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Sorgsamer umgehen mit Boden und Natur vor der Haustür

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Umfassendes Verständnis von ökologisch-sozialer Nachhaltigkeit als Entscheidungsgrundlage vonnöten

Es stimmt, wir müssen sehr sorgsam umgehen mit unseren natürlichen Lebensgrundlagen. Es bedarf einer sorgfältigen Abwägung, was denn ökologisch-sozialer Nachhaltigkeit wirklich entspricht. Sicher nicht tut dies die Intensivlandwirtschaft in weiten Bereichen des ausgeräumten Gäubodens, die durch ihren massiven Pestizid- und Industriedüngereinsatz Verursacher nachhaltiger Schäden an Grund- wie Trinkwasser ist. Doch jede unnötige Überbauung landwirtschaftlicher Nutzflächen, in welchen degradierten Zustand sie sich auch befinden, gilt es zu unterlassen, werden sie doch für eine Umstellung auf eine zukünftig umweltgerechtere Landbewirtschaftung benötigt. Genauso sicher tut dies nicht die Ausweisung von grossflächigen Industrie- oder Gewerbegebieten mit einem hohen Transportaufkommen insbesondere von Massengütern über weite Entfernungen in Landstrichen, Gemeinden bzw. Standorten ohne Gleisanschluss. Die müssen zur Vermeidung eines unnötig hohen umweltbelastenden LKW-Verkehrsaufkommens grundsätzlich an Standorte mit Gleisanschluss und nicht nach Oberschneiding, dessen ohnehin stark belastete überörtliche Verkehrsader B 20 eine Weg-Verlagerung von Verkehr nötig hat. Die Schaffung von Arbeitsplätzen über den Bedarf der örtlichen und umliegenden Einwohnerschaft hinaus mit weiterem motorisierten Individualverkehr infolge starker Pendlerströme, die nicht bereit bzw. manchmal in der Lage sind, den – fraglos im ganzen Landkreis bedeutend zu verdichtenden ÖPNV zu nutzen? Hochgradig kontraproduktiv, weil zusätzliche automobil abgewickelte Pendlerströme induzierend.


Was aber ist ökologisch-sozial nachhaltig(er), im Rahmen einer vernünftigen Gemeindeentwicklung legitim, was ist vertretbar? Das Idealbild, das ökologische, soziale und wirtschaftliche Erfordernisse und Interessen in Einklang brächte, würde wohl so ähnlich aussehen müssen: Ansiedlung von Betrieben mit einer der örtlichen und umliegenden Einwohnerschaft angemessenen Zahl von Arbeitsplätzen in, die in der Gegend nach den Kriterien ökologisch nachhaltigen erfolgenden Landbewirtschaftung, also nach den Standards des kontrolliert biologischen Öko-Landbaus angebaute Erzeugnisse weiterverarbeiten und vermarkten. Oder von Betrieben, deren Erzeugnisse Beiträge zur Weiterentwicklung einer dringend gebotenen ökologisch nachhaltigen Energie-, Agrar-, Rohstoff- und Verkehrs- Wirtschafts- und Konsumwende leisten können. Deren Rohstoffbasis und Absatzmärkte möglichst nahebei liegen und deren hauptsächliche Rohstoff- und Produktströme so umweltfreundlich und klimaschonend wie möglich abgewickelt werden. Mit Bündelung und Nutzung der nächsten Verladestelle des kombinierten Verkehrs für umfangreichere Stoffströme über weitere Distanzen. Keine Ansiedlung von Betrieben darf es geben, die mit überflüssigen bzw. der ökologisch nachhaltigen Energie-, Agrar-, Rohstoff- und Verkehrs- Wirtschafts- und Konsumwende widersprechenden Produkten Geschäfte machen und damit Mehrverkehr verursachen und somit das unhaltbare Verkehrs- und Konsumwachstum noch befeuern.


Es gibt also eindeutige Ein- und Ausschlusskriterien. Gewiss verbleibt zwischen den beiden Optionen Idealbild und No-Go eine Bandbreite vertretbarer Optionen, die zu überdehnen sich aber unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten verbietet. Je mehr eine Art der Flächennutzung von den ökologischen Erfordernissen abweicht, umso weniger ist sie zulässig und vertretbar. Legitim auch im Hinblick auf die Verteilungsgerechtigkeit ist nur noch das Handeln gemäss der besten ökologisch nachhaltigen Praxis in allen Bereichen, also auch bei der Bauleitplanung: Dazu gehört geringstmögliche Flächeninanspruchnahme sowohl durch verdichtete Bauweise mit mehrgeschossiger Bebauung als auch durch Minimierung der Versiegelung von Freiflächen für Parkplätze als zwingend einzuhaltende Standards, ja Selbstverständlichkeiten, ebenso wie die sparsame und effiziente Nutzung von Energie mittels Niedrigstenergiegebäuden und energieeffizientester Produktionsverfahren. Eine Abkehr von der laufenden Neuausweisung von Bauflächen für grossflächige Einfamilienhausgebiete mit Doppel- und Mehrfach-Garagen und Stellplatzflächen für Zweit- und Drittautos in der ÖPNV-Diaspora ist zur erforderlichen Flächenressourcenschonung übrigens ebenso dringend geboten, induziert sie doch zusätzliche Pendlerströme. Der BN pocht immer auf Einarbeitung der heute nötigen Standards ökologisch-sozialer Nachhaltigkeit bei der Bauleitplanung, die aber meist ohne ausreichende / begründete Abwägung unberücksichtigt blieben. Nach gemeindlichem Belieben abgewägt und weggewägt.