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Meinungsaustausch zwischen BN und TFZ zur Kraft-Wärme-Kopplung und energieeffizienter Energieversorgung

Dass im neuen Bayerischen Förderprogramm BioKlima des Technologie- und Förderzentrums im Kompetenzzentrum für Nachwachsende Rohstoffe (TFZ) in Straubing Anlagen zur Kraft-Wärme-Kopplung ausgeschlossen sind, war Auslöser eines fruchtbaren Meinungsaustausches dort zwischen BUND Naturschutz (BN) und TFZ. Die gleichzeitige Strom- und Wärmeerzeugung durch Kraft-Wärme-Kopplung bei hohem Wirkungsgrad stellt dabei auch aus Sicht des TFZ einen wichtigen Beitrag zur Ausnutzung des der forstlichen Biomasse Holz innewohnenden Energieinhalts dar, Stellvertretender TFZ-Leiter und Leiter des Förderzentrums Biomasse am TFZ Emanuel Schlosser verwies auf ein Schreiben des Bundeswirtschaftsministeriums, in dem die Länder darüber informiert wurden, dass eine zusätzliche Förderung der Kraft-Wärme-Kopplung bei Anlagen, die bereits durch das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) gefördert werden, nicht möglich sei. Hintergrund hierzu ist, dass die Genehmigungsentscheidung der Kommission für das EEG 2014 die Auflage enthält, dass Förderungen, die auf Grundlage des EEG 2014 an Erzeuger von Strom aus erneuerbaren Quellen gezahlt werden, nicht mit anderen Beihilfen kumuliert werden können. Dies hielt die BN-Seite für unerklärlich und keinesfalls nachvollziehbar, da auch das Umweltbundesamt auf einen massiven Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung drängt. Auch das TFZ hält eine zusätzliche Förderung der KWK Anlagen, die Biomasse als Energieträger einsetzen, für notwendig. Der Einbruch bei den Verkaufszahlen im Bereich der Holzvergasungsanlagen zeigt, dass die EEG-Vergütung alleine keinen wirksamen Anreiz für Investitionen bietet.:


Dass Energiesparen und höhere Energieeffizienz allerhöchste Priorität haben müssen bei der zukünftigen Energieversorgung und Energiepolitik, darüber herrschte Einigkeit beider Seiten. Und auch, dass der Sektor Verkehr, der immerhin rund 30 % am Endenergieverbrauch aufweist, hierbei zu oft „außen vor“ bleibt. Dabei allein auf künftig mehr Elektromobile im Straßenverkehr zu setzen, könne den Anforderungen an die nötige Energiewende nicht erfüllen, gab TFZ-Leiter Dr. Bernhard Widmann zu bedenken. Vielmehr müsse der Energiebedarf im Verkehr insgesamt gesenkt werden. Mit höchster Priorität müsse die Förderung der verstärkten vorrangigen Nutzung der umweltschonenden Verkehrsmittel des Umweltverbundes - Fußgänger-, Rad-, Bus- und Bahnverkehr vorangetrieben werden – und der Ausbau der Infrastruktur dieser Verkehrsträger, pflichtete ihm 2. BN Kreisvorsitzender Johann Meindorfer zu.


