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BN-Kreisvorstand: Von massenhafter „Keulung“ von »Nutzgeflügel« bis zu multiresistenten Keimen viele Gründe gegen Massentierhaltungsanlagen - Dauereinsatz für gesunde giftfreie Nahrung

Artenschutz mit eigenen Aktionen und mit kommunalpolitischer Initiative für einen Grünen Ring für Straubing

In der Februarsitzung des BUND Naturschutz (BN) am Montag stellt Vorstandsmitglied Ernst Baumgartner den Stand zum Umbau einer Trafostation in ein Tierhotel in Form einer Projektarbeit mit dem Anton- Bruckner-Gymnasium dar. Kreisvorsitzender Andreas Molz wies auf die Kartierung von Neophyten und Bekämpfung des Eschenahorns in der Donau-Aue im Stadtgebiet Straubing vor, die 2017 beginnen soll. Man will zudem einen Grünen Ring für Straubing. Die immer wiederkehrende Diskussion über zu fällende geschützte Bäume in den Sitzungen von Umweltausschuss und Naturschutzbeirates hat den BN veranlasst, die schrittweise Realisierung eines Grünen Rings für Straubing der Stadt zu beantragen. Dieses Projekt sei im gültigen Flächennutzungs- / Landschaftsplan erwähnt und solle daher mit einem auf mindestens 20 Jahre angelegten Entwicklung-, Bewirtschaftungs-und Finanzierungskonzept umgesetzt werden. „Aus den Reihen von Bürgern wie auch von Stadträten wurde schon oft ein Mangel an Grünflächen im Stadtgebiet vorgebracht“, so Molz. Er erinnert an die Wohlfahrtsleistungen von Bäumen und Grünstrukturen im städtischen Umfeld: Erholungsoasen mit hoher Aufenthaltsqualität, wichtige Akteure in Sachen Wasserhaushalt, CO2-Speicher, Luftreinhaltung, Sauerstoff- und Schattenspender, Schutz vor Aufheizung und Überhitzung, was gerade im Hinblick auf den Klimawandel von überragender Bedeutung sei. Ein stadtgebietumfassendes Konzept für Schutz, Erhalt und Neuanlage von Grünflächen mit einem Grünen Ring außen herum erhöhe auch die Wohnqualität in den angrenzenden Wohnquartieren erheblich.

 

Wenn auch unter Fachleuten noch umstritten ist, wie sich das Virus H5N8 von Südostasien aus auf andere Kontinente verbreitete und wodurch es dabei gefährliche Mutationen gibt, stehe jedenfalls fest: Gelangen diese Viren in große Geflügelbestände und zirkulieren dort unerkannt, können sie sich bei der hohen Besatzdichte explosionsartig vermehren. Das Risiko, dass dabei gefährliche Mutationen und folglich neue Virus-Subtypen auftreten, steige erheblich. Die hohe Besatzdichte in Massentierhaltungsanlagen berge daher neben Einsatz von Antibiotika weitere Gefahren und verschärfe zusammen mit der die ohnehin schon kritische Bedrohungslage für die menschliche Gesundheit. Gerade in Massentierhaltungsanlagen mit auf Gewinnmaximierung um jeden Preis hin überzüchteten Tieren sei der Einsatz von Antibiotika, der im Krankheitsfalle dort allen Tieren verabreicht wird, ein ernstzunehmender Faktor bezüglich der steigenden Resistenzen. Jährlich sterben bis zu 25000 Menschen in Europa an multiresistenten Keimen. Dazu kämen die Schäden aus der Gülleausbringung von übergroßen Tierbeständen, die in krassem Missverhältnis zu der dazugehörigen Fläche stünden und auf Kosten des Grundwassers und des daraus gewonnenen Trinkwassers gehe. "Wenn man dann Tierschutzaspekte und die Gesundheitsschäden durch zuviel Fleischverzehr nicht völlig ausblendet, verlangt dies alles zusammen eine umgehende Abkehr von der Tier-“Produktion“ und Fleischfabrikation im agrarindustriellen Maßstab,“ resümierte 2. Kreisvorsitzender Johann Meindorfer. Es brauche Anreize, den Fleischkonsum ebenso herunterzufahren wie das gesamte Konsumniveau von Energie und Ressourcen, schon um die beschlossenen Klimaschutzvorgaben überhaupt noch erreichen zu können. Geradezu im Dauereinsatz für gesunde giftfreie Nahrung propagiert man derzeit die Europäische Bürgerinitiative (EBI) gegen Glyphosat unter www.aktion.bund.net/europäische-bürgerinitiative-gegen-glyphosat Druck auf die EU-Kommission. Glyphosat ist der Hauptwirkstoff im Monsanto-Produkt "Roundup". Das Gift wird auf fast 40 Prozent der deutschen Äcker eingesetzt und ist einer der Hauptverursacher des Artensterbens in unserer Agrarlandschaft. Politik und Behörden seien zum Schutz der Verbraucherinnen und Verbraucher aufgefordert. Diese müssten sich aber auch über ihr eigenes Einkaufsverhalten selbst vor den Gefahren von Pestiziden schützen und gezielt Bio-Produkte kaufen.

 

Auf einer gemeinsamen Tagung der BN-Landesarbeitskreise Verkehr und Energie/Klimaschutz am Samstag in München, von der Meindorfer berichtete, sei nach aktuellen Studien überdeutlich dargelegt worden, dass das Erreichen des 1,5-Grad-Ziels ohne massive Senkung, die Reduktion des Energieverbrauchs illusorisch sei. Man erkenne der Elektromobilität durchaus einen ansehnlichen Beitrag zur Effizienzsteigerung zu. Sie dürfe jedoch nicht zum Ökomäntelchen von Politik und Automobilindustrie werden. Denn Elektrifizierung führe nicht zur Lösung der vielen Verkehrsfolgenprobleme: Landschaftsverbrauch, Zerschneidung, Lärm und Unfällen. Priorität habe eine Verkehrswende mit Verkehrsvermeidung und Verkehrsverlagerung von Privatautos auf die umweltfreundlicheren Verkehrsträgern Füße, Fahrrad, Bus und Bahn. Sollten Überschüsse in der Ökostromerzeugung absehbar sein, seien für den nicht mit dem Umweltverbund abzudeckenden Verkehr als Ergänzung in der Feinerschliessung gerade ländlicher Räume Elektroautos sinnvoller als fossil betriebene Autos. Es müsse dabei eine sinnvolle Sektorkopplung von Wärme- und Stromnetzen und -speichern sowie Elektromobilität aufgebaut werden. „Ohne das Konsumniveau deutlich zu senken, sind die beschlossenen Klimaschutzvorgaben unerreichbare Papiertiger“, so die Prognose des BN. Und dabei müsse man die soziale und ökologische Krise zusammen begreifen und dagegen angehen, also für Verteilungsgerechtigkeit und Klimaschutz gleichermassen zu einer ökologisch-sozialen Marktwirtschaft umsteuern, betonte Meindorfer.