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Sorgsamer umgehen mit Boden und Natur vor der Haustür

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BUND Naturschutz lud zu Radltour und Besichtigung - reges Interesse an gesundheitlich wie ökologisch unbedenklichen Baustoffen Haus aus nachwachsenden Rohstoffen Mangelnde Vorgaben zur sparsamen und effizienten Nutzung von Energie in der Bauleitplanung

Der BUND Naturschutz (BN) lud am vergangenen Freitag zu einer Radltour nach Bärndorf und Besichtigung von 2 Häusern aus nachwachsenden Rohstoffen bei Naturbau Reiner ein. Brigitte und Franz Reiner konnten diese einer stattlichen Gruppe von 18 Interessenten vorstellen, vier davon waren aus dem Landkreis Deggendorf angeradelt. Die Häuser zeichnen sich durch Einsatz von gesundheitlich wie ökologisch unbedenklichen Baustoffen als hochwertige energie- und ressourcenschonende Neubauten in überwiegender Lehm- und Holzbauweise aus: Holzständerkonstruktion mit Lehmbauplatten in Trockenbauweise und Schilfrohr mit Lehm-Nassputztechnik.


Zur Wärmedämmung verwendete man Hanf als reinen Naturbaustoff ohne Zusätze aus deutscher Produktion von der bisher einzigen Hanf-Dämmstoffabrik in der Uckermark, die Vorreiter in Sachen nachwachsender Baustoffe sei.


Eine Luftdichtung mit Hanf-Akustikvlies mit Roggenmehl, Tonmehl und Wasser als weitere Bestandteile „mit null Abfall“, so Franz Reiner, ein gut gedämmtes Dach mit Dachbegrünung sowie Regenwassernutzung zur Schonung des Wasserhaushalts und der Trinkwasserressourcen hat das Haus aus nachwachsenden Rohstoffen ebenso.


Zur energetischen Ausstattung gehören Solarthermie, Abluft-Warmwasser-Wärmepumpe und Bauteilaktivierung. „Das Haus kühlt nie richtig aus,“ so der Baubiologe. Man erreiche einen guten U-Wert. Dabei sei zu beachten, dass die Berechnungen nach Energiesparverordnung und die Auslegung der Heizung nach Norm nur an ein paar wenigen Tagen im Jahr ausgereizt würden. Für die wirklich kalten Tage kann mittels Holzofen oder Pelletofen als zweite Wärmequelle zu geheizt und damit Kosten und Ressourcen an Wandheizungsflächen gespart werden.


Der 2. BN-Kreisvorsitzende Johann Meindorfer brachte dabei die BUND- Positionierung ein, wonach Anbau nachwachsender Rohstoffe nach den Grundsätzen des ökologischen Landbaus als gesundheits-, klima- und umweltverträglichster und damit zukunftsfähigster Form des Landbaus erfolgen solle, damit die energetischen Vorteile und Vorzüge auf der einen Seite andererseits wiederum Schutzgüter wie Wasser und Boden nicht schädigen. Dass umweltfreundliches Bauen zu allererst auch flächen- und ressourcenschonendes Bauen bedeutet, steht für den BUND als führendem Umweltverband, dem deutschen Nachhaltigkeitsverband schlechthin, fest. Holzbauten aus Holz aus wirklich nachhaltiger heimischer Waldbewirtschaftung bieten viele Umweltvorteile: Holz ist ein nachwachsender Rohstoff, der während der Wachstumsphase das Treibhausgas Kohlendioxid (CO2) bindet. Das gebundene CO2 wird langfristig im Bauwerk eingelagert und ist damit der Atmosphäre entzogen. Überdies erfordert die Produktion und Montage von Holzbauteilen im Vergleich zu mineralischen Baustoffen weniger Energie. Gegenüber Häusern in Standardbauweise lässt sich daher das Treibhauspotenzial durch Holz in der Primärkonstruktion um bis zu 75 % reduzieren.


Die aus energetischer Sicht nötige Dämmung soll unter Ausschluss von Materialien, bei denen gesundheitliche Bedenken bestehen bzw. für die keine ökologisch vertretbaren sinnvollen Wiederverwertungsmöglichkeiten bestehen (z.B. geklebte geschäumte Kunststoffe) erfolgen. Alternativen hierzu sind Dämmsysteme aus heimischen Holzwerkstoffen, Altpapierschnitzeln oder nachwachsenden natürlichen Materialien wie Hanf, wozu das Haus aus nachwachsenden Rohstoffen Eindrücke vermitteln kann.


Die Verwendung von Baumaterialien inclusive Dämmstoffen, bei denen gesundheitliche Bedenken bestehen bzw. für die keine ökologisch vertretbaren sinnvollen Wiederverwertungsmöglichkeiten bestehen (z.B. geklebte geschäumte Kunststoffe), soll aus Sicht des BN ausgeschlossen werden, da diese die Altlasten der Zukunft würden. Es müsse zum Erreichen der Klimaschutzziele und im Sinne der offiziell ausgerufenen Energiewende überall die die beste ökologische Praxis zum Einsatz kommen gerade auch beim Bauen, weil gerade hier Entscheidungen sehr lange in die Zukunft wirken. „Schon die in gesamtökologischer Hinsicht zweitbeste Lösung ist angesichts des drohenden Verfehlens der Klimaschutzziele zu schlecht und somit nicht vertretbar“, so 2. BN-Kreisvorsitzender Johann Meindorfer. Dass bei der gemeindlichen bzw. städtischen Bauleitplanung Vorgaben zur sparsamen und effizienten Nutzung von Energie auch in Form verdichteter Bebauungskonzepte zumeist unterlassen werden, ist für den BUND schlichtweg ein Unding und nicht nur kommunalpolitisches sondern auch landespolitisches Politikversagen, weil die im Lande vorherrschende Politik sehenden Auges dem nicht entgegenwirke.


Ein Infopaket rund um das Thema Bauen gibt es beim BN, Albrechtsgasse 3, Tel.: 09421/2512 oder straubing@bund-naturschutz.de gegen einen Kostenbeitrag von  5 €  in Briefmarken oder gegen Vorabüberweisung auf das Konto des BN bei der Sparkasse Niederbayern Mitte, IBAN DE03 7425 0000 0000 461251, BIC BYLADEM1SRG mit vollständiger Absenderangabe und Stichwort „IP Bauen“.