Durchsuchen Sie unser Wissen

Zur Startseite

BN nimmt Stellung ...

  • Übersicht
  • Donauausbau
  • Hochwasser
  • Rettenbach
  • Windenergie SR-BOG

Sorgsamer umgehen mit Boden und Natur vor der Haustür

Aktuelle Pressemitteilungen

Pressemitteilungen 2019

Pressemitteilungen 2018

Pressemitteilungen 2017

Pressemitteilungen 2016

Pressemitteilungen 2015

Pressemitteilungen 2014

BN Landesarbeitskreis Abfall / Kreislaufwirtschaft zu Gast bei Ostbayerischer Technischer Hochschule Amberg: Rohstoffknappheit muss in Preise einfliessen – keine sinnvoll stofflich verwertbaren Materialien in die Verbrennung

Zu einem Informations- und Meinungsaustausch zu unserem zen­tralen Thema Kreislaufwirtschaft und Ressourcenschonung bei gegebener Rohstoffknappheit war der Landesarbeitskreis Abfall / Kreislaufwirtschaft des Bund Naturschutz in Bayern (BN) am Samstag zu Gast bei der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg (OTH). Die Frage war dabei: „Was ist im Hinblick auf Klimaschutz und die Begrenztheit der Ressourcen erforderlich?“. Prof. Dr. Mario Mocker von der Fakultät Maschinenbau / Umwelttechnik erläuterte die Knappheit seltener Erden und weiterer chemischer Elemente und Rohstoffe an den Beispielen von Eisenerz als Massengut und andererseits von Wolfram, das aus alten Glühbirnen wiederzugewinnen sei. Ähnliches gelte für Neodym, das für Magneten in elektronischen Geräten vom Smartphone über die 30 bis 150 in einem Auto verbauten Elektromotoren sowie Heizungspumpen bis zur Windkraftanlage Verwendung finde. Grundvoraussetzung für eine hohe Versorgungssicherheit an seltene Rohstoffen sei deren auf den wirklichen Bedarf gezielt ausgerichteter sparsamer Einsatz sowie deren Rückgewinnung aus den Schrotten, aus denen bisher nur die mengenmässig bedeutendsten Materialien wiedergewonnen würden. Mocker wies dabei auf zu nutzende Substitutionsmöglichkeiten etwa bei Elektromotoren oder Antrieben von Windkraftanlagen hin.

Der Rohstoffhunger bei vermeintlich „nicht knappen“ mineralischen Rohstoffen, die als Baustoffe verwendet werden, sei auch den gestiegenen Ansprüchen nach mehr Wohn-, Gewerbe- sowie Verkehrsflächen pro Kopf der Bevölkerung geschuldet. In diesem Bereich mit erheblichen Massenströmen sei man von einer echten Kreislaufwirtschaft noch weit entfernt. Hier müssten sowohl die Bedürfnisse hinterfragt werden, als auch die Hemmnisse einer möglichst hochwertigen Wiederverwendung von aufbereitetem und gereinigten Bauschutt-Granulats beseitigt werden, zuvorderst seitens der öffentlichen Hand, war man sich einig. Mocker sah dies auch für Schlacke bei geringem Schadstoffgehalt als möglich an, die BN- Vertreter jedoch wegen einiger Vorfälle in diesem Bereich kritisch.

BN- Abfallreferent Dr. Hartmut Hoffmann pochte auf das nötige Fernhalten von Problemstoffen wie etwa geklebten geschäumten Kunststoffen schon beim Neubau von Gebäuden und deren energetischer Sanierung. Umbau und Sanierung von Bestandsgebäuden sei Vorrang vor Neubauten einzuräumen, dies müsse sich auch finanziell rechnen. Um dies ebenso wie eine Rückgewinnung von seltenen Rohstoffen zu gewährleisten, müsse die Politik mit dem Instrument eines intelligenten ökologisch-sozialen Steuersystems dafür sorgen, volkswirtschaftlich sowie ökologisch nachhaltige gebotene Rentabilität mit den betriebswirtschaftlichen Interessen der einzelnen Wirtschaftssubjekte zur Deckung zu bringen, so stellvertretender LAK-Sprecher Johann Meindorfer. Fazit für den BN-LAK ist, dass auf die zusätzliche Rückgewinnung von seltenen Metallen etwa aus Elektroschrott Wert gelegt und der Export von Schrott in Länder unterbunden werden muss, in denen keine ordnungsgemässe Verwertung stattfindet.

Die Novellierung der Dünge- sowie Klärschlammverordnung mit weitaus ambitionierteren Schadstoff-Grenzwerten als bisher seien dringend nötig, um auch künftig eine Verwertung zur erlauben, betonte Hoffmann. LAK-Sprecherin Waltraud Galaske bekräftigte die Forderung, dass Schadstoffe wie Hormon- oder Antibiotika-Verschmutzungen von Abwasser und Klärschlamm bereits seitens der Verbraucher ferngehalten werden müssten. Ein entsprechendes verantwortliches Konsumverhalten gelte es zu fördern. Josef Metzger, Hartmut Haas-Hyronimus sowie die Vertreter der Bürgeraktion Müll & Umwelt Schweinfurt, Prof. Dr. Peter Möhringer und Johannes Neupärtl kritisierten dass sich dort die Stadt gegen eine umfassende Getrennterfassung von Bioabfällen sträube.

Nach Kenntnis des BN wird ein erheblicher Teil der anfallenden Gewerbeabfälle entgegen den abfallrechtlichen Vorschriften und abfallwirtschaftlichen sowie energie- und klimapolitischen Erfordernisse nicht sortenrein erfasst und auch keiner sortenreinen stofflichen Verwertung, sondern inner- und ausserbayerischen Müllverbrennungsanlagen zugeführt. Da dies neben vermeidbaren Emissionen aus Müllverbrennungsanlagen auch zu einer mangelnden Verwertung des Energieinhalts dieser Materialien wie z.B. Altpapier oder Altkunststoff führt, läuft dies nicht nur den abfallwirtschaftlichen Zielsetzungen und Erfordernissen entgegen, sondern auch jenen von Klimaschutz und Energiewende. Mocker wies dabei auf die unterschiedlichen Standards der bestehenden Müllverbrennungsanlagen in Bezug auf die Abwärmenutzung hin, die in einigen Fällen verbesserungsbedürftig sei.


Ein Infopaket Abfallvermeidung gibt es beim BN, Albrechtsgasse 3, 94315 Straubing, Tel 09421/2512, straubing@bund-naturschutz.de für 5 € als Schein, in Briefmarken oder Vorabüberweisung auf das Konto 461251 des BN, Sparkasse Niederbayern-Mitte, BLZ 74250000 IBAN DE03 7425 0000 0000 461251, BIC BYLADEM1SRG mit vollständiger Absenderangabe und Kennwort „IP Abfall“.