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BN legt Einwendungen gegen die Erweiterung des Hähnchenmaststalls in Straßkirchen auf 83500 Mastplätze ein

Einwendungen gegen die Erweiterung des Hähnchenmaststalls in Straßkirchen auf 83500 Mastplätze hat der BUND Naturschutz (BN) gegenüber dem Landratsamt Straubing-Bogen vorgebracht. Man wendet sich gegen jegliche Erweiterung derartiger Massenmastanlagen – aus Gründen des Tierwohls genauso wie aus Klimaschutzgründen, welche ohnehin viel weniger Fleischkonsum erforderten. Eine flächengebundene bäuerliche Tierhaltung sei auch zum Schutz von Grund- und Trinkwasser nötig. Man sieht die Verantwortungs- und Entscheidungsträger aller Ebenen in der Pflicht, für ein Höchstmass an Tierwohl in allen Nutztierbeständen Sorge zu tragen. Dies sei moralisch-ethische Mindest- und zugleich Grundvoraussetzung dafür, dass sich Menschen das Recht herausnehmen dürfen, Tiere zum Zweck der Fleisch-, Milch- und Eierproduktion zu benutzen.


Es sei ein klares Bekenntnis aller zum Tierwohl gefordert, der Politik der Behörden in der Genehmigungspraxis sowie der gesamten öffentlichen Hand in ihrer Beschaffungspraxis, auch als Vorbild für die Verbraucherschaft insgesamt.


Die Haltungsbedingungen müssten mindestens den Vorgaben der EU-Bio-Verordnung für eine durchgängig tiergerechtere Haltung von Nutzvieh vor als in der konventionellen Landwirtschaft entsprechen.


Es gehe nicht an, dass Nutztiere in der industriellen Massentierhaltung unter artwidrigen Umständen gehalten werden, um einen weit übertriebenen bis sogar gesundheitsschädlichen Fleischkonsum in weiten Teilen unserer Gesellschaft aufrechtzuerhalten. Dieser heize zusammen mit Futtermittelimporten aus weit entfernten Weltregionen wie von Soja, das häufig auf Flächen angebaut wird, für die vorher Regenwald gerodet wurde, und Fleischresteexporten aus Massentierhaltungsanlagen in ärmere Weltregionen, Klimawandel und Fluchtursachen mit an.


Gerade bei agrarindustriellen Grossbetrieben sei eine den Lebewesen Leiden zufügende Massentierhaltung an der Tagesordnung, ob in grossen Hähnchen- oder Schweinemastbetrieben oder auch der Legehennenhaltung. Jede Vegetarierin und jeder Vegetarier erspare nicht nur den Tieren entsprechendes Leiden, sondern auch der Umwelt durch seinen Fleischverzicht klimaschädliche Emissionen, die in der Nutztierhaltung und der Fleischproduktion entstehen und spare ebenso Energie in der Nahrungsmittelproduktion ein. Denn der direkte Verzehr von pflanzlichen Lebensmitteln vermeide energieintensive „Veredelungsprozesse“ etwa von Getreide in Fleisch, die gerade in der industriellen Massentierhaltung und Nahrungsmittelindustrie oft mit weiten Transportwegen von Futtermitteln oder auch Fleisch etwa aus Südamerika nach Deutschland verbunden sind.


„Die beantragte Masthähnchenhaltung „im konventionellen System“ ohne jeglichen Auslaufbereich widerspricht jeglichen Mindestanforderungen an eine auch nur ansatzweise artgerechte Tierhaltung und ist somit vollends abzulehnen“, führt 2. BN-Kreisvorsitzender Johann Meindorfer aus.


Die alternativ beantragte Masthähnchenhaltung im Haltungsverfahren "Privathof-Geflügel" erfülle die Anforderungen für ein Höchstmass an Tierwohl in allen Nutztierbeständen ebenfalls nicht; die Haltungsbedingungen für den Gesamttierbestand an diesem Standort, also der schon bestehenden Anlage und der nun beantragten Hähnchenmaststallerweiterung sowie des bestehenden Schweinemaststalls müssten insgesamt mindestens den Vorgaben der EU-Bio-Verordnung mit einer Besatzdichte von maximal 21 kg/ m² und nicht mehr als 10 Tiere/m² für eine durchgängig tiergerechtere Haltung von Nutzvieh vor als in der konventionellen Landwirtschaft entsprechen, so der BN.


Doch als Kompromisslinie bestünde seitens des BUND Einverständnis mit der weiteren Flächeninanspruchnahme für zusätzliche Gebäude, wenn für den Tierbestand in der vorhandenen Grössenordnung zusätzliche Gebäude errichtet würden, die mit einer Besatzdichte von maximal 24 kg/ m² das Platzangebot für jedes einzelne dort gehaltene Individuum nahe an den EU-Bio-Mindeststandard deutlich erhöhen und dabei zusätzlich ein Auslaufbereich geschaffen würde, um zumindest eine tendenzielle Verbesserung für den Tierbestand der vorhandenen Mastanlage zu erreichen.


