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Sorgsamer umgehen mit Boden und Natur vor der Haustür

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BN: Gute Vorsätze für 2016 umsetzen - Klimafreundlich ins neue Jahr starten - Regenwälder durch zurückhaltendes Konsumverhalten schützen

Energiewende: blosses Austauschen eines Energieträgers gegen einen anderen und Ausbau von Leitungstrassen genügt nicht


Fair sein zu Tieren, Umwelt, Mitmenschen und eigener Gesundheit – „BIO, FAIR und REGIONAL ist OPTIMAL“


Entwicklungshilfe für Afrika“ nach US-Machart und Transatlantischen Freihandels- und Investitionsabkommen (TTIP) konterkarieren jedwedes Bemühen um fairen Handel


Gross- und Kleinverbraucher sollen mit fairem Bio-Einkauf gewichtigen Beitrag zur sozialen und Verteilungsgerechtigkeit leisten - Infopaket zu Produkten aus fairem Handel erhältlich


Kirchliche Stellen, Krankenhäuser, Schulen und öffentliche Handsollen Vorbild für soziale und ökologische Beschaffungsstandards sein


Gute Vorsätze für 2016 umsetzen, klimafreundlich ins neue Jahr starten, Regenwälder durch zurückhaltendes Konsumverhalten schützen wie geht das? Darauf gibt der Bund Naturschutz (BUND) in seinem Infopaket Klimaschutz Antwort: mit fairem verantwortungsvollem und zurückhaltendem Konsumverhalten. Dabei kann man etwa Produkte wie Tropenholz oder Süssigkeiten, Wasch- und Reinigungsmittel meiden, die Palmöl enthalten. Denn wenn derzeit die Regierung der Philippinen 20.000 Hektar sogar in einem Biosphären-Reservat mit Palmölplantagen überziehen will, tut sie das, weil die industrielle Produktion nach diesem billigen Rohstoff verlangt – für Konsumprodukte, die in hiesigen Discounter-Regalen feilgeboten werden. Doch für unsere billigen Konsumgüter, die Palmöl enthalten, stirbt der Regenwald. Für die riesigen Monokulturen der Ölpalmen wird Regenwald gerodet. Mit den Baumriesen sterben seltene und wunderschöne Tiere wie die Orang-Utans, Tiger und Nashörner. Sollte ihr Lebensraum weiter so beschnitten werden, könnten sie sogar bald vollkommen aussterben. Viele Urwälder in Indonesien, dem Exportmeister, sind sogenannte Torfmoorwälder. In ihnen ist besonders viel CO2 gespeichert. Beim Roden dieser Wälder wird es freigesetzt – und trägt massiv zum globalen Treibhauseffekt bei.


Dabei haben inzwischen ökologisch ausgerichtete Hersteller Reinigungsmittel auf pflanzlicher Basis entwickelt – zu 100 Prozent ohne Palmöl, basierend auf den Ölen einheimischer Pflanzen, sodass es gute Alternativen gebe.


Schokoriegel, Müsliriegel, Gebäck, Chips, Margarinen, Brotaufstriche, Fertiggerichte – in den meisten Lebensmitteln ist Palmöl enthalten. Um sich zu vergewissern, ob Lebensmittel Palmöl oder Palmkernöl beinhalten, hilft der Blick auf die Inhaltsliste der Produktverpackung. Ist dort "Palmöl", "Palmfett" oder "Palmkernöl" verzeichnet, sei definitv Palmöl enthalten. Auch bei den Bezeichnungen "pflanzliches Öl" oder "Pflanzenöl" kann Palmöl oder Palmfett enthalten sein.


Erfreulicherweise gebe es inzwischen ein grosses Sortiment nicht nur an Lebensmitteln und Getränken, sondern auch an Textilien, deren Rohstoffe bzw. Zutaten in den Herkunftsländern nach BIO & FAIR-Standards erzeugt werden, bei denen man auch auf ökologisch verträgliche Ausgangsstoffe setzt. Ob Gemüse, Getreide, Milchprodukte oder aber Kaffee, Tee und Schokolade und weitere Gaumenfreuden von deftig bis zu Süsswaren, empfiehlt der BUND möglichst regional erzeugter BIO & FAIR-Qualität. Dabei lasse der Bio-Markt keine Wünsche offen, ob es Getränke, Gemüse, Getreide, Milchprodukte betreffe, oder aber Kaffee, Tee und Schokolade, deren Zutaten in den Herkunftsländern nach BIO & FAIR-Standards erzeugt werden. Wobei es auch schon FAIR-TRADE- Schokolade gebe, die mit heimischer Milch aus fairem Handel hergestellt wird. Wenn die Merkmale, FAIR und REGIONAL zusammenkommen, sei dies OPTIMAL, von der Qualität und von den ökologischen und sozialen Produktionsbedingungen her.


