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Sorgsamer umgehen mit Boden und Natur vor der Haustür

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BN zum Weltwassertag am 22. März 2015: Globaler Wasserbedarf steigt bis 2050 um mehr als die Hälfte

Boden vor Schadstoffeinträgen schützen für reines Trinkwasser - auch Mineralwasserquellen brauchen Schutz

Flächenressourcenverbrauch zum Schutz des Wasserhaushaltes endlich minimieren

Wissenswertes über echtes und virtuelles Wasser im BN-Infopaket „Wasser“ – verschiedenste Handlungsfelde

Regenwassernutzung für Toilette und Waschmaschine zulässig und sehr empfehlenswert.

Der globale Bedarf an Wasser wird bis 2050 voraussichtlich um mehr als die Hälfte ansteigen. Gründe dafür sind die wachsende Weltbevölkerung und verbrauchsintensive Lebensstile, die für eine steigende Nachfrage nach Energie und Strom sorgen. Das geht aus dem fünften Weltwasserbericht die UNESCO mit dem Titel "Wasser und Energie" hervor, informiert der BUND Naturschutz (BN). Der Bericht dokumentiert die komplexen Zusammenhänge zwischen Wasser- und Energieerzeugung – von der Öl- und Gasförderung über die Kühlung bei der Stromerzeugung bis hin zum Energieverbrauch durch die Wasserversorgung. Demnach wird bis 2050 die Nachfrage nach Wasser weiter steigen: in der industriellen Produktion um 400 Prozent, in der thermischen Stromerzeugung um 140 Prozent und in den Haushalten um 130 Prozent. Es sei somit geboten, mit Energie ebenso wie mit den Wasserreserven sehr sorgsam umzugehen, gerade auch in den Industrieländern. Ein bescheidenerer Lebensstil mit weniger materiellem Konsum und Ressourcenverbrauch sein unabdingbar anzustreben. Dabei stehe der „Westen“ in grösster Verantwortung dafür, dass sein über Jahrzehnte praktizierter verschwenderischer auf ausgerichteter Lebensstil mit ungezügeltem Verprassen von Ressourcen und Energie und extrem übergrossem ökologischen Fußabdruck / Footprint nicht auf andere sich gerade „wirtschaftlich entwickeln wollenden und aufstrebenden“ Staaten, Gesellschaften und Volkswirtschaften übertragen wird. Die „Reichen“ in den Industriegesellschaften dürfen nicht weiterhin mit übergrossen XXL-Datschern auf diejenigen Menschen eintreten, die sich ohnehin schon mit XXS-Tappern gerade noch ihr klägliches Auskommen mühsam zu sichern versuchen. Wir im „Westen“ stehen in der Pflicht, vorzuleben, wie eine angemessen gute Lebensqualität für alle auch in Zukunft sicherzustellen ist. Dies gelte in Bezug auf Wasser und Energie genauso wie für andere Ressourcen von metallischen Rohstoffen bis hin zur nicht vermehrbaren Ressource „Fläche“. Vorsorgender Hochwasserschutz und Schutz des Wasserhaushaltes gebieten deshalb auch, im Rahmen der Bauleitplanung generell, durch alle geeigneten Massnahmen die negativen Auswirkungen des Flächenressourcenverbrauchs soweit wie möglich zu minimieren, fordert der BUND nachdrücklich. Grundlegend erforderlich sei zum Schutz von Wasser und anderen Ressourcen eine gerechte Anlastung der Kosten nach dem Verursacherprinzip als Bestandteil eines intelligenten ökologisch-sozialen Steuersystems, das zu ressourcen- und energiesparendem umweltverträglichem Konsum- und Verkehrsverhalten anspornt

Für reines Trinkwasser und auch zum Schutz von Mineralwasserquellen gilt es, Boden und Grundwasser vor Schadstoffeinträgen zu schützen, so der BUND Naturschutz (BN). Dies sei ein gewichtiger Grund zum Kauf von Bio-Lebensmitteln statt Billigware aus der chemisierten Agrarindustrie, die durch massiven Pestizid- und Düngereinsatz nicht nur die Biodiversität, den Boden, das Klima, die menschliche Gesundheit und auch über die Massentierhaltung das Grundwasser stark verschmutzt haben und immer noch weiter in Gefahr bringen.

