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BN- Landesarbeitskreis Abfall / Kreislaufwirtschaft besichtigt Müllverbrennungsanlage Ingolstadt - Stellvertretender LAK-Sprecher Johann Meindorfer aus Straubing trägt Sinn des intelligenten ökologisch-sozialen Steuersystems auch im Abfallsektor vor

Bei der Besichtigung der Müllverbrennungsanlage Ingolstadt wurde deren Funktion den Mitgliedern des Landesarbeitskreises Abfall & Kreislaufwirtschaft des BUND Naturschutz bei ihrer Frühjahrstagung über ein Schaubild und einen Film erläutert.

 

Im Werbefilm der Müllverbrennungsanlage sahen diese die Müllverbrennung als viel zu positiv dargestellt. Josef Metzger aus Friedberg führte dagegen sieben Hauptargumente gegen die Müllverbrennung an. So würden Grenzwerte teils nur durch Verdünnung der Verbrennungsluft eingehalten. Die heutigen gültigen Grenzwerte seien ohnehin weder nach medizinischen noch nach epidemiologischen Gesichtspunkten, sondern von der Politik rein nach technischer und ökonomischer Machbarkeit festgelegt worden. In der europäischen Chemikalienrichtlinie REACH gebe es ca. 800 verschiedene Gifte und Schadstoffe, die in großen Mengen in Produkte für Industrie, Gewerbe und Verbraucher verwendet werden. Alle diese Produkte landen letztlich im Restmüll und Sperrmüll, der in Deutschland fast zu 100% verbrannt wird. Für all diese Stoffe gebe es für die Müllverbrennung keine Grenzwerte. Diese Stoffe seien teils krebserregend, erbgutschädigend und persistent, d.h. sie reicherten sich in der Umwelt immer stärker an.


Die LAK Sprecherin Waltraud Galaske aus Fürth, monierte, dass immer noch zu viel Wertstoffe in die Müllverbrennungsanlagen wandern. Nach Kenntnis des BN wird ein erheblicher Teil der anfallenden Gewerbeabfälle auch entgegen den abfallrechtlichen Vorschriften und abfallwirtschaftlichen sowie energie- und klimapolitischen Erfordernisse nicht sortenrein erfasst und auch keiner sortenreinen stofflichen Verwertung, sondern inner- und ausserbayerischen Müllverbrennungsanlagen zugeführt. Da dies neben vermeidbaren Emissionen aus Müllverbrennungsanlagen auch zu einer mangelnden Verwertung des Energieinhalts dieser Materialien wie z.B. Altpapier oder Altkunststoff führt, läuft dies nicht nur den abfallwirtschaftlichen Zielsetzungen und Erfordernissen entgegen, sondern auch jenen von Klimaschutz und Energiewende. Und dies, so stellvertretender LAK-Sprecher Johann Meindorfer aus Straubing, müsse unterbunden werden.


Konrad Schinkinger aus Raubling berichtete von der Redenfeldener "Tetrapak"-Recyclinganlage, dass dort die Umgebung und auch der Inn durch PE-Mikroplastikeinträge stark belastet seien, was er bereits 2014 gegenüber dem Bayerischen Umweltministerium thematisiert hatte, ohne dass bisher Abhilfe geschaffen worden wäre.


BN- Abfallexperte Dr. Hartmut Hoffmann (Hersbruck) berichtete, dass nach dem neuen Wertstoffgesetz für die werkstoffliche Verwertung höhere Quoten einzuhalten sind. Aus Sicht des BN dürften die vorhandenen geeigneten bewährten Bringsysteme nicht gefährdet werden, weil sie in besonderer Weise für eine sortenreine stoffliche Verwertung stünden. „Und genau die brauchen wir, damit aus den eingesammelten Stoffen wieder hochwertige Recyclingprodukte zu gewinnen seien, die einen massgeblichen Faktor für eine Energiewende darstellen“, so Galaske. Sie seien zu optimieren und etwa mit Depotcontainern für weitere Wertstoffe zu ergänzen. Die Zuführung verwertbarer Materialien zum Restmüll und damit in die Müllverbrennungsanlagen sei seitens der zuständigen Stellen und Aufgabenträger zu unter­binden. Auch die volumenbezogene Anlastung und das Stehenlassen überfüllter Restmülltonnen könnten zur besseren Mülltrennung beitragen. Das Bayerische Umweltministerium müsse dies bayernweit sicherstellen.


Und damit sich generell in grossem Stil in allen Wirtschaftssektoren betriebswirtschaftlich statt wie bisher Rohstoff- und Energieverschwendung das rentiert, was auch ökologisch und somit volkswirtschaftlich einzig Sinn macht, bedürfe es eines intelligenten ökologisch-sozialen Steuersystems, so Meindorfer, Dann würde sich auch Herstellung und Verwendung hochwertiger Recyclingprodukte für alle lohnen und könnten viel Energie einsparen, etwa Recyclingpapier aus 100% Altpapier statt Primärfaserpapier oder Produkte aus Recycling-Kunststoff statt „Neu--Polymeren“ aus Erdöl.


Der BUND Naturschutz fordere energieeffizienteste Technologien nach der besten ökologischen Praxis auch im Abfallsektor Alles, was hinter zurückbleibt, verbiete sich von selbst.


Ein Infopaket Abfallvermeidung gibt es beim BN, Albrechtsgasse 3, 94315 Straubing, Tel 09421/2512, straubing@bund-naturschutz.de für 5 € als Schein, in Briefmarken oder Vorabüberweisung auf das Konto 461251 des BN, Sparkasse Niederbayern-Mitte, BLZ 74250000 IBAN DE03 7425 0000 0000 461251, BIC BYLADEM1SRG mit vollständiger Absenderangabe und Kennwort „IP Abfall“.