Als Hemmnisse für eine echte Energiewende aus einem Guss erweisen sich verwaltungsseitige „Systemgrenzen“ , stellte sich im Verlauf der Diskussion zum konkreten BN-Anliegen einer zukünftigen energieeffizienten Energieversorgung bei der Erweiterung der Wissenschafts- und Hochschuleinrichtungen in Straubing heraus. Verschiedene Investoren und Träger aus dem staatlichen, kommunalen und privaten Bereich zu einer integrierten Energieversorgung „zusammenzuspannen“, sei wünschenswert, in der Praxis aber schwierig, so Widmann. Ein wichtiger Schritt sei allerdings mit dem Nahwärmenetz des Campus am KoNaRo gelungen, mit dem das gesamte KoNaRo sowie die Gebäude des Institutsteils der Fraunhofer-Gesellschaft in Kooperation mit den Stadtwerken Straubing beheizt werden, betonte der für die Liegenschaft zuständige Sachgebietsleiter am TFZ, Peter Turowski. Nach Meinung der BN-Gruppe ist jedoch noch großes Potenzial zu Wärmeverbünden in der Stadt gegeben. „Verwaltungsgrenzen sind künstlich eingezogen und weder naturgegeben, noch technisch bedingt und müssen daher von den politischen Verantwortungsträgern beseitigt werden“, forderte Meindorfer ein. Die BN-Vertreter mit Kreisvorsitzendem Andreas Molz und Energiefachmann Rainer Schwarz pochten darauf, dass neben dem schon erfolgten Zusammenschluss der beiden kleinen Nahwärmenetze der Stadtwerke und des Kompetenzzentrums auch eine Umstellung auf Kraft-Wärme-Kälte-Kopplung – laut Schwarz wäre dies im Hinblick auf den Kältebedarf der Labore zu prüfen - erfolgen sollte. Zumindest gelte dies, wenn sich die Kapazität der bestehenden reinen Heizwerke als nicht ausreichend für den künftigen Gebäudebestand erweisen sollte oder ohnehin eine Erneuerung ansteht. Das Staatliche Bauamt Passau und die Stadtwerke sollten für das ganze Areal mit dichter Bebauung eine so energieeffizient wie irgendmöglich auf die nötige echte Energiewende ausgerichtete Energieversorgungsstruktur aus einem Guss schaffen. Dazu sei ein Gesamtenergiekonzept zu erstellen, zu dem in konkreten Detailanalysen die dort zu erwartende Wärmebedarfsdichte untersucht werden soll. Sofern diese unter Einbezug naher potentieller Wärmeabnehmer über der in der Fachwelt – und wie von C.A.R.M.E.N.-Projektmanager Christian Letalik angeführten - anerkannten Grenze einer Wärmebelegungsdichte der Wärmeverteilung von 1,5 MWh/(m*a), liege und die Energieversorgung nicht nachweislich bzw. nachgewiesenermaßen in einer noch energieeffizienteren Art und Weise als durch Kraft-Wärme-Kopplung auf der Basis forstlicher Biomasse sichergestellt werden könnte, müsse deren Ausbau dort angepackt werden. Von dieser Forderung dürfe man sich durch „Systemgrenzen“ nicht abhalten lassen, so Meindorfer, diese müssten eben von Ministerien, Staatlichem Bauamt, Stadt und Stadtwerken gemeinsam überwunden werden.


Gerade auf Grund des gebotenen Vorbildcharakters der Wissenschafts- und Hochschuleinrichtungen einerseits als öffentliche Einrichtungen, andererseits als Institute mit der Zielrichtung der Unterstützung der Energiewende durch effiziente Nutzung von (vorrangig erneuerbarer) Energie ist dies aus Sicht des BN erforderlich und angemessen.

 

Der BN empfiehlt die beim Fernstraßenbau angewandte Public Private Partnership (PPP) auch bei der Energieversorgung des Wissenschaftsareals zur Anwendung zu bringen, auf dem immerhin ein neues Informations- und Beratungszentrum für den Bewusstseinswandel für eine ökologisch nachhaltig wirtschaftende Gesellschaft geplant ist. Dessen von Dr. Widmann vorgestellte Konzeption mit der dringlichen Botschaft der nötigen Abkehr von der Überflussgesellschaft („Wir dürfen nur von den Zinsen leben, die uns die Erde gibt, nicht vom Kapital selbst“) stieß auf einhellige Zustimmung.

 

Ein Infopaket Energiesparen / Gebäude zu der Thematik gibt es beim BN, Albrechtsgasse 3, 94315 Straubing, Tel. 09421/2512, straubing@bund-naturschutz.de für 5 € als Schein, Briefmarken oder Vorabüberweisung auf das Konto 461251 des BN, Sparkasse Niederbayern-Mitte, BLZ 74250000;  IBAN DE03 7425 0000 0000 461251, SWIFT-BIC BYLADEM1SRG, mit vollständiger Absenderangabe und Kennwort „IP Energie / Gebäude“ . 

 

Informationen im Internet zu diesem Fragenkomplex gibt es unter www.tfz.bayern.de und www.bund-naturschutz.de/energie.html.