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Verursacher zur Verantwortung ziehen - „gute fachliche Praxis“ kann nur Bio-Landwirtschaft sein

Dass der Wasserzweckverband Mallersdorf einen vierten Brunnen bauen muss, ist der jahrzehntelangen katastrophalen Fehlentwicklung in der agrarindustriellen Intensivlandwirtschaft geschuldet. Mit einem neuen Tiefbrunnen soll also wieder bisher zumindest noch teilweise unberührtes Tiefenwasser angezapft werden, ohne dessen Beimischung man keine hinreichende Trinkwasserqualität mehr sicherstellen kann.


Warum ist denn keine uneingeschränkte Quartärwassernutzung mehr möglich, warum ist das Quartärwasser in so miserablem Zustand? Weil man seitens der vorherrschenden Politik und Behörden die Chemie- und Agrarindustrielobby durch massiven Pestizid- und Düngereinsatz und mit der Massentierhaltung das Grundwasser so stark verschmutzen lässt und das Verursacherprinzip nach allen Skandalen nach wie vor zur Gänze pervertiert? Denn es ist ausdrücklich eine Perversion des Verursacherprinzips, was in Sachen chemisierter Agrarindustrie contra Trinkwasserschutz abläuft: Da muss den Verursachern nachhaltiger Schäden ein Ausgleich gezahlt werden, wenn sie ihren Schadstoffeinsatz in Form von massivem Pestizid- und Industriedüngereinsatz etwas (!) vermindern, damit die – ohnehin nicht besonders ambitionierten – Schadstoff-Grenzwerte gerade noch eingehalten werden, wenn man dem Wasser aus oberflächennäheren Bereichen solches aus noch älteren und tieferen Grundwasserschichten beimischt. Obere Schichten versaut, dann bohren wir halt tiefer und holen zum Quartär- auch noch Tertiärwasser rauf, was soll´s offenbar. So weit hat es die vom Polit-Mainstream immer noch gehätschelte und massiv geförderte agrarindustrielle Intensivlandwirtschaft inclusive tierquälerischer Massentierhaltung gebracht. Zudem ist die Aufbereitung von Grund- zu Trinkwasser jedenfalls umso aufwendiger, teurer und energieintensiver, je stärker das Grundwasser durch Dünger- und Chemikalien-/Pestizideinträge aus der intensiven Landwirtschaft belastet ist. Es ist ja schon länger bekannt, dass das Umweltbundesamt dem Grundwasser in einem bedeutenden Teil Niederbayerns mit intensiver Landwirtschaft nicht die Bewertung „gut“, sondern ausdrücklich „schlecht“ erteilt hat. Scheinbar alles nicht so besorgniserregend, dass man seitens der herrschenden Politik dem entschlossen entgegengetreten wäre. Die parteispendenfreudige Agrochemielobby hat offenbar ganze Arbeit geleistet von Brüssel über Berlin bis München. Es sind schleunigst bedeutende und ernsthafte Schritte zur umfassenden Umstellung auf den kontrolliert biologischen Öko-Landbau zu unternehmen, beginnend mit der konsequenten Umsetzung des Vorsorge- und des Verursacherprinzips. Die Verursacher, auch in der Politik, des schon entstandenen Schlamassels gilt es zur Verantwortung zu ziehen, soweit man ihnen habhaft wird. Es darf in keiner Weise mehr eine Subventionierung oder Förderung der agrarindustriellen Intensivlandwirtschaft geben. Als „gute fachliche Praxis“ kann und darf nur noch die Bio-Landwirtschaft gelten. Alles andere ist Etikettenschwindel. Wer wirklich einen achtsamen sorgsamen Umgang mit dem wertvollen Gut Trinkwasser will, muss alles Notwendige für eine gesundheitlich und ökologisch nachhaltige Landbewirtschaftung ergreifen. Wer kann diesbezügliche Aktivitäten nachweisen? Zum Beispiel auf die wiederholten BN-Vorstösse zur Förderung des ökologischen Landbaus durch Steigerung der Nachfrage der öffentlichen Hand nach Erzeugnissen des Öko-Landbaus? Denn Staat, Landkreise, Städte und Gemeinden haben überdies die gesundheitliche Vorsorge- und Vorbildfunktion der öffentlichen Hand zu erfüllen, auch indem sie gezielt Lebensmittel und Getränke aus kontrolliert biologischer Erzeugung für ihren eigenen Bedarf und bei der Verpflegung in Gemeinschaftseinrichtungen wie Kliniken, Schulen oder Kindergärten verwenden. Wo bleiben Taten oder zumindest Antworten auf diesbezüglich Bisher Fehlanzeige auf ganzer Linie. Und dies trotz Antibiotika-, Salmonellen-Eier- und sonstigen Agrarindustrie- sowie Massentierhaltungs-Skandalen.