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BN: soziale und ökologische Krise zusammen begreifen und dagegen angehen: Bericht vom SERI -Suffizienz-Workshop bei BN-Kreisvorstandsitzung - Naturschützer gehen dem Eschenahorn an die Rinde – Grüner Ring soll Eingrünungs-Maßnahmen bringen

Kreisvorsitzender Andreas Molz stellte bei der Kreisvorstandsitzung des BUND Naturschutz (BN) am Montag die Bekämpfungsaktion gegen den eingewanderten Eschenahorn vor. Ohne das Entrinden würden zunehmend ökologisch wertvolle heimische Weiden verdrängt, auf die viele Tierarten angewiesen sind.

Die wohl erste Umweltinitiative des Jahres 2017 hatte der BN zum Jahreswechsel in den kommunalpolitischen Orbit geschossen: einen Grünen Ring für Straubing. Die immer wiederkehrende Diskussion über zu fällende geschützte Bäume in den Sitzungen von Umweltausschuss und Naturschutzbeirat hat den BN veranlasst, die schrittweise Realisierung eines Grünen Rings für Straubing bei der Stadt zu beantragen. Dieses Projekt sei im gültigen Flächennutzungs- / Landschaftsplan erwähnt und solle daher mit einem auf mindestens 20 Jahre angelegten Entwicklung-, Bewirtschaftungs-und Finanzierungskonzept umgesetzt werden. „Aus den Reihen von Bürgern wie auch von Stadträten wurde schon oft ein Mangel an Grünflächen im Stadtgebiet vorgebracht“, so BN-Kreisvorsitzender Andreas Molz. Er erinnert an die Wohlfahrtsleistungen von Bäumen und Grünstrukturen im städtischen Umfeld: Erholungsoasen mit hoher Aufenthaltsqualität, wichtige Akteure in Sachen Wasserhaushalt, CO2-Speicher, Luftreinhaltung, Sauerstoff- und Schattenspender, die vor Aufheizung und Überhitzung schützen, was gerade im Hinblick auf den Klimawandel von überragender Bedeutung sei. Ein das ganze Stadtgebiet umfassendes Konzept für Schutz, Erhalt und Neuanlage von Grünflächen mit einem Grünen Ring außen herum erhöhe auch die Wohnqualität erheblich. Es könne vor Abwanderung in die vermeintliche Idylle neuer Wohngebiete in den Umlandgemeinden bewahren, wo sich die Neubürger nach kurzer Zeit oft mit Immissionen aus der Intensivlandwirtschaft oder vorher nicht erwarteten Bebauungsvorhaben konfrontiert sehen, ergänzte 2. BN-Kreisvorsitzender Johann Meindorfer. Zunächst sollten Flächen, die als mögliche Bestandteile des Grünen Ringes geeignet wären, ermittelt, beschrieben, bewertet und auf die Möglichkeit ihres Erwerbs hin überprüft werden, soweit sie sich nicht ohnehin schon in Eigentum oder Besitz der Stadt befinden. Integriert werden sollen dann angrenzende unbebaute Flächen, die man planerisch vor Bebauung sichern und wo möglich erwerben oder pachten solle. Das kürzlich vom Umweltausschuss beschlossene Umsetzungskonzept müsse weitaus mehr bringen, als die gängige Praxis. Bei dieser kommen neue Grünflächen, die den Erfordernissen der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt, der Bayerischen Biodiversitätsstrategie, des Landesentwicklungsprogramms (LEP), des Regionalplanes sowie des rechtsgültigen Landschaftsplanes entsprechen würden gar nicht zur Umsetzung. Einzige Ausnahme hierfür seien zwingende Ausgleichsmaßnahmen für Eingriffe, also bei Überbauung von Flächen. Und dies sei unhaltbar.


Vom SERI (Sustainable Europe Research Institute) -Suffizienz-Workshop Anfang Juni in Frankfurt berichtete Meindorfer. Dort vertraten Wissenschaftler und Verbandsvertreter unterschiedlicher Fachrichtungen von der Volks- über die Betriebswirtschaftslehre bis zum Experten für sozial ökologische Politik vom ifeu-Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg übereinstimmend die Erkenntnis, dass die ökologische Krise nicht allein mit höherer technischer Effizienz zu lösen ist. Es brauche dazu Bemühungen für mehr Suffizienz. Das bedeute letztendlich ein gutes Leben führen, auskömmlich zufrieden ökologisch- und sozialverträglich leben zu können, so dass die Ausstattung der Erde mit Naturgütern Rohstoffreserven bzw. natürlichen Ressourcen) für alle reiche. In finanzieller Hinsicht seien die Grenzen bei jener Minderheit überschritten, die unverhältnismäßig viel Einkommen und Vermögen hätte. Meindorfers Beitrag, die 1 bis 2 Prozent Reichsten müssen über stärkere Abschöpfung von extrem hohen Einkommen bzw. Vermögen von „Grösstverdienern“ etwas mehr abgeben als bisher, hatte SERI-Vizevorsitzender Dr. Joachim Spangenberg mit einer Maßgabe beigepflichtet: Das sei aber genauso gegenläufig von unten her zu denken. Der Teil der Bevölkerung mit unterdurchschnittlicher finanzieller Basis sei von jeglicher Abschöpfung freizustellen, wofür sogar eine „negative Einkommensteuer“ denkbar sei. Nach seinem Selbstverständnis als der führende Nachhaltigkeitsverband will der BUND auf allen Ebenen den Zusammenhang von sozialer und ökologischer Krise verstärkt darstellen. Man ist überzeugt davon, dass man für Verteilungsgerechtigkeit und Klimaschutz gleichermaßen zu einer ökologisch-sozialen Marktwirtschaft umsteuern muss.