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BUND Naturschutz fordert von Minister Schmidt Landwirtschaft ohne Kollateralschäden - Infopaket „Keine Gentechnik auf unserem Teller - lieber BIO“

Eine Landwirtschaft ohne Kollateralschäden am Weltklima, an Lebens- und Naturräumen mit ihrer Biodiversität und an den dort zu Schaden kommenden tierischen Bewohnern will der BUND Naturschutz (BN). Darauf pocht man bei Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt und erinnert ihn an immer noch unbeantwortetes Schreiben vom 01.März. Darin kritisierte man Schmidts Aussage „intensive Landwirtschaft bleibe unverzichtbar“. Seither würden schon wieder neue Fehlentwicklungen und Missstände bekannt wie das vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) offenbar geheim gehaltene Zulassungsverfahren für das neue Bienengift Sulfoxaflor, während immer noch Massnahmen auch gegen die verheerende Ausbreitung von Giften wie Glyphosat und Neonicotinoiden unterblieben.


Inzwischen hat Schmidt einen Gesetzesentwurf vorgelegt, der Anbauverbote von genmanipulierten Pflanzen in Deutschland regeln soll. Dieser Entwurf ist die Umsetzung der so genannten europäischen Opt-out-Richtlinie. Diese erlaubt es einzelnen EU-Mitgliedstaaten, den Anbau von genmanipulierten Pflanzen auf ihrem Gebiet leichter verbieten zu können, auch wenn diese auf EU-Ebene eigentlich zugelassen sind. Obwohl in Deutschland eine Mehrheit der Bevölkerung gegen Gentechnik auf ihren Tellern ist, baut Schmidt in seinem Gesetzesentwurf so hohe Hürden auf, dass es beinahe unmöglich sein wird, den Anbau von genmanipulierten Pflanzen deutschlandweit zu verbieten. Doch genau dies wäre notwendig. Denn ginge es nach Schmidt, wäre ein Flickenteppich aus gentechnikfreien Bundesländern und solchen mit Gen-Pflanzen-Anbau vorprogrammiert. Und weil sich Pollen bekanntlich nicht an Landesgrenzen halten, wäre die Kontaminierung unserer Lebensmittel durch die unkontrollierbare Verbreitung genmanipulierter Pflanzen nicht mehr aufzuhalten. Der Gesetzesentwurf stößt deshalb auf massiven Widerstand, auch beim BUND.


Dass zudem angesichts des stattfindenden Milchpreisverfalls nicht mit Massnahmen für eine extensivere Milchwirtschaft zur Milchüberschuss-Reduzierung hingewirkt wird, sei weder verantwortbar noch nachvollziehbar, ist diese doch unbestreitbar aus Gründen der Verbesserung des Tierwohls bei den Nutztierhaltern als wichtiger Schritt zu einer flächengebundenen bäuerlichen Tierhaltung zum Schutz von Grund- und Trinkwasser nötig, soweit es die auch dort inzwischen verbreiteten einschlägigen Grossstrukturen betrifft.


Daher erinnert man „im Sinne vieler Millionen betroffener VerbraucherInnen und Nutztiere“ an die grundlegenden Anforderungen einer umweltverträglichen ökologisch nachhaltigen Landwirtschaftspolitik mit Kostenwahrheit und Kostengerechtigkeit sowie Umsetzung des Vorsorge- und Verursacherprinzips.


Die tierquälerische Massentierhaltung, die auf gentechnisch verändertem Tierfutter und der Antibiotikagabe „vorbeugend“ und sogar im Futter basiert und bei der das Intensiv- und Massenhaltungstier nach seiner unsäglichen „Lebens“-Zeit sattelzugweise in Transportboxen auf die Reise zu den Großschlächtereien geschickt wird, sei verwerflich.


Und die mittlerweile aufgelaufene Schädigung der Trinkwasserreserven eine deutliche Bankrotterklärung der agrarindustriellen Intensivlandwirtschaft.


„Es dürfte Ihnen neben den häufigen, ja immerwährenden Antibiotika-, Salmonellen-Eier- und sonstigen Agrarindustrie- sowie Massentierhaltungs-Skandalen – auch „Bayern-Ei“ - bekannt sein, dass das Umweltbundesamt dem Grundwasser in einem bedeutenden Teil Deutschlands, darunter Niederbayerns, mit intensiver Landwirtschaft nicht die Bewertung „gut“, sondern ausdrücklich „schlecht“ erteilt hat“, hakt Johann Meindorfer, stellvertretender Sprecher des BN-Landesarbeitskreis Abfall / Kreislaufwirtschaft / Ressourcenschonung ein. Dass keine uneingeschränkte Quartärwassernutzung mehr möglich sei, weil sich das Quartärwasser in so miserablem Zustand befindet. Es ist ausdrücklich eine Perversion des Verursacherprinzips, was in Sachen chemisierter Agrarindustrie contra Trinkwasserschutz abläuft: „Da muss den Verursachern nachhaltiger Schäden ein Ausgleich gezahlt werden, wenn sie ihren Schadstoffeinsatz in Form von massivem Pestizid- und Industriedüngereinsatz etwas (!) vermindern, damit die – ohnehin nicht besonders ambitionierten – Schadstoff-Grenzwerte gerade noch eingehalten werden, wenn man dem Wasser aus oberflächennäheren Bereichen solches aus noch älteren und tieferen Grundwasserschichten beimischt“, gibt er dem Minister zu bedenken. VerbraucherInnen sollten jedenfalls auf „Nummer sicher“ gehen und nur Bio- Produkte kaufen, denn bei diesen ist der Einsatz von Gentechnik garantiert ausgeschlossen. BIO- Produkte nützten der eigenen Gesundheit und der ganzen Gesellschaft, die dadurch von Umweltbelastungen verschont bleibe. Der Bio-Landbau habe grosse Vorteile für Artenschutz, Biodiversität, Boden, Grundwasser, Klima und menschliche Gesundheit. Diese kämen voll zur Geltung, wenn regional erzeugte BIO & FAIR-Qualität kaufe.

Das Infopaket „Keine Gentechnik auf unserem Teller - lieber BIO“ gibt es beim BN, Albrechtsgasse 3, 94315 Straubing, Tel. 09421/2512, Fax 09421/963910, straubing@bund-naturschutz.de für 5 €  als Schein oder Briefmarken oder gegen Vorabüberweisung  auf das Konto 461251 des BN, Sparkasse Niederbayern-Mitte, BLZ 74250000 mit vollständiger Absenderangabe und Kennwort „IP Gentechnik".