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BN: Tropenwald- und Klimaschutz erfordern weniger Fleischkonsum und umfassenden Umstieg auf Recyclingpapier aus 100% Altpapier

Vom Auto zu umweltfreundlicheren Verkehrsträgern Füsse, Fahrrad, Bus und Bahn wechseln, wo immer möglich - Produkte mit Palmöl meiden - Palmölplantagen schädigen Mensch, Tier und Umwelt - Keine neuen Flüchtlingsströme durch das Vertreiben einheimischer Klein­bauern auslösen.

 

 

Die verbliebenen Tropenwälder schrumpfen mit jeder Stunde durch großflächige Brände für Holz- und Palmölgewinnung, warnt der BUND Naturschutz Das jahrzehntelange Zerstören von Wäldern und Trockenlegen von Torfmooren durch die Plantagenindustrie sei ein menschengemachtes Problem und habe etwa weite Teile Indonesiens in eine „gigantische Streichholzschachtel verwandelt.

 

Der BUND rät, Produkte mit Palmöl zu meiden. Die Nachfrage nach Palmöl steige seit Jahren. Mit einem Anteil von einem Drittel am globalen Gesamtverbrauch ist es das weltweit am häufigsten verwendete Pflanzenöl. Inzwischen ist Palmöl in beinahe jedem zweiten Alltagsprodukt enthalten. Man kann es in Margarine, Schoko­lade, Keksen, Saucen, Fertiggerichten, Waschmitteln, Cremes oder Lippenstift finden. Allerdings gehe die derzeitige Produktion des Öls in großem Stil auf Kosten von Natur und Umwelt. Für den Plantagenanbau werden vor allem in Indonesien und Malaysia große Flächen Regenwald gerodet. Doch der Boom hat inzwischen auch das tropische Afrika und Südamerika erreicht. Die Ausweitung der Palmölplantagen nehme mittlerweile dramatische Ausmaße an. Bedrohte Tierarten wie Tiger, Gorillas, Waldelefanten, Graupapageien oder Orang-Utans verlieren dadurch ihren Lebensraum. Die indonesische Regierung will bis 2026 die Anbaufläche für Palmöl auf 26 Millionen Hektar ausweiten – eine Fläche, die mehr als sechs Mal so groß ist wie die Schweiz. Oftmals werden für die Anlage der Mega-Plantagen durch Konzerne die einheimischen Klein­bauern vertrieben. Da seien künftige neue Flüchtlingsströme schon abzusehen, warnt der BUND. Man müsse schon für die jetzigen Flüchtlingsströme in nicht unbedeutsamem Mass und Umfang nationale und internationale Konzerne, ihre Konzernlenker und Stakeholder/ Profiteure als Mitverursacher sehen, die ihre extrem hohen Einkommen, Reichtümer und Vermögen zu signifikanten Anteilen aus der Ausbeutung und auf Kosten der Bevölkerung wie auch der Biodiversitäts- und Ressourcenausstattung von Ländern der Kontinente Afrika, Asien, Mittel- und Südamerikas generiert haben bzw. immer noch generieren. Die „Entwicklungspolitik“ nach Machart der USA mit Hilfe solcher Konzerne wie Ford, Mc Donalds, Monsanto, Coca Cola oder Nestle die vor allem der Gewinnentwicklung“ der „Hilfsgeber“ geschuldet ist, befördere dies noch zusätzlich. Zudem fallen bei der Palmölproduktion Abwässer mit einem grossen Anteil an organischen Stoffen an. Bei deren Verrottung entstehen riesige Mengen des klimaschädlichen Treibhausgases Methan. Die Ölpalme braucht außerdem viel Wasser, wodurch die Böden ausgetrocknet werden. Pestizide und Kunstdünger vergiften das Grundwasser und die Flüsse.


Tropenwald- und Klimaschutz erfordern laut BUND aber auch insgesamt weniger Fleischkonsum und Umstieg vom Auto zu umweltfreundlicheren Verkehrsträgern Füsse, Fahrrad, Bus und Bahn wechseln, wo immer möglich, weil Rodungen auch zur Stillung des übersteigerten Energie- und Fleischhungers hierzulande erfolgen, auch zur Futtermittel- und Agrospritproduktion. Ebenfalls im Interesse des Klimaschutzes sollte man deshalb umfassend möglichst regional erzeugte und fair gehandelte BIO-Produkte kaufen, und gleichzeitig auch der menschlichen Gesundheit etwas Gutes tun. Lebensmittel aus kontrolliert biologischer Landwirtschaft, saisonal passend regional erzeugt und fair gehandelt –dies sei optimal. Ebenso wichtig sei ein umfassender Umstieg auf Recyclingpapier aus 100% Altpapier, damit kein Tropenholz mehr in Kopier- und sonstigen Papieren landet und auch nicht der Regenwald als Toilettenpapier durch die Klospülung rauscht. So sollten auch gerade Schulen in ihrer Verwaltung und Grossanwender wie Banken, Versicherungen, Energieversorger, Behörden umfassen Recyclingpapiere verwenden.


