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BN ruft zu Einwendungen gegen Erweiterung des Hähnchenmaststalls in Straßkirchen auf 83500 Mastplätze auf

Übertriebener Fleischkonsum heizt zusammen mit Futtermittelimporten aus entfernten Regionen Klimawandel an

 

Die Schweiger Agrar GbR hat beim Landratsamt Straubing-Bogen die wesentliche Änderung der bestehenden Masthähnchenanlage mit einer genehmigten maximalen Tierzahl von 39.500 in der konventionellen bzw. 27.500 Tierplätzen in der Haltungsform „Privathof-Geflügel“ durch die Errichtung eines weiteren Masthähnchenstalls und Betrieb der Anlage mit maximal 83.500 Mastgeflügelplätze in der konventionellen bzw. 60.500 Tierplätze in der Haltungsform „Privathof-Geflügel“ in Straßkirchen beantragt. Alle Unterlagen dazu sind zu finden unter dem Link

 

http://www.straubing-bogen.de/buergerservice/aktuelles-pressemitteilungen/immissionsschutz-gesetz/. Einwendungen gegen das Vorhaben können bis einschließlich Donnerstag 16.November beim Landratsamt Straubing-Bogen, Leutnerstr.15, Zimmer 231, schriftlich vorgebracht werden. Auf Wunsch der Einwender können deren Name und Anschrift gegenüber dem Antragsteller unkenntlich gemacht werden.

 

Der BUND Naturschutz (BN) wendet sich gegen jegliche Erweiterung derartiger Massenmastanlagen – aus Gründen des Tierwohls genauso wie aus Klimaschutzgründen, welche ohnehin viel weniger Fleischkonsum erforderten. Eine flächengebundene bäuerliche Tierhaltung sei auch zum Schutz von Grund- und Trinkwasser nötig. Man sieht die Verantwortungs- und Entscheidungsträger aller Ebenen in der Pflicht, für ein Höchstmass an Tierwohl in allen Nutztierbeständen Sorge zu tragen. Dies sei moralisch-ethische Mindest- und zugleich Grundvoraussetzung dafür, dass sich Menschen das Recht herausnehmen dürfen, Tiere zum Zweck der Fleisch-, Milch- und Eierproduktion zu benutzen.

 

Die Haltungsbedingungen müssten mindestens den Vorgaben der EU-Bio-Verordnung für eine durchgängig tiergerechtere Haltung von Nutzvieh vor als in der konventionellen Landwirtschaft entsprechen.

 

Es gehe nicht an, dass Nutztiere in der industriellen Massentierhaltung unter artwidrigen Umständen gehalten werden, um einen weit übertriebenen bis sogar gesundheitsschädlichen Fleischkonsum in weiten Teilen unserer Gesellschaft aufrechtzuerhalten. Dieser heize zusammen mit Futtermittelimporten aus weit entfernten Weltregionen wie von Soja, das häufig auf Flächen angebaut wird, für die vorher Regenwald gerodet wurde, und Fleischresteexporten aus Massentierhaltungsanlagen in ärmere Weltregionen, Klimawandel und Fluchtursachen mit an.

 

Gerade bei agrarindustriellen Grossbetrieben sei eine den Lebewesen Leiden zufügende Massentierhaltung an der Tagesordnung, ob in grossen Hähnchen- oder Schweinemastbetrieben oder auch der Legehennenhaltung. Jede Vegetarierin und jeder Vegetarier erspare nicht nur den Tieren entsprechendes Leiden, sondern auch der Umwelt durch seinen Fleischverzicht klimaschädliche Emissionen, die in der Nutztierhaltung und der Fleischproduktion entstehen und spare ebenso Energie in der Nahrungsmittelproduktion ein. Denn der direkte Verzehr von pflanzlichen Lebensmitteln vermeide energieintensive „Veredelungsprozesse“ etwa von Getreide in Fleisch, die gerade in der industriellen Massentierhaltung und Nahrungsmittelindustrie oft mit weiten Transportwegen von Futtermitteln oder auch Fleisch etwa aus Südamerika nach Deutschland verbunden sind.

 

„Die Schäden aus Agrar- und Tierindustrie schlagen längst auf die menschliche Gesundheit durch mit grossflächiger Grundwasserschädigung und lebensbedrohlichen Antibiotikaresistenzen“, so 2. BN-Kreisvorsitzender Johann Meindorfer. Dem nicht entgegenzuwirken und entschieden entgegenzutreten, sondern sogar Erweiterungen und Neubauten von Massenmastanlagen durchzuwinken oder auch „nur“ zu ermöglichen, stelle ein unverzeihliches Versäumnis und Politikversagen dar. Auch von denen, die sich in Kreistagen, Stadt- oder Gemeinderäten bis hinauf zu den Ministerien der gebotenen Vorbildfunktion der öffentlichen Hand zur gezielten Steigerung der Nachfrage nach Erzeugnissen des Öko-Landbaus zur Förderung des ökologischen Landbaus als gesundheits- und umweltverträglichster Form der Landwirtschaft entziehen und verweigern. „Antibiotika-, gentechnik- und giftfreie Lebensmittel und Getränke sind nämlich für alle Einrichtungen mit Gemeinschaftsverpflegung wie Kindertageseinrichtungen, Schulen, Kliniken, Gesundheits- und Sozialeinrichtungen und Kantinen dringendst nötig und geboten“, so der BN-Vertreter.