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Übermotorisierung mit motorbetriebenen Gartengeräten in privaten und öffentlichen Grünflächen befeuert Insektensterben

In Baumärkten und Gartencentern läuft der Verkauf von „Schädlingsbekämpfungsmitteln“ auf Hochtouren. Aber auch die Übermotorisierung mit motorbetriebenen Gartengeräten wird durch deren fast schon aggressiv beworbenes Sortiment befeuert. Da gesellen sich zu lärmenden und stinkenden Laubsaugern oder -gebläsen jetzt noch die immer perfektionierten „besseren“ Mähroboter und Insektenvollhäcksler dazu.


Aber auch im öffentlichen Bereich läuft die Aufrüstung an den Strassenrändern, die mittels einer oft schon brutalen Abholzung gepflegt – nein: gänzlich restentwertet - werden. Da wird in der Landshuter Zeitung vom 4. Mai vom Landrat ein neuer Unimog für die Tiefbauabteilung als grosse Errungenschaft gefeiert. Passt genau.


Alles wahrlich ein Riesenfortschritt. Zum rasant fortschreitenden Insektensterben nämlich. Das natürlich noch allerlei andere Ursachen hat:


Über Agrosprit aus agrarindustrieller Intensivlandwirtschaft fährt der Bienen- und Faltertod auch im Benzintank mit. Neben dem notwendigen Klimaschutz sowie der Energiewende hilft Energiesparen im Verkehr mit Umstieg auf die umweltverträglichsten Verkehrsträger Fahrrad, Bus und Bahn somit auch dem Erhalt der Artenvielfalt in der Natur. Spritfressende SUVs, Grosskarossen- und Geländewagen-Paraden sind über ihren zu hohen Energieverbrauch mittelbar am Artensterben mitschuldig.


Eine entschiedene Ökologisierung der Landwirtschaft sowie die Reduzierung des Flächen- und Energieverbrauchs brauchen Bienen, Schmetterlinge, und Vögel zum Überleben.


Mit der Verteilung von Samentütchen, der medienwirksamen Inszenierung der Anlage kleiner Blühflächen ist es längst nicht mehr getan. Schutz und Erhalt der Artenvielfalt, der Biodiversität in Gänze, lässt sich in Kombination mit dem notwendigen Klimaschutz mit dem von der Gesellschaft insgesamt gepflegten Konsumniveau nicht erreichen.


Bienen, Schmetterlinge, und Vögel brauchen darüber hinaus zum Überleben Hilfe durch uns Menschen als VerbraucherInnen: Per gezieltem Kauf von Lebensmitteln, Obst und Gemüse aus biologischem Anbau“. Denn Bio-Landwirte verzichten auf chemische Pestizide und Herbizide; diese Gifte vernichten nicht nur die Futterpflanzen vieler Bienen, sondern schaden ihnen auch ganz direkt. Auch den verschiedenen Wildbienenarten ist mit naturnahen Gärten und Grünflächen sowie biologischen Anbauflächen ohne Gifteinsatz, dafür aber mit artenreichen Feldrändern, am besten geholfen.


Aber auch ein Runter mit dem Fleischkonsum sowie mit Flugreisen und Autofahrten, wo es gute Alternativen zu Fuss, per Rad, mit Bus und Bahn gibt, braucht es dringend.


Ein Runter mit dem Kauf von energieaufwändig hergestellten abfalllastigen schwer zu recycelnden und oft überflüssiges Nippes-, Deko- und kurzlebigen - auch elektronischen - Modeartikeln sowie Wegwerfartikeln aller Arten und verschiedenster Ausprägungen: vom Coffee-to-go-Becher oder Einweg-Kaffeekapseln bis hin zu Einmalgrills, Einmalrasierern oder Einmalsowiesogeräten oder sonstigen Einmalteilen wie Einwegbüchsen oder -flaschen.


Nötig ist auch ein Runter mit Anschaffung und Betrieb unnötiger oder unnötig verbrauchsstarker bzw. -intensiver motorisierter oder motorbetriebener, Elektro- und Elektronikgeräte - vom Riesen-Flachbildschirm vom lärmenden und stinkenden Laubsauger oder -bläser bis hin zum elektrischen Garagentorantrieben für SUVs und Abgasboliden in Doppel- und Mehrfach-Garagen in immer mehr ausufernden grossflächigen überdimensionierten Einfamilienhausgebiete, wo Flächen- und sonstiger Ressourcenverbrauch völlig ausgeblendet wird.


Allesamt, zusammen, sind diese Teilaspekte überzogenen Konsumverhaltens jedoch die Treiber von Verlust an Biodiversität wie gleichermassen des Klimawandels. Wichtigste Stellschrauben somit für den Umbau unserer Wachstums- und Konsumgesellschaft, zur Transformation unserer Wirtschaftsweise zu einer ökologisch-sozialen Marktwirtschaft, die grundlegende Prinzipien umsetzt: Jenes der ökologisch-sozialen Kostenwahrheit und Kostengerechtigkeit sowie das Vorsorge- und Verursacherprinzip. Dass sich sozial- und umweltverträglich-verantwortliches Verhalten auch finanziell rechnet und lohnt - und nicht wie bisher oft die Verschwendung von Ressourcen. Das Prinzip „Gewinne privatisieren – Schäden und Kosten sozialisieren“ dagegen hat schon sich bisher schon schlimm genug ausgewirkt. Auch bei der Artenvielfalt von Bienen, Schmetterlingen und Vögeln.