Zur Startseite

BN nimmt Stellung ...

  • Übersicht
  • Donauausbau
  • Hochwasser
  • Rettenbach
  • Windenergie SR-BOG

Sorgsamer umgehen mit Boden und Natur vor der Haustür

Aktuelle Pressemitteilungen

Pressemitteilungen 2019

Pressemitteilungen 2018

Pressemitteilungen 2017

Pressemitteilungen 2016

Pressemitteilungen 2015

Pressemitteilungen 2014

Politik, Gesetzgebung, Gesetzesvollzug, Hersteller, Handel und VerbraucherInnen bei Abfallvermeidung gefordert

Zweifellos spielen die VerbraucherInnen als Käufer von Produkten, die aus Plastik bestehen oder mit diesem verpackt sind, eine entscheidende Rolle für den Plastikkonsum, also auch für die Abfallvermeidung. Sie treffen ja die letztendliche Kaufentscheidung. Diese hängt aber von dem ab, was ihnen Hersteller und Handel anbieten.


Deshalb hat der BUND Naturschutz etliche Einzelhandelsketten angeschrieben und auf ihre Produktverantwortung hingewiesen, was eigentlich Aufgabe von Politik und Behörden wäre. Denn ein paar Vorschriften greifen auch für private Unternehmen, werden aber meist missachtet, ohne dass jemand von den Aufsichtsbehörden dies wirksam von ihnen einfordert, kontrolliert oder gar sanktioniert. Einiges würde ihnen etwa das Kreislaufwirtschaftsgesetz abverlangen. Da gibt es nicht nur Grundpflichten der Kreislaufwirtschaft, wonach Erzeuger oder Besitzer von Abfällen zur Verwertung ihrer Abfälle verpflichtet sind. Sondern da ist sogar (!) auch eine Produktverantwortung von Grund auf festgeschrieben. Und die umfasst eigentlich (! )insbesondere die Entwicklung, die Herstellung und das Inverkehrbringen von Erzeugnissen, die mehrfach verwendbar, technisch langlebig und nach Gebrauch zur ordnungsgemäßen, schadlosen und hochwertigen Verwertung … geeignet sind, sowie den vorrangigen Einsatz von verwertbaren Abfällen oder sekundären Rohstoffen bei der Herstellung von Erzeugnissen“. Da haben Bundesregierung und Bundesbehörden schleunigst etliche verschleppte Hausaufgaben zu machen.


Angebot und Nachfrage bedingen sich gegenseitig. Somit müssen Hersteller und Handel verpackungsarme Produkte, in recyclinggerechten umweltverträglich hergestellte Monomaterialien verpackt, auf den Markt bringen, damit diese dann auch gekauft werden können. Das machen nicht allzuviele – in manchen Segmenten wie Parfümerie- bzw. Kosmetikprodukten fast gar kein Anbieter. Da verleiten die Verbraucherwünsche zum aufwändigsten aufgepepptesten „Drumherum“, das in keinerlei vernünftiger Relation zu dem bisschen „Drin“ steht. Und das „Drumherum“ wiederum zum Kauf – ein wahrer Teufelskreis. Beste Umsätze solch umweltbelastender – teils unnötiger – Artikel bestätigen den Herstellern und Händlern ihre fatale Design- und Verkaufsstrategie. Der Preis für die Luxus-Umhüllungen hält davon nicht ab, weil er wegen der zu niedrigen Rohstoff- und Energiekosten nicht ins Gewicht fällt.


Voraussetzung für eine wirklich gelingende Abkehr vom Verpackungs- und Konsumwahn ist also klar eine Veränderung der Kostenstrukturen. Mit deutlich veränderten Rahmenbedingungen nämlich, unter denen sich energiesparendes klima- und umweltfreundliches Verhalten aller rentiert und nicht das Verschwenden oder gar Verprassen von Ressourcen. Dahin steuern muss der Staat uns alle, die „Wirtschaftssubjekte“ mit einer gerechten ökologisch-sozialen Steuerreform, die eben schonenden Umgang mit der Mitwelt auch finanziell fördert, das Abaasen des Planeten aber damit und mit den nötigen ordnungspolitischen Vorgaben verhindert oder zumindest vermindert bzw. sanktioniert.


Weil neben den VerbraucherInnen bei Abfallvermeidung auch Politik, Gesetzgebung, Gesetzesvollzug, Hersteller und Handel bei der Abfallvermeidung gefordert sind. Die letztendliche Kaufentscheidung treffen aber trotzdem immer die VerbraucherInnen.