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BN mit gut zwei Dutzend RadlerInnen unterwegs zu Blühflächen im Hafengebiet Straubing-Sand - Vielfalt an Blütenpflanzen bringt Artenvielfalt an Insekten – „was die Nachbarn dazu sagen, ist erstmal Wurscht“ Wirksamer Schutz von Schmetterlingen, Bienen und

Bei einer Feierabendradtour war am Montag der BUND Naturschutz (BN) im Rahmen der Bayern Tour Natur mit gut zwei Dutzend RadlerInnen zu Blühflächen im Hafengebiet Straubing-Sand unterwegs.

Dipl.-Ing. (FH) Landespflege Jürgen Englisch vom Umweltamt der Stadt Straubing zeigte den Wert von dauerhaften wie auch nur temporären Grünzonen als Lebensraum für Schmetterlinge und Bienen auf.

Je nach Intensität der Landnutzung bzw. der Pflege von Gärten und Grünflächen entwickelten sich unterschiedliche Artengesellschaften, denn die verschiedenen Insektenarten hätten eben auch ganz unterschiedliche Ansprüche an Wirts-bzw. Futterpflanzen.  Das fange schon bei den Blütenformen an, an die sie angepasst und auf die sie spezialisiert sind. Da gibt es Glockenblüten, Zungenblüten, Lippenblüten, und viele andere und alle mit speziell angepassten Bestäubern.

Als solche, die sich gerne auf offenem Boden ansiedeln, konnte er Disteln, Giersch Wegerich und Kletten  zeigen, während gelbe Löwenzahnwiesen zu viel Nährstoffe, also Überdüngung anzeigten und auf zu intensive, nicht ökologisch orientierte Bewirtschaftung hinweisen.

Dass Honigbienen als Bestäuber dringend benötigt werden, sei bekannt. Ohne die Bestäuberleistung der Bienen sei auch die Landwirtschaft wirtschaftlich bedroht. Doch noch wichtiger sind auch Wildbienen, Tag- wie Nachtfalter, Wespen oder Schwebfliegen.

„Kirschblüten etwa werden bis zu 50 Prozent von Fliegenarten bestäubt,“ so der Diplom-Landespfleger, “Am Ende sind unterschiedliche Strukturen entscheidend dafür, dass Artenvielfalt entsteht und bestehen bleibt – und der Verzicht auf Dünger in Wiesenflächen sowie auf Pestizide in Gärten und Grünflächen.“

Wenn also gerade die seltener werdenden Pflanzenarten etwa mit angepassten Mahdzeiten (wichtig für das Aussamen) und Entfernen des Mähguts (zur Nährstoffreduzierung im Boden), auch gezielt gefördert würden, steigere die veränderte Artenzusammensetzung die Artenvielfalt enorm. Wiesensalbei, Flockenblume, Schafgarbe, Margerite und Spitzwegerich seien in den Wiesen von höchstem ökologischen Wert.

„Wenn die Nachbarn davon zunächst wenig halten, muss man das erstmal aushalten, bis sie selbst davon überzeugt werden, naturnahe Gärten und Grünflächen hohe Lebensqualität für alle bieten,“. plädierte Englisch für mehr Mut zur Wildnis in der Stadt wie in den Dörfern. “Einiges an Kopfarbeit ist nötig, um das noch mehr in das Bewusstsein der Bevölkerung zu rücken.

Der 2. BN-Kreisvorsitzende Johann Meindorfer unterstrich, dass es zum Schutz von Schmetterlinge und Bienen mit der Anlage von Blühflächen nicht getan sei. Vor allem brauche es eine damit einhergehende durchgreifende Ökologisierung der Landwirtschaft sowie Reduzierung des Flächen- und Energieverbrauchs. Verbraucherseits könne man nur immer wieder zum Kauf von Lebensmitteln, Obst und Gemüse aus biologischem Anbau aufrufen. „Denn Bio-Landwirte verzichten auf chemische Pestizide und Herbizide; diese Gifte vernichten nicht nur die Futterpflanzen vieler Bienen, sondern schaden ihnen auch ganz direkt!“

Infopakete zum Insektenschutz gibt es beim BN, Albrechtsgasse 3, 94315 Straubing Tel.: 09421/2512 oder straubing@bund-naturschutz.de gegen einen Kostenbeitrag von je 5 €  in Briefmarken oder gegen Vorabüberweisung auf das Konto des BN bei der Sparkasse Niederbayern Mitte, IBAN DE03 7425 0000 0000 461251, BIC BYLADEM1SRG mit vollständiger Absenderangabe und Stichwort „IP Insekten “.