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Sorgsamer umgehen mit Boden und Natur vor der Haustür

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Das Nötige zuerst - wahrer Bedarf vor vermeintlichen Bedürfnissen

Der Aussage von SPD-Fraktionsvorsitzendem Peter Stranninger, dass „die zweite Eisfläche kein Grundbedürfnis der Stadt ist“, ist zuzustimmen. Es gibt angesichts des Klimawandels immensen Finanzmittelbedarf für eine sozial und ökologisch nachhaltige Stadtentwicklung von der energetischen Gebäudesanierung mit Ausbau der Nahwärmenetze unter Kraft-Wärme-Kopplung bis zu massiver Verbesserung der Radverkehrs-Infrastruktur und des ÖPNV-Angebots, um den Klimakiller Autoverkehr nicht weiter anwachsen zu lassen.

 

Die Herstellung von Verkehrs- und Schulwegsicherheit an gefährlichen Kreuzungsbereichen wie Gabelsbergerstrasse / Obere Bach- und Viereckmühlstrasse für Radler und Fussgänger oder etwa die Schaffung einer ausreichenden Durchfahrtshöhe bei den Strassenüberführungen entlang des südwestlichen Allachbach-Radweges muss in der To-Do-Liste weit oben stehen, wenn man eine fahrradfreundliche Stadt werden und den Umstieg auf umweltfreundliche Verkehrsmittel wirklich befördern will.


Und auch das Sport- und Freizeitverhalten sowie die Anlagen dafür haben sich letztendlich dem Primat von Klimaschutz und damit Senkung des Ressourcen- und Energieverbrauchs inclusive Vermeidung von motorisiertem Individualverkehr (MIV) unterzuordnen. Für besucherstarke Sport- und Freizeitanlagen erfordert dies eine gute Erreichbarkeit zu Fuss, per Rad, mit Bus und Bahn, die ja auch für das bisherige Eisstadion fehlt. Was dazu führt, dass schon dieses von Sportlern und Zuschauern weit überwiegend per MIV angesteuert wird. Gerade im Freizeitsektor muss und kann unser inzwischen übergrosser „ökologischer Fußabdruck / Footprint“ reduziert werden. Sportarten, Bewegungs- und Freizeitaktivitäten, die „ab der Haustür“ ohne übergrossen Verbrauch von Ressourcen und Energie sowie der damit verbundenen Schadstofffreisetzung zu gestalten sind, sind zu ermöglichen und zu fördern. Dazu und für Nah-Erholung braucht es gerade auch innerstädtische Grünflächen mit hoher Aufenthaltsqualität wie das LAGA-Gelände. Auch als frischluft- und schattenspendende Grünanlagen mit einer gewachsenen Biotopfunktion, die man höchstens mit mathematisch-theoretischen Ausgleichsbedarfsermittlungen im Rahmen der naturschutzrechtlichen Eingriffsregelung schönrechnen, nicht aber realiter ausgleichen kann. Schon gar nicht über eine rein finanzielle Abgeltung durch Zahlung eines Ausgleichsbetrages oder durch „Erweiterung des Parks in Richtung Tiergarten“, was auf Kosten dortiger Feuchtwiesen ginge.


Zweifellos treffen die ÖDP-Stadträte Maria Stauber und Karl Dengler („Wir müssen bescheidener werden und verzichten lernen“) eine Kernaussage für die heutige Zeit. Denn es ist ein Irrglaube, ein unverzeihlicher dann, wenn er absichtlich verbreitet wird, mit wie auch noch so guten Beschlüssen der Weltklimakonferenz würden die CO2-Emissionen schon sinken. Lassen wir uns nichts vormachen – selbst die offiziellen Klimaschutzziele sind ohne Konsumverzicht und gravierende Verhaltensänderungen nicht erreichbar. Davon kann logischer- und vernünftigerweise kein Lebensbereich ausgespart bleiben. Welche Prozentzahlen zur Reduktion der Treibhausgasemissionen und damit analog des Energieverbrauchs auf welcher Ausgangsbasis auch zu erreichen sind – die Reduktion muss notwendigerweise in allen Sektoren erfolgen, wo Emissionen und wo der Energieverbrauch stattfindet: also weit über die Bereiche Strom, Wärme und Gebäudeheizung hinaus auch in der Landwirtschaft genauso wie bei Verkehr, Sport- und Freizeitverhalten. Wenn man den Klimaschutz wirklich ernst meint und nimmt, muss und wird alles hinauslaufen müssen auf ein sozial- und umweltverträglich-verantwortbares Verhalten, eine Abkehr von der Verschwendungs- und Überflussgesellschaft. Da können Sportarten mit extrem hohem Energieverbrauch etwa für die Eisaufbereitung sogar im Hochsommer nicht ausgenommen sein. Das ist, auch wenn es für manche Anhänger dieser Sportarten hart klingt, ein reines Gebot menschlicher Vernunft, nicht mehr und nicht weniger. Jede Abwägung zu Ungunsten des Erhalts unserer natürlichen Lebensgrundlagen wird sich in Bälde als fehlerhaft und nicht mehr verantwortbar erweisen. Eine zweite Eisfläche im LAGA-Park ist somit nicht vertretbar. Diskussionswürdig wäre allenfalls eine flächensparende mehrgeschossige Bebauung am östlichen Vorplatz des Eisstadions über einer dort anzugliedernden zweiten Eisfläche von privaten Investoren bei gleichzeitiger deutlicher Senkung des Energieverbrauchs beider Eisflächen unter den des bisherigen Eisstadions. Und mit einem ökologisch nachhaltigen Verkehrskonzept, das den durch diese Freizeitanlagen induzierten motorisiertem Individualverkehr ebenso deutlich vermindert.