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BN ruft Grossanwender wie Unternehmen, Banken, Steuer- oder Anwaltskanzleien, Makler, Versicherungen, Energieversorger, Behörden, Schulen, Hochschulen und Kirchen zur umfassenden Umstellung auf Recyclingpapier aus 100% Altpapier auf

Grossanwender wie Unternehmen, Banken, Versicherungen, Energieversorger, Behörden, Schulen, Hochschulen und Kirchen ruft der BUND Naturschutz (BN). zur Umstellung auf Recyclingpapier aus 100% Altpapier auf. Viele haben dazu ein individuelles Schreiben erhalten, an alle richtet sich der öffentliche Aufruf zur umfassenden Verwendung dieser laut Umweltbundesamt (UBA) „grundsätzlich ökologisch günstigeren“ Papiervariante. Wer Papierwaren aus Recyclingpapier aus 100 Prozent Altpapier statt kauft statt aus den aus Holz gemachten „Primärfaserpapieren“, schont damit Umwelt und Klima, so der BN.


Grund dafür ist der gegenüber den aus Holz gemachten „Primärfaserpapieren“ weitaus geringere Wasser- und Energieverbrauch sowie eine geringere Abwasserbelastung bei der Herstellung, wie die Ökobilanz dazu eindeutig ergibt. Auch kann man beim Einsatz von Recyclingpapier sicher sein, dass weder Urwälder dafür der Motorsäge zum Opfer fielen, noch naturferne intensiv bewirtschafteten Baumplantagen zum Holzanbau für das Papier an die Stelle ehemaliger natürlicher Wälder getreten sind. Das Umweltbundesamt (UBA) bewertet Recyclingpapier „grundsätzlich ökologisch günstiger“ als Primärfaserpapier - auch sogenanntes chlorfrei gebleichtes. Ein sicheres Zeichen, dass es sich wirklich um umweltverträgliches Recyclingpapier handelt, ist das Umweltzeichen „Der Blaue Engel“. Die niedrigeren Standards anderer Zeichenkreationen wie das skandinavische Umweltzeichen können mit dem „Blauen Engel“ nicht mithalten, so der BN.


Gerade auch Verwaltungen, Unternehmen und Grossanwender wie Banken, Steuer- oder Anwaltskanzleien, Makler, Versicherungen, Energieversorger und Behörden, diese sogar schon wegen ihrer rechtlichen Verpflichtung, sollten umfassend Recyclingpapiere verwenden. Und in Erfüllung ihrer Vorbildfunktion seien zuvorderst der Staat und die gesamte öffentliche Hand von der Bundeswehr über die staatlichen Bauämter bis zu Landkreisen, Städten und Kommunen zu einem umweltfreundlichen und fairen Beschaffungswesen gefordert. Bis zur einzelnen Gemeindekanzlei, Kirchengemeinde und Pfarrei. Die umfassende Verwendung von Recyclingpapier aus 100 Prozent Altpapier sei dabei zentrales Element und Erfordernis.


Die öffentliche Hand stehe generell in besonderer Verantwortung, mit ihrer finanziellen Nachfragemacht auf eine ökologieverträglichere Wirtschaftsweise und auf die Ausweitung des Angebotes an umweltverträglichen Produkten und Dienstleistungen hinzuwirken. „Dies hat sie durch eine gezielte Nachfrage zu stimulieren und somit umweltschädlichere Waren am Markt zurückzudrängen, auf dass es ihr für private Unternehmen und VerbraucherInnen gleichtun mögen“, so der stellvertretende Sprecher des BN-Landesarbeitskreises Abfall / Kreislaufwirtschaft / Ressourcenschonung, Johann Meindorfer. „Immerhin lösen die Aufträge der öffentlichen Hand 14 % der Wirtschaftsleistung in der EU aus, die somit durch diese ökologierelevant zu beeinflussen sind“. Das wirke bi zu den Herstellern und Anbietern durch, von denen man erwarten dürfe, dass sie eindeutig stark umweltschädigende Produkte wie Hygienepapiere, Toilettenpapier, Küchenrollen, Papiertaschentücher, Papierservietten, aus Primärfasern komplett aus ihren Sortimenten auslisten. „Damit nicht der Regenwald als Toilettenpapier durch die Klospülung rauscht“, formuliert es der BN-Sprecher drastisch.


