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Noch ein Baugebiet im Überschwemmungsbereich

Ich kann dem Leserbrief von Werner Schäfer vom 9.3.17 zum Baugebiet „Am Pilgerweg“ nur beipflichten, wenn er den Verlust von stadtnahem Grün beklagt. Meine Hauptaufgabe im Naturschutzbeirat der Stadt war bisher, das Entfernen alter Bäume in der Stadt abzunicken oder dagegen zu stimmen, auch wenn es nichts gebracht hat.


Mein erster Gedanke war allerdings weniger der Verlust von Freiflächen, sondern dass die Stadt Straubing wieder in den Überschwemmungsbereich baut. Erst 2013 musste die Gstütt-Insel geräumt werden, weil der Deich zu brechen drohte. Durch den Einbau der Spundwände wurde nicht nur am Gstütt die Standsicherheit der Deiche deutlich erhöht. Ein Brechen der Deiche ist nicht mehr zu befürchten.

Die Hochwasserdämme wurden allerdings vor über 20 Jahren rechnerisch auf die Höhe des 100jährigen Hochwassers mit 1 m Sicherheitszuschlag ausgebaut. Was diese Berechnung wert ist, zeigte sich 2002, als einen Tag vor der Eröffnung des Gäubodenfestes das Wasser fast die Deichkrone erreichte, obwohl nur ein ca. 30-40jährigen Hochwasser durchlief. Eigentlich hätte noch ein Meter Freibord sein sollen. Seit dem Jahr 1900 hat es kein 100jähriges Hochwasser mehr gegeben, allerdings kommen 30-50jährige Ereignisse in viel kürzeren Abständen (1988, 1999, 2002, 2013). Das nächste große Hochwasser kommt also eher in spätestens 11 Jahren, hoffentlich ist die Mauer am Schanzlweg bis dahin fertig.

Ob das eigentlich überfällige 100jährige Hochwasser noch im Frühjahr kommt oder erst in 30 Jahren, weiß niemand. Wenn es aber kommt, dann werden die Deiche nach den Staustufe Straubing überlaufen, weil die Staustufen auf mehrhundertjährige Hochwasser ausgelegt sind, die Dämme darunter aber eben nur auf das 100jährige. Die Frage ist dann bloß, wo es überläuft, nach Kagers, Sossau/Hornstorf oder ins Gstütt, das am schnellsten vollläuft. Jedes Haus weniger würde dann die Evakuierung erleichtern und die Gefahr für Menschenleben und die Schäden verringern. Ich würde nicht ins Gstütt bauen.


Da spielt es dann keine Rolle mehr, dass die einheitlichen Baugrenzen die Ausrichtung nach der Sonne erschweren und die Flachdächer die Nutzung von Solarenergie oder Photovoltaik erheblich behindern oder unmöglich machen. Wer im potentiellen Überschwemmungs-bereich eingeschossige Häuser baut oder plant, hat eine andere Sicht auf die Welt als ich.


Mit freundlichen Grüßen


Andreas Molz

1. Vorsitzender der

Kreisgruppe Straubing-Bogen

des Bund Naturschutz in Bayern