Und in Erfüllung ihrer Vorbildfunktion seien zuvorderst der Staat und die gesamte öffentliche Hand von der Bundeswehr über die Staatlichen Bauämter bis zu Landkreisen, Städten und Kommunen zu einem umweltfreundlichen und fairen Beschaffungswesen gefordert. Bis zur einzelnen Gemeindekanzlei, Kirchengemeinde und Pfarrei. Die umfassende Verwendung von Recyclingpapier aus 100 Prozent Altpapier sei dabei zentrales Element und Erfordernis.


Dass durch die Rodungen ursprünglicher Regenwälder für Ölpalm- und Akazienplantagen oder Futtermittel- und Agrospritproduktion auch der Lebensraum für bedrohte Tierarten wie Orang-Utan und Sumatra-Tiger unwiederbringlich zerstört wird, sei einem völlig unstatthaften Konsum- und Verkehrsverhalten unserer Gesellschaft geschuldet und von dieser verschuldet. Doch auch für die dortige Bevölkerung haben die Brände und vor allem die dadurch verursachte Luftverschmutzung katastrophale Konsequenzen: Schätzungen zufolge sterben in Südostasien über 110.000 Menschen jährlich an den Folgen der Waldbrände. Auch das Klima leidet: In Torfböden ist der über Jahrtausende angereicherte Kohlenstoff gespeichert. Durch die Brände werden diese enormen Mengen mit einem Mal als klimaschädliches CO2 freigesetzt. Dadurch gehört etwa Indonesien mittlerweile zu den Ländern mit den höchsten CO2-Emissionen weltweit. Die verbliebenen Regenwälder müssten endlich geschützt und dafür das hiesige Konsumverhalten mit einer ökologisch nachhaltigen Energie-, Agrar-, Rohstoff- und Verkehrs- Wirtschafts- und Konsumwende drastisch verändert werden.


Dies alles zusammengefasst bedeutet, dass es ein intelligentes ökologisch-soziales Steuersystem brauche. Mit höherer Besteuerung von Ressourcenverbrauch sowie deutlich höherer steuerlicher Abschöpfung von extrem hohen Einkommen von „Grösstverdienern“, deren Einkommen in keinerlei vernünftiger Relation zu den von ihnen erbrachten oder auch nur erbringbaren Leistungen steht und in krassem Missverhältnis zu demjenigen von qualifiziert arbeitenden „Normal- oder auch „Gutverdienern“ steht. Es gelte, Sicherheitsniveau und Sozialsysteme und den Sozialstaat als solchen zu erhalten und zu verbessern ohne Mehrbelastungen für Durchschnittsverdiener. Wenn also und aus welchen nachvollziehbaren Gründen auch immer Staatshaushalt und Sozialsysteme einer höheren Mittelausstattung bedürfen, müsse die Frage der Herkunft zusätzlicher Finanzmittel mit einer höheren Abschöpfung der Bezieher der höchsten Einkommen und der Vermögendsten, Reichsten und Superreichen beantwortet werden. Aus Gründen der gebotenen einigermassen gerechten Verhältnismässigkeit der Einkommens- und Vermögensverteilung sowieso und ganz generell. Im Gegenzug müsse mit einer deutlichen Anhebung des Spitzensteuersatzes eine Entlastung der niedrigeren und mittleren Einkommen einhergehen. Damit und mit adäquaten Mindestlöhnen, viel höherem steuerlichen Grundfreibetrag zur Entlastung der niedrigeren und mittleren Einkommen und entsprechender Anpassung der Sozialleistungen ist zu erreichen, dass jedeR bei regulärer Arbeit in einem gesundheitlich und sozial vertretbaren zeitlichen Umfang ohne Notwendigkeit zusätzlicher Sozialleistungen mit seinem erzielten Arbeitsentgelt einen guten Lebensstandard erreichen kann - und für die nicht Arbeitsfähigen dies durch die Sozialleistungen gesichert ist.


Ein Infopaket zum Schutz von Regenwald und Klima gibt es beim BN, Albrechtsgasse 3, 94315 Straubing, Tel. 09421/2512, Fax 09421/963910, straubing@bund-naturschutz.de für 5 € als Schein oder Briefmarken oder Vorabüberweisung von auf das Konto auf das Konto des BN, Sparkasse Niederbayern-Mitte, BLZ 74250000; IBAN DE03 7425 0000 0000 461251, SWIFT-BIC BYLADEM1SRG mit vollständiger Absenderangabe und Kennwort „IP Klima“.