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Landbewirtschaftung nach ökologischer „Best Practice“ vom Brotgetreide bis zu den „Energiepflanzen“

Die Energieerzeugung auch aus nachwachsenden Rohstoffen muss so angelegt sein, dass sie andere Naturgüter nicht über Gebühr schädigt. Dies gilt es bei der landwirtschaftlichen Produktion nicht nur von Nahrungsmitteln sondern auch von Energie einzuhalten, vorzuziehen oder öffentlich förderungswürdig sind dabei die Energieträger mit der höchsten Effizienz bei gleichzeitig niedrigster Umweltbelastung. Auch wenn es noch keine ausgereifte vergleichende Ökobilanzierung der verschiedenen Energieträger gibt, sprechen die heutigen Erkenntnisse für die Photovoltaik-Freilandnutzung. Dem gezielten  Anbau nachwachsender  Energie-Rohstoffe lasten dagegen die gravierenden Negativseiten der Intensivlandwirtschaft an wie hoher Herstellungsenerigebedarf für Chemikalien wie Pestizide und Mineraldünger und deren Einträge in Boden und Grundwasser. Und die Biogaserzeugung mit Einzugsbereichen aus grossen Intensivanbauflächen ist problematisch und eine mittelbare Förderung von Massentierhaltungsanlagen durch eine erhöhte Vergütung für durch aus deren Gülle erzeugtes „Biogas“ ist abzulehnen. (Zur Klarstellung: leider haben  „Biogas“ oder „Biosprit“ rein gar nichts mit dem nur für Bio-Lebensmittel EU-rechtlich geschützten „Bio“-Begriff zu tun).

Öffentlich förderungswürdig kann ganz grundsätzlich nur eine Landbewirtschaftung sein, die nach den Grundsätzen des ökologischen Landbaus ausgerichtet ist. Dieser ist zweifelsfrei besser für Artenschutz und Biodiversität, Erhalt und Förderung der Bodenfruchtbarkeit, für das Grundwasser und in der Folge für das Trinkwasser und unsere Gesundheit sowie in Sachen Klimaschutz. Bio-Landwirtschaft erspart der Allgemeinheit dadurch die Folgekosten für die Beseitigung von Schäden an Boden, Grundwasser und Klima von vornherein, die ansonsten auf das Konto der chemisierten Agrarindustrie gehen, aber „externalisiert“ auf Beitrags- und Steuerzahler abgewälzt werden. Dieses Prinzip „Gewinne privatisieren, Kosten der Allgemeinheit aufbürden“ darf keinesfalls noch durch direkte finanzielle Förderung von Erzeugungsformen verstärkt werden, die nicht den ökologisch gesehen besten verfügbaren Methoden und Techniken entsprechen. Auch Normen wie Pflanzenschutzgesetz, Düngemittelverordnung bzw. Nitratrichtlinie oder auch die EU- Nachhaltigkeitsverordnung erfüllen den gebotenen Anspruch an eine Landbewirtschaftung nach den Grundsätzen des ökologischen Landbaus leider in keinster Weise und selbst ihre Einhaltung garantiert keine wirklich ausreichend umwelt- und klimaschonende Produktion nachwachsender  Energie-Rohstoffe. Wirklich nachhaltig ist nur die umweltschonendste verfügbare Landbewirtschaftungsform und die ist anzustreben – und natürlich im Sinne von „Best Practice“ laufend fortzuentwickeln. Die Ökolandbauverbände machen sich darin seit langem verdient; auf ihre Erfahrung gilt es zurückzugreifen, vom Brotgetreide bis zu den „Energiepflanzen“ für „Biogas“ oder Agrarsprit.

Bund Naturschutz Kreisgruppe Straubing-Bogen

Johann Meindorfer,

2. Kreisvorsitzender