Biologische Ernährung aus fairem Handel sei auch den gesundheitlichen Vorteilen ein gewichtiger Beitrag zum Klimaschutz, denn die Bio-Landwirtschaft verursacht durch Verzicht von energieintensiv hergestellten Industriedüngern und Spritzmittel sowie durch schonende Bodenbewirtschaftung mit hoher CO2-Bindung im Humus eine deutlich geringere Freisetzung von klimaschädlichen Gasen, und bewahrt Boden und Grundwasser vor Schadstoffeintrag. Fairer Handel könne vor Ort wie auch weltweit einen gewichtigen Beitrag zur sozialen und Verteilungsgerechtigkeit leisten. Dazu sollten gerade Kirchliche Stellen, Schulen und die öffentliche Hand als Vorbild für soziale und ökologische Beschaffungsstandards BIO & FAIR-Produkte ordern und einkaufen.

 

Was man überhaupt nicht als „fair“ durchgehen lassen könne, sei „Entwicklungshilfe für Afrika“ nach USA-Machart: Diese wollen US-Unternehmen mit Miiliarden-Investitionen am „Erfolg Afrikas“ teilhaben lassen und sich sowohl die dortigen Bodenschätze und Ressourcen als auch die Absatzmärkte mit hohen Gewinnaussichten sichern. Letzteres wollen die USA auch mit dem Transatlantischen Freihandels- und Investitionsabkommen (TTIP) gegenüber der EU erreichen, warnt der BUND. Die Macht von Konzernen solle damit weiter gestärkt und etwa der Import gentechnisch veränderter Lebensmittel, Pflanzen und Tiere ermöglicht werden. Vermutlich würden die jeweils niedrigsten (Produktions)Standards gegenseitig anerkannt. Investoren bekommen das Recht, Regierungen vor privaten Sonderschiedsgerichten zu verklagen. USA und EU möchten sich Wettbewerbsvorteile gegenüber anderen Staaten, einschließlich Entwicklungs- und Schwellenländern verschaffen um den Markt zu dominieren. Dabei drohen Schutzstandards beim Umwelt- und Verbraucherschutz abgebaut zu werden. Dies alles laufe nicht nur jedwedem Bemühen um fairen Handel zuwider, sondern würde auch zu einem auch transatlantischen Verkehrswachstum mit weiteren Belastungen für das Weltklima führen. Wer wirklich für mehr Fairness im Welthandel, Verteilungsgerechtigkeit und Klimaschutz eintreten wolle, müsse gegen diese Tendenzen vorgehen, auch hier wiederum seien die Kirchen an vorderster Front gefordert, über Verkaufsaktionen für FAIR-TRADE-Produkte und Kollekten für die Armen in den Entwicklungsländern hinaus.


Der Energie-3-Sprung mit Energiesparen, Energieeffizienz und Erneuerbaren Energie im Bereich Strom, Wärme und brauche die Zähmung des bisher ungezügelten Energiehungers der Gesellschaft. Dabei könne sich die Energiewende nicht auf den Heizenergie- und Stromverbrauch reduzieren, sondern sei in einem Gesamtzusammenhang mit den beiden anderen grossen Bereichen Agrar und Verkehr zu sehen und zu stellen und sollte als Konsumwende von unserer Gesellschaft vorgelebt werden. Bei der Energiewende genüge nicht das blosse Austauschen eines Energieträgers gegen einen anderen und der Ausbau von Leitungstrassen. Dort gilt es zuerst den Energieverbrauch insgesamt zu senken. In dicht bebauten Bereichen seien Nahwärmenetze mit energieeffizienter Kraft-Wärme-Kopplung aufzubauen, die gleichzeitig Strom und Wärme mit hohem Wirkungsgrad, also bester Ausnutzung des Energieinhalts der Brennstoffe, erzeugen. Grundlegend seien schon in der Bauleitplanung zur sparsamen und effizienten Nutzung von Energie verdichtete Bebauungskonzepte erforderlich, mit denen sich der Wärmeenergiebedarf der Gebäude minimieren lasse und die mit möglichst kurzen Leitungswegen sinnvoll über Nahwärmenetze versorgt werden können. Auch in Sachen Verkehr ist eine Verringerung des oft künstlich aufgeblähten Verkehrsaufkommens dringlich. Und eine Verlagerung des verbleibenden nötigen Verkehrsaufkommens auf die umweltverträglichsten Verkehrsträger Füsse, Fahrrad, Bus und Bahn, soweit irgendmöglich.

 

Ein Infopaket Klimaschutz gibt es beim BN, Albrechtsgasse 3, 94315 Straubing, Tel 09421/2512, straubing@bund-naturschutz.de gegen 5 €  in Briefmarken oder Vorabüberweisung  auf das Konto 461251 des BN, Sparkasse Niederbayern-Mitte, BLZ 74250000; IBAN DE03 7425 0000 0000 461251, SWIFT-BIC BYLADEM1SRG mit vollständiger Absenderangabe und Kennwort „IP Klima“.