Durchsuchen Sie unser Wissen

Zur Startseite

BN nimmt Stellung ...

  • Übersicht
  • Donauausbau
  • Hochwasser
  • Rettenbach
  • Windenergie SR-BOG

Sorgsamer umgehen mit Boden und Natur vor der Haustür

Aktuelle Pressemitteilungen

Pressemitteilungen 2019

Pressemitteilungen 2018

Pressemitteilungen 2017

Pressemitteilungen 2016

Pressemitteilungen 2015

Pressemitteilungen 2014

BUND Naturschutz fordert klares Bekenntnis aller zum Tierwohl - Haltungsbedingungen mindestens nach den Vorgaben der EU-Bio-Verordnung für eine durchgängig tiergerechtere Haltung von Nutzvieh

Umfassende Umstellung auf gesunde qualitätsvolle tierqual-, antibiotika- gift- gentechnikfreie Lebensmittel/Getränke aus kontrolliert biologischer Erzeugung bei der gesamten öffentlichen Hand - Im Amphibienschutz werden weitere Helfer für 2018 gesucht.

 

Nach dem Ableben des hoch engagierten und sehr geschätzten Amphibienschützers Toni Baumgartner werden die Amphibienschutzprojekte der Kreisgruppe Straubing-Bogen des BUND Naturschutz (BN) zukünftig von der BN-Geschäftsstelle aus koordiniert und betreut. Zur Unterstützung der bewährten langjährigen Aktiven werden noch Helfer gesucht, die sich unter 09421/2512 oder Mail straubing@bund-naturschutz.de bei Karin Meindorfer melden können.


Eindeutig pro Tierwohl positionierte sich der BN bei seiner Kreisvorstandsitzung am Montag gegen die Erweiterung des Hähnchenmaststalls in Straßkirchen auf 83500 Mastplätze. Man wendet sich gegen jegliche Erweiterung derartiger Massenmastanlagen – aus Gründen des Tierwohls genauso wie aus Klimaschutzgründen, welche ohnehin viel weniger Fleischkonsum erforderten. Eine flächengebundene bäuerliche Tierhaltung sei auch zum Schutz von Grund- und Trinkwasser nötig. Man sieht die Verantwortungs- und Entscheidungsträger aller Ebenen in der Pflicht, für ein Höchstmass an Tierwohl in allen Nutztierbeständen Sorge zu tragen. Dies sei moralisch-ethische Mindest- und zugleich Grundvoraussetzung dafür, dass sich Menschen das Recht herausnehmen dürfen, Tiere zum Zweck der Fleisch-, Milch- und Eierproduktion zu benutzen.


Es sei ein klares Bekenntnis aller zum Tierwohl gefordert, der Politik der Behörden in der Genehmigungspraxis sowie der gesamten öffentlichen Hand in ihrer Beschaffungspraxis, auch als Vorbild für die Verbraucherschaft insgesamt. Gerade bei agrarindustriellen Grossbetrieben sei eine den Lebewesen Leiden zufügende Massentierhaltung an der Tagesordnung, ob in grossen Hähnchen- oder Schweinemastbetrieben oder auch der Legehennenhaltung. Jede Vegetarierin und jeder Vegetarier erspare nicht nur den Tieren entsprechendes Leiden, sondern auch der Umwelt durch seinen Fleischverzicht klimaschädliche Emissionen, die in der Nutztierhaltung und der Fleischproduktion entstehen und spare ebenso Energie in der Nahrungsmittelproduktion ein. Denn der direkte Verzehr von pflanzlichen Lebensmitteln vermeide energieintensive „Veredelungsprozesse“ etwa von Getreide in Fleisch, die gerade in der industriellen Massentierhaltung und Nahrungsmittelindustrie oft mit weiten Transportwegen von Futtermitteln oder auch Fleisch etwa aus Südamerika nach Deutschland verbunden sind.


