieeffizienz geboten und somit muss nicht nur der reine Heizwert von Abfällen betrachtet werden, sondern darüber hinaus deren gesamte gebundene „chemische Energie / graue Energie“ die durch eine stofflichen Wiederverwertung als Sekundärrohstoff einzusparen ist.

Daher pochen die BN-Aktiven bei allen dafür zuständigen Dienststellen darauf eine strikte Einhaltung des Gebots zur vorrangigen sortenreinen stofflichen Verwertung von Haus- und Gewerbeabfällen durchzusetzen und zu gewährleisten.


Bei der Novellierung der Klärschlammverordnung seien weit ambitioniertere Schadstoff-Grenzwerte nötig, um auch künftig eine Verwertung zur erlauben. Hartmut Haas-Hyronimus kritisierte dabei angesichts weit überhöhter Arsen-und Cadmiumwerte in Aschaffenburg die bisher fehlende Ermittlung der höchstwahrscheinlich industriellen Verursacher durch die zuständigen Behörden. Heike Weiß aus Ettringen pochte zudem auf verstärkte Aufklärung der Bevölkerung, keine Fremdstoffe und Chemikalien oder Medikamente über das Abwasser zu entsorgen


Ein Infopaket Abfallvermeidung gibt es beim BN, Albrechtsgasse 3, 94315 Straubing, Tel 09421/2512, straubing@bund-naturschutz.de für 5 € als Schein, in Briefmarken oder Vorabüberweisung auf das Konto 461251 des BN, Sparkasse Niederbayern-Mitte, BLZ 74250000 IBAN DE03 7425 0000 0000 461251, BIC BYLADEM1SRG mit vollständiger Absenderangabe und Kennwort „IP Abfall“.