Aus Altpapier entstehen heute hochwertige Papiere auch für Schnelllaufende Drucker, Kopierer und Kuvertierautomaten, sogar Stadtpläne werden auf Recyclingpapier gedruckt. Bei schonender Behandlung haben alle geprüften Papiere eine Alterungsbeständigkeit von mindestens 100 Jahren. Der BN empfiehlt daher, Primärfaserpapier umfassend durch umweltverträgliches Recyclingpapier zu ersetzen.


Für umweltverträgliches Recyclingpapierwerden rund 60 % weniger Energie und Frischwasser benötigt als für die umweltbelastenden Frischfaserpapiere. In hoher Übereinstimmung mit der UBA- Bewertung zeigt eine Studie des Büros für Umweltgestaltung in Wil/CH, dass ganz aus Altpapier hergestellte Papiere die Umwelt im Schnitt um mindestens einen Faktor zwei weniger belasten als Papiere aus Zellstoff. Zwar werden Teile (!) der importierten Primärfaser-Rohstoffe Holz und Zellstoff inzwischen nicht mehr durch direkte Rodung von Urwäldern gewonnen, aber für ihre Gewinnung in intensiv bewirtschafteten und ökologisch minderwertigen Holzplantagen wurden oftmals schon vorher wertvollste Lebensräume zerstört, ob in tropischen oder borealen Regenwäldern. Ähnliches trifft sogar auf Holz für Papiere zu, die sich mit dem „FSC“-Siegel für angeblich naturnahe Waldbewirtschaftung schmücken. Und entscheidend für den hohen Wasser- und Energieverbrauch ist bei der Papierproduktion der Prozess der Zellstoffherstellung, unabhängig von der Herkunft der Hölzer, ob aus natürlichen oder naturnahen Wäldern, forstlichen Monokulturen oder den inzwischen sehr verbreiteten und oft auch mit hohem Pestizideinsatz belasteten Holzplantagen. Dadurch sind Primärfaserpapiere immer mit deutlich höheren Umweltbelastungen verbunden und weisen eine weitaus schlechtere Ökobilanz auf als Recyclingpapier aus 100% Altpapier. Zum anderen schlagen sich weite energieintensive Transportwege der aus entfernten Erdteilen importierten Rohstoffe Holz und Zellstoff belastend auf die Ökobilanz nieder.


Nachdem die inzwischen angebotenen hochwertigen Recyclingpapieresowohl technisch wie optisch eine hervorragende Druckqualität auch für repräsentative Druckstücke ermöglichen und die früher teilweise vorhandenen technischen Bedenken zur Einsetzbarkeit auf den verschiedenen Papierbearbeitungsmaschinen ausgeräumt sind, ist es abfallwirtschaftlich wie klimapolitisch geboten, alle Einsatzpotentiale für Recyclingpapier aus 100% Altpapierauszuschöpfen. Natürlich sei Papier sparen von Grund auf noch besser.


Ein Bio-Infopaket „Papier“ gibt es beim BN, Albrechtsgasse 3, 94315 Straubing, Tel. 09421/2512, Fax 09421/963910, straubing@bund-naturschutz.de kostenlos bei Abholung oder bei Zusendung für 5 € als Schein oder Briefmarken oder gegen Vorabüberweisung auf das Konto 461251 des BN, Sparkasse Niederbayern-Mitte, BLZ 74250000; IBAN DE03 7425 0000 0000 461251, SWIFT-BIC BYLADEM1SRG mit vollständiger Absenderangabe und Kennwort „IP Papier“