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BN Landesarbeitskreis Abfall / Kreislaufwirtschaft zu Gast bei Ostbayerischer Technischer Hochschule Amberg: Rohstoffknappheit muss in Preise einfliessen – keine sinnvoll stofflich verwertbaren Materialien in die Verbrennung

Zu einem Informations- und Meinungsaustausch zu unserem zen­tralen Thema Kreislaufwirtschaft und Ressourcen-schonung bei gegebener Rohstoffknappheit war der Landesarbeitskreis Abfall / Kreislaufwirtschaft des Bund Natur-schutz in Bayern (BN) am Samstag zu Gast bei der Ostbayerischen Technischen Hochschule Amberg (OTH). Die Frage war dabei: „Was ist im Hinblick auf Klimaschutz und die Begrenztheit der Ressourcen erforderlich?“. Prof. Dr. Mario Mocker von der Fakultät Maschinenbau / Umwelttechnik erläuterte die Knappheit seltener Erden und weiterer chemischer Elemente und Rohstoffe an den Beispielen von Eisenerz als Massengut und andererseits von Wolfram, das aus alten Glühbirnen wiederzugewinnen sei. Ähnliches gelte für Neodym, das für Magneten in elektronischen Geräten vom Smartphone über unzähligen in neuen Autos verbauten Elektromotoren sowie Heizungspumpen bis zur Windkraftanlage Verwendung finde. Grundvoraussetzung für eine hohe Versorgungssicherheit an seltene Rohstoffen sei deren auf den wirklichen Bedarf gezielt ausgerichteter sparsamer Einsatz sowie deren Rückgewinnung aus den Schrotten, aus denen bisher nur die mengenmässig bedeutendsten Materialien wiedergewonnen würden. Mocker wies auf Anfrage von LAK-Sprecherin Waltraud Galaske dabei auf zu nutzende Substitutionsmöglichkeiten etwa bei Elektromotoren oder Antrieben von Windkraftanlagen hin.

 

Der Rohstoffhunger bei vermeintlich „nicht knappen“ mineralischen Rohstoffen, die als Baustoffe verwendet werden, sei auch den gestiegenen Ansprüchen nach mehr Wohn-, Gewerbe- sowie Verkehrsflächen pro Kopf der Bevölkerung geschuldet. In diesem Bereich mit erheblichen Massenströmen sei man von einer echten Kreislaufwirtschaft noch weit entfernt. Hier müssten sowohl die Bedürfnisse hinterfragt werden, als auch die Hemmnisse einer möglichst hochwertigen Wiederverwendung von aufbereitetem und gereinigten Bauschutt-Granulats beseitigt werden, zuvorderst seitens der öffentlichen Hand, war man sich einig. Mocker sah dies auch für Schlacke bei geringem Schadstoffgehalt als möglich an, die BN- Vertreter jedoch wegen einiger Vorfälle in diesem Bereich kritisch.
BN- Abfallexperte Dr. Hartmut Hoffmann wies auf den hohen Ressourcenverbrauch bei Neubauten hin sowie auf die nicht ausreichende Aufnahmefähigkeit des Marktes für Recyclingbaustoffe. Umbau und Sanierung von Bestandsgebäuden sei daher Vorrang vor Neubauten einzuräumen.

Um dies ebenso wie eine Rückgewinnung von seltenen Rohstoffen zu gewährleisten, müsse die Politik mit dem Instrument eines intelligenten ökologisch-sozialen Steuersystems dafür sorgen, dass volkswirtschaftlich sowie ökologisch nachhaltige gebotene Rentabilität von mit den betriebswirtschaftlichen Interessen der einzelnen Wirtschaftssubjekte zur Deckung bringe, so stellvertretender LAK-Sprecher Johann Meindorfer. Fazit für den BN-LAK ist, dass auf die zusätzliche Rückgewinnung von seltenen Metallen etwa aus Elektroschrott Wert gelegt und der Export von Schrott in Länder unterbunden werden muss, in denen keine ordnungsgemässe Verwertung stattfindet.

 

Josef Metzger, Hartmut Haas-Hyronimus sowie die Vertreter der Bürgeraktion Müll und Umwelt Schweinfurt, Prof. Dr. Peter Möhringer und Johannes Neupärtl kritisierten dass sich neben weiteren 14 Kommunen die Stadt Schweinfurt gegen eine umfassende Getrennterfassung von Bioabfällen sträube.
Nach Kenntnis des BN wird ein erheblicher Teil der anfallenden Gewerbeabfälle auch entgegen den abfallrechtlichen Vorschriften und abfallwirtschaftlichen sowie energie- und klimapolitischen Erfordernisse nicht sortenrein erfasst und auch keiner sortenreinen stofflichen Verwertung, sondern inner- und ausserbayerischen Müllverbrennungsanlagen zugeführt. Da dies neben vermeidbaren Emissionen aus Müllverbrennungsanlagen auch zu einer mangelnden Verwer-tung des Energieinhalts dieser Materialien wie z.B. Altpapier oder Altkunststoff führt, läuft dies nicht nur den abfallwirt-schaftlichen Zielsetzungen und Erfordernissen entgegen, sondern auch jenen von Klimaschutz und Energiewende.
Prof. Mocker wies dabei auf die unterschiedlichen Standards der bestehenden Müllverbrennungsanlagen in Bezug auf die Abwärmenutzung hin, die in einigen Fällen verbesserungsbedürftig sei, die in einigen Fällen verbesserungsbedürftig sei, wobei die Anlagenbetreiber aber eine erweiterte Wärmenutzung anstreben würden .