Diskussionswürdig unter Tierschutzaspekten wäre mithin allenfalls eine Hähnchenmaststallerweiterung auf eine gegenüber der beantragten Tierzahl auf deutlich verminderte Tierzahl von maximal 40000 mit einer Besatzdichte von maximal 24 kg/ m², also zumindest nahe den Vorgaben der EU-Bio-Verordnung für die Hähnchenmast. Auch dies jedoch nur, wenn mit einem hochambitionierten tierärztlichen Betreuungs- und Versorgungskonzept nachweislich bzw. nachgewiesenermassen für jedes einzelne dort gehalten Individuum ein Höchstmass an Tierwohl sichergestellt, das auch die Praxis beim „Ausstallen“ sowie die Tiertransporte zu den und die Vorgehensweisen in den Schlachtbetrieben umfassen müsste.


Dies alles jedoch nur, wenn es mit allen immissionsschutzfachlichen und -rechtlichen sowie ökologischen Erfordernissen bezüglich des Schutzes des Naturhaushaltes vereinbar wäre. Dabei dürfe es nachweislich bzw. nachgewiesenermassen zu keiner Verschlechterung des Zustandes des Grundwassers auch im Sinne der EU-Wasserrahmenrichtlinie kommen.


Die Erweiterung einer Geflügel-Intensivhaltung würde eine weitere Konzentration der tierungerechten Haltung von Geflügel mit den aus diversen Dokumentationen bekannten unhaltbaren Zuständen bedeuten. Eine wesensgemässe Haltung, Versorgung und (auch tierärztliche) Betreuung der enormen Zahl an Individuen kann in Geflügel-Massentierhaltungsbeständen erfahrungsgemäss nicht stattfinden. Praktiken beim „Ausstallen“ durch aufgrund der zu bewältigenden Vielzahl oft brutales Hineinstopfen der Lebewesen und Mitgeschöpfe in Transportkäfige und Transporte des später aus den Legehennen werdenden Schlachtgeflügels zu den Schlachtbetrieben, bei denen ebenfalls eine extreme Konzentration stattgefunden hat, sind unethisch. Die Tiertransporte und die Vorgehensweisen in den Schlachtbetrieben führen zu einer hohen Stressbelastung der Schlachttiere. Der BN fordert daher die Dokumentation der tierärztlichen Betreuung und Versorgung mit konkreter Beschreibung der durchgeführten Massnahmen für die schon bestehende sowie die zusätzlich geplante Mastanlage.


Die praktizierte konventionelle Geflügel-Intensivhaltung widerspricht zudem dem zu fordernden Leitbild einer tier-, klima-, umwelt- und tiergerechten Wirtschaftsweise, speziell in der landwirtschaftlichen Produktion.


„Die Schweiger Agrar GbR sollte statt einer nochmaligen Ausweitung des Massentierhaltungsbestandes vielmehr dazu übergehen bzw. angehalten werden, die im Industrie-Branchen-Jargon so bezeichnete „Produktion“, also den Tierbestand der bestehenden Anlage einen Standard zumindest nahe den Vorgaben der EU-Bio-Verordnung für die Hähnchenmast umzustellen“, so die BUND-Stellungnahme.


Der BUND Naturschutz wendet sich gegen jegliche Erweiterung derartiger konventioneller Massenmastanlagen – aus Gründen des Tierwohls genauso wie aus Klimaschutzgründen, welche ohnehin viel weniger Fleischkonsum erforderten. Eine flächengebundene bäuerliche Tierhaltung ist auch zum Schutz von Grund- und Trinkwasser nötig.


Es ist für ein Höchstmass an Tierwohl in allen Nutztierbeständen Sorge zu tragen. Dies ist moralisch-ethische Mindest- und zugleich Grundvoraussetzung dafür, dass sich Menschen das Recht herausnehmen dürfen, Tiere zum Zweck der Fleisch-, Milch- und Eierproduktion zu benutzen. Die Haltungsbedingungen müssen mindestens den Vorgaben der EU-Bio-Verordnung für eine durchgängig tiergerechtere Haltung von Nutzvieh vor als in der konventionellen Landwirtschaft entsprechen, damit Fleischproduktion und -konsum als vertretbar angesehen werden.


„Die Schäden aus Agrar- und Tierindustrie schlagen längst auf die menschliche Gesundheit durch mit grossflächiger Grundwasserschädigung und lebensbedrohlichen Antibiotikaresistenzen“, so 2. BN-Kreisvorsitzender Johann Meindorfer abrundend.