„Die beantragte Masthähnchenhaltung „im konventionellen System“ ohne jeglichen Auslaufbereich widerspricht jeglichen Mindestanforderungen an eine auch nur ansatzweise artgerechte Tierhaltung und ist somit vollends abzulehnen“, führte 2. BN-Kreisvorsitzender Johann Meindorfer aus. Die alternativ beantragte Masthähnchenhaltung im Haltungsverfahren "Privathof-Geflügel" erfülle die Anforderungen für ein Höchstmass an Tierwohl in allen Nutztierbeständen ebenfalls nicht; die Haltungsbedingungen für den Gesamttierbestand an diesem Standort, also der schon bestehenden Anlage und der nun beantragten Hähnchenmaststallerweiterung sowie des bestehenden Schweinemaststalls müssten insgesamt mindestens den Vorgaben der EU-Bio-Verordnung mit einer Besatzdichte von maximal 21 kg/ m² und nicht mehr als 10 Tiere/m² für eine durchgängig tiergerechtere Haltung von Nutzvieh vor als in der konventionellen Landwirtschaft entsprechen, so der BN.


Doch als Kompromisslinie bestünde seitens des BUND Einverständnis mit der weiteren Flächeninanspruchnahme für zusätzliche Gebäude, wenn für den Tierbestand in der vorhandenen Grössenordnung zusätzliche Gebäude errichtet würden, die mit einer Besatzdichte von maximal 24 kg/ m² das Platzangebot für jedes einzelne dort gehaltene Individuum nahe an den EU-Bio-Mindeststandard deutlich erhöhen und dabei zusätzlich ein Auslaufbereich geschaffen würde, um zumindest eine tendenzielle Verbesserung für den Tierbestand der vorhandenen Mastanlage zu erreichen.


Die gesamte öffentliche Hand sei im Hinblick auf den auf den Schutz von Grundwasser- und Trinkwasser sowie der menschlichen Gesundheit zur die umfassende Umstellung auf gesunde qualitätsvolle tierqual-, antibiotika- gift- und gentechnikfreie Lebensmittel/Getränke aus kontrolliert biologischer Erzeugung gefordert. Auch von Stadt, und Straubinger Ausstellungs- und Veranstaltungs- GmbH (SAUV) erwartet der BN auch im Hinblick auf die vielen vorhandenen Mastanlagen sowie der beantragten Hähnchenmaststallerweiterung in Strasskirchen die stetige Steigerung des Bio-Sortiments bei Lebensmitteln und Getränken in ambitionierten Schritten. Den fortschreitenden Fehlentwicklungen und Missständen in der agrarindustriellen Intensivlandwirtschaft inclusive tierquälerischer Massentierhaltung müsse gerade bei besucherstarken Veranstaltungen wie Gäubodenvolksfest und Ostbayernschau mit mengenmässig hohem Absatz mit einem umfassenden Angebot von Lebensmitteln und Getränke in Bio & Fair-Qualität gegengesteuert werden. Produkte tierischen Ursprungs, also vor allem Fleischwaren, milch- und eihaltige Produkte aus tierquälerischer Massentierhaltung sollen parallel zu den Steigerungsraten des Bio-Sortiments Zug um Zug vom Angebot ausgeschlossen werden. Diese Forderung unterlegt Meindorfer mit den vielen vorhandenen Mastanlagen sowie der gerade aktuell beantragten Hähnchenmaststallerweiterung in Strasskirchen auf 83500 „Nutztiere“, von denen über Betriebe wie die „Wiesenhof“-Geflügelgrossschlächterei in Bogen Tausende in den Straubinger Bierzelten landen werden. Dazu komme, dass wege der agrarindustriellen Intensivlandwirtschaft im Umfeld Straubings mit immer wieder neuen Tiefbrunnen bisher unberührtes Tiefenwasser angezapft werde, weil ohne Beimischung von bisher zumindest noch teilweise unberührtem Tiefenwasser keine hinreichende Trinkwasserqualität mehr sichergestellt werden kann.