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Flächenverbrauch durch Fernstrassenausbau und ausufernde Baugebiete stoppen

Straubings Tiefbauamtsleiterin Cristina Pop benennt zu Recht die zunehmende Flächenversiegelung als erheblichen Faktor für die Verschärfung der Auswirkungen von Hochwasserereignissen. Flächenversiegelung, die trotz vieler stattgehabter Warnungen immer weiter betrieben auch wird in Form der Ausweisung von grossflächigen Industrie- oder Gewerbegebieten über einen reellen Bedarf hinaus. Ohne jegliche Auflagen zu einer flächensparenden Bauweise mit mehrgeschossiger Nutzung. Dass zur Flächenressourcenschonung verdichtete Baukonzepte erforderlich sind, dürfte auf der Hand liegen. Dass die Fortsetzung der laufenden Neuausweisung von Bauflächen für ausufernde grossflächige Einfamilienhausgebiete mit Doppel- und Mehrfach-Garagen und Stellplatzflächen für Zweit- und Drittautos dem nicht gerecht wird, müsste sich langsam herumgesprochen haben. Und immense Flächenversiegelung findet statt in Form erst lauthals geforderter und dann gefeierter und bejubelter Fernstrassenausbauten, seien es B 20 oder A 3 oder A 94 oder oder ... Die neben der Flächenversiegelung und dem Verlust an Biodiversität noch Verschärfung des Klimawandels im Gepäck, in ihrem „ökologischen Rucksack“ mitliefern. Der wiederum befeuert bekanntermassen Wetterextreme, damit Extremschadensereignisse und die nächsten Hochwasserkatastrophen. Ob künftig im Monats- oder Jahrestakt, wird sich weisen. Als zentrales Kennzeichen des Klimawandels in unserer Klimaregion ist seit langem vorhergesagt, dass die Wetterextreme zunehmen, sowohl die Sturmintensität als auch die Niederschlagsintensität und andererseits genauso längere Trockenheitsphasen.


Dies alles sehenden Auges so weiter zu betreiben oder auch nur laufen zu lassen, hat mit verantwortlicher Politik nichts mehr zu tun. Der höchst problematische Flächenverbrauch ist schleunigst stoppen. Für jede Flächenversiegelung muss ab sofort ein realer Ausgleich in Form einer Bodenentsiegelung in gleicher Grösse erfolgen. Es ist den Bächen und Flüssen mehr Platz zu geben, überall, wo es möglich ist. Und die Wasserrückhaltefähigkeit in der gesamten Landschaft muss durch die Renaturierung von Mooren und Fliessgewässern sowie durch eine bodenschonende Landbewirtschaftung verbessert werden. Die Bodenverdichtung ist zu reduzieren und der Humusgehalt in den oberen Bodenschichten wiederaufzubauen, somit als beste ökologische Praxis nach den Grundsätzen des ökologischen Landbaus zu verfahren. Was es daneben ohnehin wegen der hoch schadensträchtigen industriellen Intensivlandwirtschaft mit massivem Pestizid- und Industriedüngereinsatz sowie mit der damit einhergehenden Massentierhaltung unter gefährlichem Antibiotikaeinsatz braucht, die Verursacher nachhaltiger Schäden an Grund- wie Trinkwasser und an der menschlichen Gesundheit ist. Gewässerrandstreifen müssen verpflichtend werden, um den Eintrag von Schlamm in die Gewässer zu verringern.


Wesentlich konsequenter als bisher ist der Klimawandel zu bekämpfen. Dazu gehört eine deutliche Senkung des Ressourcen- und Energieverbrauchs inclusive Vermeidung von motorisiertem Individualverkehrs. Mit bestmöglich abgestimmten ökologisch nachhaltigen Mobilitätskonzepten mit der klaren Ausrichtung auf Vermeidung und Verringerung des extrem klimaschädlichen Flugverkehrs und des motorisierten Individualverkehrs sowie dessen weitest mögliche Verlagerung auf die umweltverträglichsten Verkehrsträger des Umweltverbundes, Fuss- Rad-, Bahnverkehr und ÖPNV. Diesem übergreifenden Ziel einer ökologisch nachhaltigen Energie- und Verkehrswende widersprechende oder zuwiderlaufende Planungen bzw. Planwerke sind aufzugeben bzw. grundlegend auf diese Zielrichtung auszurichten und ggf. entsprechend zu überarbeiten. Das gilt aktuell für den vom Polit-Mainstream hochgejubelten Bundesverkehrswegeplan, der umweltverträgliche Konzeptalternativen vermissen lässt und sogar ausdrücklich Alternativenprüfung als entbehrlich hinstellt. Es braucht ausgetüftelte Verkehrskonzepte mit Kombination und Bündelung der jeweils sozial- und umweltverträglichsten Alternativlösungen, auch wenn sie unbequemer zu realisieren sind und mehr Mut erfordern als Rufe nach weiterem Fernstrassenausbau. Den Mut, auch der eigenen Wähler-Klientel zu vermitteln, dass ein bescheiden-verantwortbares Konsumverhalten einschliesslich Mobilitäts-, Sport- und Freizeitverhalten angesagt ist. Dass es ohne gravierende Verhaltensänderungen nicht gehen wird. Es müssen vielmehr die Marktpreise eine gerechte Anlastung der sozialen und ökologischen Folgekosten des Energie- und natürlichen Ressourcenverbrauchs widerspiegeln, wo bei bisher fehlender Wahrung des Vorsorge- und Verursacherprinzips Fehlanzeige besteht. Ein übergreifend ökologisch-nachhaltiges Denken und Handeln muss die Harakiri- und Nach-mir-die-Sintflut-Politik ersetzen, die sich bisher u.a. im unverantwortlichen Geschrei nach weiterem Fernstrassen- und Autobahnausbau äussert.