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Sorgsamer umgehen mit Boden und Natur vor der Haustür

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Einfamilienhausgebiete für 1200 Leute in Ittling mit nötiger Flächenschonung unvereinbar

Es sollte sich längst herumgesprochen haben und in politischen sowie behördlichen Kreisen hinlänglich bekannt sein, dass wir, die Gesellschaft in Gänze, sorgsamer umgehen müssen mit unseren natürlichen Lebensgrundlagen. Zu denen gehören alle Ressourcen, somit auch die Flächenressourcen, der unvermehrbare Boden. Damit sind Ein- und Zweifamilienhausgebiete für 1200 Leute in Ittling mit nötiger Flächenschonung schlichtweg unvereinbar und unverantwortbar.


Im und mit dem Wissen, dass Bodenversiegelungen die Hochwassergefahr verschärfen, sind unnötige und unangemessene Bodenversiegelungen zu unterlassen, Dies gilt für die über 500 beschlossenen weiteren Parkplätze für Gäubodenvolksfest und Ostbayernschau, aber eben auch bezüglich der laufenden Neuausweisung von grossflächigen Einfamilienhausgebiete mit Mehrfach-Garagen und -Stellplätzen. Und mit üblicherweise viel zu oft eintönigen monotonen mit einem eigens pro Bauparzelle angeschafften übermotorisierten Maschinenpark „überpflegten“ Rasenflächen drumherum. Unter Einsatz von Pestiziden und synthetischem Dünger, was in Hausgärten tabu sein müsste. Fast überall also das Höchstmass an Energie- und sonstigem Ressourcenverbrauch. Das beste Konjunkturprogramm für noch mehr Baumärkte und Gartencenter, die massiv immer mehr an umweltbelastendem motorisierten Individualverkehr auf ihre wiederum überhandnehmende Unzahl von Parkplätzen locken.


Im Wissen, dass wir – und der privilegiertere Teil der Gesellschaft in höchstem Masse - weit über unsere Verhältnisse leben, weit über das hinaus, was uns anteilmässig zustehen würde, auch an Bau- und Wohnfläche, sind neue grossflächige Einfamilienhausgebiete weder angemessen noch weiter tragbar. Sie ziehen desweiteren gegenüber einer zeitgemässen verdichteten Bauweise mit mehrgeschossiger Bebauung einen weit überhöhten Energieverbrauch nach sich. Die politischen, behördlichen Entscheider sowie Planer sind gefordert, architektonisch ansprechende, angemessen-passend gestaltete verdichtete umweltverträgliche flächen- und ressourcenschonende Bebauungskonzepte zu entwickeln und umzusetzen. Stadt und Gemeinden stehen als diejenigen, die das Baulandangebot steuern, als wichtiger Treiber des Flächenressourcenverbrauchs in der besonderen Pflicht, nicht weiter auf nicht nachhaltige Nachfragemuster zu setzen und diese praktisch auch noch proaktiv durch Werben für ihre Einfamilienhaus-Baugebiete zu bedienen und zu pflegen. Sondern durch das Angebot nachhaltiger Wohn- und Siedlungsmodelle mit den Mitteln einer durchgängig vorbildlich ökologisch-nachhaltigen Bauleitplanung zu einer entsprechenden Nachfragesteuerung beizutragen.


Eine vielleicht nicht ganz angenehme, aber ehrliche und klare Ansage, die den meisten unserer Politiker leider (noch) nicht über die Lippen geht: Wir, der grosse Teil unserer Gesellschaft, die "Reichen" in den Industriegesellschaften, verursachen seit langem einen extrem übergrossen ökologischen Fußabdruck. Wir leben seit längerem über unsere Verhältnisse, was den Verbrauch an natürlichen Ressourcen anbelangt, seien es Boden oder Energie. Ein Modell, das unbestreitbar nicht auf jeden der 7,x, bald vielleicht 10 Milliarden Erdenbewohner übertragbar ist. Wir werden uns mit dem uns zustehenden Anteil zufriedengeben und die Ressourcen nicht nur global gesehen, sondern auch vor Ort sogar mit einer zunehmenden Zahl an Zuwanderern, wie politischen-, Kriegs-, Wirtschafts- Armuts- (=Verteilungsungerechtigkeits-) und Klimaflüchtlingen teilen müssen. Ein ziemlich geringes „Übel“ dürfte dabei eine angemessen verdichtete Wohnbebauung sein, die im Verhältnis zu vielen Teilen der Welt noch immer einen unvergleichlichen Luxus darstellt. Wir müssen uns bescheidener verhalten, damit allen zumindest ein gerechtes ihnen zustehendes Auskommen möglich wird. Global denken, lokal handeln – das Motto gilt immer noch, mehr denn je sogar angesichts der rasant fortschreitenden Zerstörung unserer natürlichen Lebensgrundlagen. Auch in Straubing und sogar in Straubing- Ittling. Auch in Sachen Bauland.