In einem Infopaket bietet der BN verschiedene Beiträge mit Wissenswertem über echtes und virtuelles Wasser an, zu allen Facetten von Trinkwassergewinnung bis zu dessen Schutz im Zeichen des Klimawandels und Tipps zum Wassersparen und zur Regenwassernutzung. Als virtuelles Wasser bezeichnet man dabei das in verschiedenen Produkten beinhaltete “versteckte” Wasser. So stecken etwa in einem Kilogramm Primärfaserpapier 2000 Liter davon, während Recyclingpapier aus 100% Altpapier mit dem Blauen Umweltengel mit nur 20 Litern auskommt. Auch in „weitgereisten“ Früchten aus entfernten Anbaugebieten stecken grosse Mengen an Wasser, was in einigen Regionen schon zu einer bedrohlichen Knappheit dieses kostbaren Gutes geführt hat.

In einer Tasse Kaffee steckt übrigens viel mehr als deren Fassungsvermögen, nämlich 140 Liter, die man zu dessen Herstellung benötigt hat, und in einem Kilo Hühnerfleisch 3900 Liter virtuelles Wasser. Für ein Notebook werden 20 000 Litern verbraucht, für einem sogar 400 000 Liter. Eine detaillierte Übersicht über die Mengen an virtuellem Wasser gibt es im Internet unter www.virtuelles-wasser.de.

Nachdem Nutzer von Regenwasseranlagen von Wasserzweckverbänden dahingehend verunsichert wurden, dass Regenwassernutzung für Toilette und Waschmaschine nicht mehr erlaubt sei, stellt der BN klar, dass dies nach wie vor zulässig ist. Es sei jedem Hausbesitzer und Bauherrn zu empfehlen, ein Leistungssystem für Dachablaufwasser zu installieren und dieses Wasser zum Beispiel zum Wäschewaschen und für die Toilettenspülung zu nutzen.

Selbstverständlich, so der BN, sollte auch die Regenwassernutzung für Garten- und Freiflächenbewässerung sein. Im gewerblichen Bereich und bei öffentlichen Fahrzeughaltern sollte für Fahrzeugwaschanlagen vorrangig Regen- oder Brauchwasser Verwendung finden sowie eine Brauchwasserrückgewinnung erfolgen, die Anlagen sollen die Standards des Umweltzeichens (Blauer Engel) RAL-UZ 23a „Autowaschanlagen – abwasserfrei“ erfüllen mit dadurch geringstmöglichem Wasserverbrauch durch Wasserrecycling und Kreislaufführung, Abtrennung von Schmutz und Schadstoffen, bestmöglichem Abbau der Reinigungsmittel sowie Vermeidung von Sonderabfall und Abwasser.

Zur Vermeidung von Abflussspitzen, die eine Ursache für Hochwasser sind, sei eine versickerungsfähige Gestaltung aller privaten Verkehrsflächen und aller betrieblichen Verkehrs- Lager- und Stellflächen, sofern dort kein Umgang mit wassergefährdenden Substanzen erfolgt, erforderlich. Zum Schutz von Boden und Grundwasser, angrenzender Vegetation und zum Schutz der Pfoten von Haustieren, insbesondere Hunden und Katzen gelte es auch, auf Verkehrs- und Stellflächen kein Streusalz und keine anderen ätzenden Streustoffe einzusetzen.

Ein Infopaket „„Wasser““ gibt es beim BN, Albrechtsgasse 3, 94315 Straubing, Tel 09421/2512, straubing@bund-naturschutz.de für 5 €  in Briefmarken oder Vorabüberweisung  auf das Konto 461251 des BN, Sparkasse Niederbayern-Mitte, BLZ 74250000; IBAN DE03 7425 0000 0000 461251, SWIFT-BIC BYLADEM1SRG mit vollständiger Absenderangabe und Kennwort „IP Wasser“.