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Kunststoff-Recycling forcieren und gegen Müll-Schlamper vorgehen

Der Eintrag von Abfall, vor allem von langlebigem Plastikmüll, der im Laufe der Zeit zu kleinsten Teilchen zermahlen wird, in Flüsse und Meere muss vermieden bzw. unterbunden werden, das steht fest. Daher müssten die Abfallmengen reduziert werden, Produkte und Verpackungen so gestaltet werden, dass sie repariert oder wiederverwendet werden können und entstehende Abfälle sollten als Rohstoffquelle begriffen und deren Komponenten zu einem maximalen Anteil wiederverwendet werden. Mit wenig Mühe und Aufwand kann man schon im Haushalt Wertstoffe vom Restmüll trennen und sortieren und sie über das Container- und Wertstoffhof-System bzw. in etlichen Regionen über Gelbe Tonne und gelben Sack einer stofflichen Wiederverwertung zuführen. Viele MitbürgerInnen praktizieren dies auch sehr gewissenhaft. Allerdings nicht alle. Manche sind gerade noch bereit, Altpapier und Altglas zu den entsprechenden Containern zu bringen, werfen aber Leichtstoffverpackungen aus Kunststoff oder Aluminium nach wie vor in die Restmülltonne, wo sie keinesfalls hingehören. Schlimmstenfalls landen Abfälle in wilden Ablagerungen am Strassenrand oder in Natur und Landschaft und über die Flüsse in den Meeren, Wer diesen illegalen „Entsorgungsweg“ wählt, macht sich zum Mittäter auch von Meeresverschmutzung und dem damit verbundenen Tierleid, weil ein Teil dieses Mülls über die Flusssysteme dorthin gespült wird. Schädlich bleibt er aber allemal auch an Bach- und Flussufern und an allen sonstigen unzulässigen Ablagerungsstellen. Gegen Müll-Schlamper gilt es verstärkt vorzugehen, auch gegen diejenigen , deren Restmülltonnen mangels Abfallvermeidungsbewusstsein regelmässig überfüllt sind – und bisher trotzdem geleert werden auf Kosten der gewissenhaften Wertstoffsortierer.

Das Plastikthema ist jedoch in mehrerlei Weise umwelt- sowie klimarelevant – durch nach wie vor schlichte Verbrennung grosser Mengen von Kunststoffabfällen in Müllverbrennungsanlagen geht ein Grossteil der ihnen innewohnenden Herstellungsenergie ungenutzt verloren, was seitens einiger Behörden und der Politik hingenommen wird. Und der propagierten, aber bisher (auch wegen der Verschwendung solcher „grauer“ produktimmanenter Energie in grossem Stil) „verkorksten“ Energiewende sowie dem dringend gebotenen Klimaschutz zuwiderläuft. Tatsachen, die man auch in kaum einem Energienutzungsplan abgehandelt finden wird.

Gezielte Abfallvermeidung etwa durch Kauf von Mehrweg- statt Einwegverpackungen sowie eine sorgfältige und saubere Abfalltrennung und sortenreine Erfassung in Haushalten und Betrieben sind die Grundlage einer ökologisch verträglichen Abfallwirtschaft und dienen der Vermeidung von Schadstoffausstoss und Energieverschwendung. Die sortenreine Erfassung von Kunststoffabfällen ist dabei Voraussetzung für ein möglichst hochwertiges Recycling zum Ersatz von Primärmaterial in möglichst hochwertigen und anspruchsvollen Anwendungsbereichen wie bei äusserst dünnwandige Recyclingfolien. Und den Einsatz von Recyclingprodukten gilt es zu forcieren. Dass dies gleichermassen im Kunststoff- wie im Papiersektor zutrifft, erklärt zudem unseren vehementen Einsatz für die vorrangige Verwendung von Recyclingkunststoff- wie auch von Recyclingpapierprodukten aus 100 % Altpapier gerade bei Grossanwendern wie Unternehmen und Behörden: Für Recyclingpapier etwa wird von weniger als zwei Drittel bis zur Hälfte an Energie und nur ein Sechstel an Frischwasser benötigt als für die umweltbelastenderen Frischfaserpapiere.

Die öffentliche Hand. steht generell in besonderer Verantwortung, mit ihrer finanziellen Nachfragemacht auf eine ökologieverträglichere Wirtschaftsweise und auf die Ausweitung des Angebotes an umweltverträglichen Produkten und Dienstleistungen hinzuwirken, das durch eine gezielte Nachfrage stimuliert werden kann. Immerhin lösen die Aufträge der öffentlichen Hand 14 % der Wirtschaftsleistung in der EU aus, die somit durch diese ökologierelevant zu beeinflussen sind. Und damit sich generell in grossem Stil in allen Wirtschaftssektoren betriebswirtschaftlich statt wie bisher Rohstoff- und Energieverschwendung das rentiert, was auch ökologisch und somit volkswirtschaftlich einzig Sinn macht, vertretbar, ja erforderlich ist, bedarf es eines intelligenten ökologisch-sozialen Steuersystems bzw. einer solchermassen ausgerichteten ökologisch-sozialen Steuerreform.