Zur Startseite

BN nimmt Stellung ...

  • Übersicht
  • Donauausbau
  • Hochwasser
  • Rettenbach
  • Windenergie SR-BOG

Sorgsamer umgehen mit Boden und Natur vor der Haustür

Aktuelle Pressemitteilungen

Pressemitteilungen 2019

Pressemitteilungen 2018

Pressemitteilungen 2017

Pressemitteilungen 2016

Pressemitteilungen 2015

Pressemitteilungen 2014

Leserbrief: Energiewende umgesetzt? Von wegen! Energienutzungsplan ziemlich dürftig – Verkehr und Landwirtschaft ausgespart

 

Leserbrief zum Bericht „Energiewende umgesetzt“ vom 04.03.15

Höchstens gutmeinend als realitätsferne Beschönigung kann man die Aussage von MdL Hans Ritt sehen, „In Straubing ist die Energiewende umgesetzt“ Näher dran läge man wohl mit einer Bewertung in Richtung „Volksverdummung“. Dabei sind die Pilotprojekte für Energie aus Klärschlamm und Abwasser und Brauchwasseraufbereitung an der Kläranlage Straubing zweifellos anzuerkennende exzellente Bausteine der Energiewende, keine Frage. Aber es sind einzelne Bausteine, die allein noch keine Energiewende ausmachen können. Auch nicht zusammen mit dem beschlossenen lückigen und unambitionierten Energienutzungsplan,  bei dessen Einteilung der Stadt Straubing in 85 Bearbeitungsraster zur Suche nach geeignete Gebiete für Wärmeverbundnetze ganze sieben als geeignet übrigblieben. 

Die Kraft-Wärme-Kopplung mit entsprechenden Nahwärmenetzen muss als energieeffizienteste Art und Weise der Energieversorgung dicht bebauter Bereiche vorrangig vor der Erweiterung des Erdgasnetzes ausgebaut werden, wo immer dies möglich und sinnvoll ist. Dabei dürfen keine dicht bebaute Bereiche wie die Neustadt (Zentrum), das Wissenschafts- und Kompetenzzentrums mit weiterer Bebauung des „Hochschulerweiterungsgeländes“ und dem ganzen Umgriff entlang der Heerstrasse /Persiluhr-Karee, Krankenhausgasse und Stadtgraben durch den Rost fallen“! Für die Stadt Straubing als „Stadt der nachwachsenden Rohstoffe“ kommt daher nur eine Energieversorgung der bestehenden sowie dort neu entstehenden Gebäude mit energieeffizienter Kraft-Wärme-Kopplung auf der Grundlage forstlicher Biomasse in Frage. Also in einer noch energieeffizienteren Art und Weise als durch die bisher vorhandene nur Wärme erzeugende Hackschnitzelheizung des TFZ, nämlich mittels Hackschnitzelheizkraftwerken, die Wärme und Strom gleichzeitig mit dadurch höherem Wirkungsgrad erzeugen.

Und wo die Energiewende in den Bereichen Landwirtschaft - durch weitreichende Ausrichtung auf den energiesparenden und klimaschonenden Öko-Landbau - sowie Verkehr (steht für rund ein Drittel des Endenergieverbrauchs) umgesetzt sein soll, ist ohnehin schleierhaft. Erforderlich sind dazu wirksame Maßnahmen zur Reduzierung des motorisiertem Individualverkehrs und eine bessere Erreichbarkeit vieler Örtlichkeiten zu Fuss, per Rad, mit Bus und Bahn. Gefragt sind eine ambitionierte Radverkehrsförderung mit Vervollständigung der Radverkehrsanlagen zu einem radfahrerfreundlichen, sicheren und attraktiven Radverkehrsnetz und offensiveres Marketing zum kürzlich verbesserten Stadtbusangebot. Dabei muss auch das Stadtmarketing an sich die Erreichbarkeit von Veranstaltungen und Einkaufsstätten zu Fuss, per Rad, mit Bus und Bahn herausstellen und aktiv bewerben.

Warum werden die mehrfach zur Erfüllung der Vorbildfunktion der öffentlichen Hand vorgetragenen Maßnahmen für ein umweltfreundliches faires Beschaffungswesen nicht umfassend umgesetzt, bei dem erhebliche "versteckte" Energiesparpotentiale sowie Schadensvemeidungspotentiale gehoben und ausgenutzt werden könnten, gerade auch in den mengenmäßig höchst relevanten Bereichen der öffentlichen Hand? Das geht von der umfassenden Verwendung von Lebensmitteln und Getränke aus gentechnikfreier kontrolliert biologischer Erzeugung im Verpflegungsbereich bei allen kommunalen Einrichtungen und solchen mit kommunaler Beteiligung wie Kindergärten, Schulen, Seniorenheime, Klinikum, Theater, Stadthalle bis hin zur ebenso umfassenden Verwendung von Recyclingpapier aus 100% Altpapier – auch bei den Stadtwerken. Und weiter bis zu einem vorbildlich umweltfreundlichen betrieblichen Mobilitätsmanagement der öffentlichen Hand.

Diese und weitere mehr, viele Baustellen und noch mehr Einzel-Bausteine, sind noch abzuarbeiten, bis die Energiewende als umgesetzt bezeichnet werden kann. Die Energiewende ist nicht als erledigt abzuhaken, sie ist erst einmal beherzt anzupacken, auch in Straubing.