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Verweis auf positive Beispiele kann erschreckende Missstände in Massentierhaltungsanlagen und Schlachtbetrieben nicht widerlegen

Die Berufung auf das Einhalten der gesetzlichen Regelungen in der Tierhaltung oder auch auf das etwas-Überbieten der Mindeststandards zieht nicht – dafür sind die viel zu lax.


Und sie verkennt die systembedingten Tierschutzprobleme in der Nutztiermassenhaltung: die gibt es trotz und eben wegen dieser völlig unzureichenden gesetzlichen Mindeststandards im Verein mit ungenügenden sowie unwirksamen Kontrollen gibt. Was inzwischen ja sogar Lebensmittelkontrolleure sowie CSU- und SPD-Landräte einräumen müssen und zu Recht der Bayerischen Staatsministerin für Umwelt und Verbraucherschutz Ulrike Scharf vorwerfen, auf die Meldung von zu wenig Kontrolleure n keine Reaktion erhalten zu haben.


Und es gilt nach aller Logik: Selbst mit dem Verweis auf positive Beispiele lässt sich ja die Existenz des vielfach dokumentierten massenhaften Tierleids in Massentierhaltungsanlagen und der erschreckenden Missstände in Schlachtbetrieben nicht widerlegen. Genauso wenig wie mit dem Verweigern der Bestätigung der Herkunft grausamster Filmaufnahmen und Bilder aus der Massentierhaltung seitens der Häuser der Frau Scharf.


Man kann die elenden Zustände leugnen, abstreiten und in Abrede stellen. Sie sind aber da, sie sind real und Fakt. Leider.

Und es gilt gegen sie anzugehen: die Mindeststandards der Fütterungs- und Haltungsbedingungen sind gesetzlich auf die Vorgaben der EU-Bio-Verordnung anzuheben. Neben strikteren ordnungsrechtlichen Vorgaben braucht es Kostenwahrheit und Kostengerechtigkeit, sodass Folgekosten der Schädigungen der Biodiversität mit Verlust an Artenvielfalt, schleichende Entwertung und Verunreinigung von Boden, Grund- und Trinkwasser durch Dünger- und Chemikalien-/Pestizideinträge durch die Intensivlandwirtschaft mit zu hoher Fleischproduktion in die Preise einfliessen und der Absatz aus den Discount-Billigfleisch-Truhen abnimmt. Angemessene Kosten für ein Höchstmass an Tierwohl in allen Nutztierbeständen sind auf alle umzulegen sowie von allen zu tragen, die tierische Produkte konsumieren. Dies ist moralisch-ethische Mindest- und zugleich Grundvoraussetzung dafür, dass sich Menschen das Recht herausnehmen dürfen, Tiere zum Zweck der Fleisch-, Milch- und Eierproduktion zu benutzen. Die Haltungsbedingungen müssen mindestens den Vorgaben der EU-Bio-Verordnung für eine durchgängig tiergerechtere Haltung von Nutzvieh als in der konventionellen Landwirtschaft entsprechen, damit Fleischproduktion und -konsum als vertretbar angesehen werden. Angemessene Kosten umgelegt auf angemessene Preise für Erzeugnisse, für die Tiere benutzt bzw. getötet werden. Über solch angemessene Preise reguliert sich auch die Nachfrage hin zu weniger bewussterem qualitätsvollerem Fleischkonsum, mithin zu einer gesünderen Ernährungs- und Lebensweise.

Dazu muss jedeR an all ihren / seinen Wirkungsorten einen gewichtigen höchst bedeutsamen unverzichtbaren und mit entscheidenden Beitrag leisten mit Einkaufen, bzw. Anbieten von gesunden qualitätsvollen tierqual-, antibiotika- gift- und gentechnikfreien Lebensmitteln /Getränke aus kontrolliert biologischer Erzeugung.


Dass die gesamte öffentliche Hand inclusive der Kirchen ganz vorne dran sein muss, dürfte unstrittig sein, wenn man in Art. 141 Abs. 1 BV der Bayerischen Verfassung schaut: „Tiere werden als Lebewesen und Mitgeschöpfe geachtet und geschützt. … Es gehört auch zu den vorrangigen Aufgaben von Staat, Gemeinden und Körperschaften des öffentlichen Rechts, Boden, Wasser und Luft als natürliche Lebensgrundlagen zu schützen, eingetretene Schäden möglichst zu beheben oder auszugleichen und auf möglichst sparsamen Umgang mit Energie zu achten“ steht da.


Wo sonst könnte und sollte das noch stärker zutreffen, greifen und gelten, als / wenn nicht in ihrem ureigensten Wirkungs- und Zuständigkeitsbereich „in eigener Sache“, also bei ihrem der umweltfreundlichen Beschaffung, also bei ihrem Einkaufs-, Beschaffungs- und auch bei ihrem Angebotsverhalten, wo sie Dritten gegenüber als Anbieter von Lebensmitteln /Getränken auftritt? Wo sie unabhängig als Wirtschaftssubjekt mit grosser Marktmacht ausgestattet agieren und handeln kann. Immerhin lösen die Aufträge der öffentlichen Hand 14 % der Wirtschaftsleistung in der EU aus, die somit durch diese ökologierelevant zu beeinflussen sind. „Zu beeinflussen sind“ beschreibt dabei nicht nur eine Möglichkeit, sondern eine Pflicht, einen gesetzes-, ja sogar verfassungsbasierten Imperativ an und für die gesamte öffentliche Hand. Sie hat nach bester ökologischer Praxis zu agieren und handeln, ihre Aufgaben mit dem geringstmöglichen ökologischen Fussabdruck zu erfüllen.


Wenn die Vertreterin der „konventionellen Seite“ auf deren Gleichstellung oder Gleichwertigkeit mit dem Biobereich pocht: die besteht schlichtweg nicht, hinterlässt die verbreitete agrarindustrielle Intensivlandwirtschaft inclusive Massentierhaltung doch einen viel grösseren ökologischen Fussabdruck. Wie der übermässige Fleischkonsum auch gegenüber einer überwiegend pflanzenbasierten Ernährung.


Der grosse Teil unserer immer noch dem unreflektierten Fortschritts- Wachstumsglauben verhafteten Gesellschaft, die "Reichen" in den Industriegesellschaften, verursacht seit langem einen extrem übergrossen ökologischen Fussabdruck beim Energie- und Ressourcenverbrauch inklusive Flächenressourcenverbrauch inclusive Fleischkonsum. Dies kann sich eine wirklich überlebenswillige menschliche Gesellschaft nicht länger leisten. Dies als vielerorts ungern gehörte Botschaft an Politik, (Land-)Wirtschaft und die Verbraucherschaft insgesamt.