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Sorgsamer umgehen mit Boden und Natur vor der Haustür

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Perversion des Verursacherprinzips und der Kostengerechtigkeit

Geradezu eine Perversion des Verursacherprinzips ist das, was in Sachen chemisierter Agrarindustrie contra Trinkwasserschutz abläuft: Da muss den Verursacher nachhaltiger Schäden ein Ausgleich gezahlt werden, wenn sie ihren Schadstoffeinsatz in Form von massivem Pestizid- und Industriedüngereinsatz etwas (!) vermindern, damit die – ohnehin nicht besonders ambitionierten – Schadstoff-Grenzwerte gerade noch eingehalten werden, wenn man dem Wasser aus oberflächennäheren Bereichen solches aus noch älteren und tieferen Grundwasserschichten beimischt. Obere Schichten versaut, dann bohren wir halt tiefer und holen zum Quartär- auch noch Tertiärwasser rauf, was soll´s offenbar. So weit hat es die vom Polit-Mainstream immer noch gehätschelte und massiv geförderte agrarindustrielle Intensivlandwirtschaft inclusive tierquälerischer Massentierhaltung gebracht. Zudem ist die Aufbereitung von Grund- zu Trinkwasser jedenfalls umso aufwendiger, teurer und energieintensiver, je stärker das Grundwasser durch Dünger- und Chemikalien-/Pestizideinträge aus der intensiven Landwirtschaft belastet ist. Es ist ja schon länger bekannt, dass das Umweltbundesamt dem Grundwasser in einem bedeutenden Teil Niederbayerns mit intensiver Landwirtschaft nicht die Bewertung „gut“, sondern ausdrücklich „schlecht“ erteilt hat. Scheinbar alles nicht so besorgniserregend, dass man seitens der herrschenden Politik dem entschlossen entgegengetreten wäre. Die parteispendenfreudige Agrochemielobby hat offenbar ganze Arbeit geleistet von Brüssel über Berlin bis München.

Pervers dabei, dass auch die umweltbewussten VerbrauerInnen über Steuern, Sozialversicherungsbeiträge und Trinkwasserpreis die Kosten der Mehrfachsubventionen der chemisierten Agrarindustrie und der Chemiekonzerne mittragen müssen. Diejenigen, die aus Verantwortungsbewusstsein Lebensmittel aus dem grundwasserschonenden Öko-Landbau kaufen und damit von vornherein zur Schädensvermeidung beitragen, zahlen für die Hersteller und Konsumenten der Agrochemie-Billigware mit.. Skandalös, ungerecht und unverschämt, dieses Finanzierungssystem zu Gunsten von Schadensverursachern in grossem Stil, die sich das elende nach wie vor beliebte Motto „Gewinne maximieren und privatisieren – ohne Rücksicht auf Verluste in Sachen Biodiversität, Naturhaushalt, Tier- und menschliche Gesundheit – Kosten, Verluste und Schäden sozialisieren“ ausführlich zu Nutze macht. Skandalös, dass ihr dies von Politik, von Staats wegen ermöglicht wird, unterstützt von (insbesondere Fleisch-) Konsumwahn und „Geiz-ist-Geil-Denken“ in Teilen der Verbraucherschaft. Dabei kann man dieser in Gesamtheit, im ureigensten gesundheitlichen Interesse nur raten, stattdessen auf die hochwertige Qualität von Lebensmitteln aus kontrolliert biologischer Landwirtschaft zu setzen. Bio-Einkauf kommt der menschlichen Gesundheit von Grund auf, von Anfang an, nämlich schon bei der landwirtschaftlichen Urproduktion zu Gute.

Schämen ist angezeigt bei all denen, die dieses hinterhältig-gemeine Finanzierungssystem ertrickst und gestrickt haben und bei ihren Freunderln, die es nach wie vor aufrechterhalten, ob aktiv oder durch einfach-so-weiterlaufen-Lassen bzw. schlichtes Nichts-dagegen-Tun. Kollektives Schämen in Parteien wie CSU, CDU oder FDP, partielles Schämen auch in der SPD. Für reines Trinkwasser gilt es endlich, Boden und Grundwasser im wahrsten Sinne „von Grund auf“ vor Schadstoffeinträgen zu schützen, dies ist ein enorm gewichtiger Grund zum Kauf von Bio-Lebensmitteln statt Billigware aus der Agrarindustrie, die durch massiven Pestizid- und Düngereinsatz und mit der Massentierhaltung nicht nur das Grundwasser stark verschmutzt hat, sondern auch die Biodiversität, den Boden, das Klima, die menschliche Gesundheit immer noch weiter in Gefahr bringen. Die Ausrichtung auf den Öko-Landbau muss die Politik verbindlich vorgeben, anstatt der Agrochemielobby hörig zu bleiben. Staat, Landkreise, Städte und Gemeinden haben überdies die gesundheitliche Vorsorge- und Vorbildfunktion der öffentlichen Hand zu erfüllen, auch indem sie gezielt Lebensmittel und Getränke aus kontrolliert biologischer Erzeugung bei der Verpflegung in Gemeinschaftseinrichtungen wie Kliniken, Schulen oder Kindergärten verwenden. Da fehlt´s nach wie vor „vom Boa weg“.