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BN rollt ökobilanzielle Bewertung für den Anbau nachwachsender Rohstoffe mit Expertendiskussion ganz von vorne auf

Nicht nachvollziehbar, dass das Bundesumweltministerium nicht die Kompetenz zur vergleichenden ökologischen Bewertung unterschiedlicher Energieerzeugungstechnologien sowie ÖPNV-Antriebstechniken besitzt.


BN-Kreisvorstand für starken Zubau von Dach- und Freiland-Photovoltaikanlagen statt agrarindustrieller Agrogas-Produktion.


Weitaus bessere Energiebilanz als „Bio“gas-“anlagen - Echtes Bio-Biogas nur nutzen, wenn Photovoltaik- und Windenergieanlagen keinen Strom liefern - Gasantrieb der Straubinger Stadtbusse muss mit ökologieverträglich erzeugtem echten Bio-Biogas erfolgen.

 

Für den BUND Naturschutz (BN) es ist nicht nachvollziehbar, dass das Bundesumweltministerium „nicht die Kompetenz zur vergleichenden ökologischen Bewertung unterschiedlicher Energieerzeugungstechnologien sowie ÖPNV-Antriebstechniken besitzt“. Doch genau dies hatte es selbst auf Anfrage des BN mitgeteilt.

Eine solche Gegenüberstellung mit ökobilanzieller Bewertung hatte der 2. Kreisvorsitzende Johann Meindorfer als Grundlage Entscheidung für die Umstellung der Stadtbusflotte und der kommunalen Fuhrparke auf alternative Antriebstechnik von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) und vom Parlamentarischen Staatssekretär beim Bundesumweltministerium Florian Pronold (SPD) erbeten.
Bei seiner Dezembersitzung am Dienstag erörterte der BN-Kreisvorstand nun mit einer Energie-Expertendiskussion grundlegend die Sinnhaftigkeit der unterschiedlicher Energieerzeugungstechnologien sowie ÖPNV-Antriebstechniken ganz von Grund auf.


Josef Gold zeigte sich überzeugt davon, dass sich E-Busse technologisch derzeit schnell weiterentwickeln, sich am Markt langfristig durchsetzen werden und wirtschaftlich und vor allem emissionsfrei mit Ökostrom zu betreiben sind: „Schon heute fahren sie in mehreren Städten und Ökostrom aus Sonne und Wind lässt sich immer preisgünstiger erzeugen.“


Michael Eisenknappl ging mit dem grossflächigem „NAWARO“- Anbau für „Bio“gas- hart ins Gericht: „Dass „Bio“gas ein nachwachsender Rohstoff sei, dem ist deutlich zu widersprechen. Die Herstellung von „Bio“gas verbraucht hierfür etwa die gleiche fossile Energiemenge, allerdings mit einem riesigen Flächenverbrauch und allen ökologischen Nachteilen. Momentan werden in Deutschland ca. 2,5 Mio. ha bester Ackerboden für die Erzeugung von biogenen Kraftstoffen „vergewaltigt“ ohne energetischen Nutzen und enormen ökologischen Belastungen,“ führte er aus. „Bio“gas bestehe im Endeffekt energetisch zu 100 % aus Erdöl, wenn man sich Energieaufwand für die Herstellung von Industriedüngern und Spritzmitteln sowie den Maschineneinsatz zum Anbau bis zur Ernte und Verarbeitung besehe.


BN-Kreisvorsitzender Andreas Molz zog das Resümee, dass einerseits alle Potentiale zur Verlagerung von Verkehr zum Bus- und Bahnverkehr auszuschöpfen seien, andererseits eine Strategie für den starken Zubau von Photovoltaik-Anlagen nötig sei. Die Agrogas-Produktion sei überholt. „Und Energiesparen muss ganz oben auf der Agenda stehen“.
„Für den Klimaschutz ist es immer sinnvoller, mit dem Stadtbus statt mit dem Auto zu fahren, ganz egal mit welcher Antriebstechnik. Daher wäre das Geld besser in den Ausbau des ÖPNV statt in eine Erdgastankstelle investiert,“ betonte Rainer Schwarz.


Meindorfer erinnerte an die Anforderungen in Bezug auf deren ökologische Nachhaltigkeit, die er in einer Sitzung der Nahverkehrskommission der Stadt Straubing bereits vorgetragen hatte: Die Erzeugung von zusätzlichem „abfallstämmigem“ „Bio“gas im dafür erforderlichen Umfang sei unrealistisch, es würde an anderer Stelle fehlen. Zusätzlicher Anbau von Substraten in der üblichen agrarindustriellen Intensivlandwirtschaft würde zu zusätzlichen Belastungen, zu weiteren grossflächigen Grund- und Trinkwasserschäden führen. Dieser Anbau in üblicher Weise weise zudem eine weitaus schlechtere Energiebilanz als Freiland- Photovoltaikanlagen auf.
Wenn es letzten Endes auf Erdgasantrieb hinauslaufen würde, wäre gesamtökologisch nichts gewonnen.


Daher bedürfe es der Umstellung der voraussichtlich für den „Bio“gas- Betrieb der Fuhrpark- bzw. Busflotte benötigten Anbauflächen für die Substrate bei Landbewirtschaftung nach den Grundsätzen des ökologischen Landbaus.