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„Ärger um die seitenwandlosen „Solarstadel“ Unvernünftiges geht, Vernünftiges wird verhindert

Wenn die gross angekündigte „Energiewende“ Blüten treibt wie genehmigungsfreie „Solarstadel“ auf landwirtschaftlichen Flächen im Aussenbereich, dann liegt das daran, dass staatlicherseits (CSU-, CDU- und FDP-Politikerseits) Vernünftiges verhindert und Unvernünftiges zugelassen wird. Man beschränkt die für Freilandphotovoltaikanlagen (PVA) zulässigen Flächen, dagegen lässt man aber das baurechtliche Schlupfloch offen, privilegiert-genehmigungsfreie „Solarstadel“ auf ebendiesen landwirtschaftlichen Flächen im Aussenbereich zu errichten, weil man deren Nutzung für landwirtschaftliche Zwecke behaupten kann. Daher müssen die Einschränkungen der PVA - Nutzung von bisherigen Ackerflächen revidiert werden und mit dem Bau neuer Anlagen Ziele der Landschaftsplanung, die Durchgrünung der Agrarlandschaft und der Schutz des Grundwassers mit umgesetzt werden. Dabei ist die Energieausbeute der Photovoltaik-Freilandnutzung weitaus besser und anerkanntermassen höher gegenüber derjenigen bei intensiv landwirtschaftlicher Biotreibstoff-Produktion. Noch dazu wären bei intensiv landwirtschaftlicher Biotreibstoff-Produktion weitere dauerhafte Einträge von Chemikalien wie Pestiziden und Mineraldünger in Boden und Grundwasser zu befürchten, die bei Photovoltaik-Nutzung entfallen. Dies ergäbe sogar eine Phase der Regeneration von Boden und Grundwasser wie auch eine anzunehmende Steigerung der Artenvielfalt.

In „ausgeräumten“ intensiv agrarisch genutzten Räumen wie dem Gäuboden enthält praktisch jeder Landschaftsplan das Ziel der Durchgrünung der Agrarlandschaft mit linearen Gehölzstrukturen. Nur selten wird dieses Ziel auch durch entsprechende Maßnahmen umgesetzt, zumeist nur in Teilen in Verbindung mit Eingriffen im Rahmen von Bauleitplanungsverfahren. Darüber sind im gültigen Regionalplan Vorgaben zur „Schaffung ökologischer Ausgleichsflächen in landwirtschaftlich intensiv genutzten Gebieten, insbesondere südlich der Donau“ enthalten. Wenn dem energiewirtschaftlichen Bedarf bei Umstieg auf erneuerbare Energien entspechend die Zahl der großflächigen Freiland-Photovoltaikanlagen gerade auch in diesen Bereichen stark gesteigert würde, wären die dabei jeweils festgesetzten Eingrünungs-Maßnahmen geeignet, einen Teil dieser Funktionen langfristig/dauerhaft zu übernehmen. Genau dies wird aber in der gängigen Praxis derzeit dadurch verhindert, dass der Bestand dieser Eingrünungs-Maßnahmen jeweils nur für die Betriebsdauer der entsprechenden Photovoltaikanlagen bzw. für die Dauer der Nutzung der Flächen mit Photovoltaikanlagen gesichert ist, jedoch nicht für die Zeit nach deren Rückbau bzw. der dann meist wieder festgesetzten landwirtschaftlichen Nutzung der (Haupt-)Flächen.

Dabei wären meist erhebliche Teile der festgesetzten Eingrünungs-Maßnahmen mit lokalen Aufweitungen als Bestandteil linearer Biotopverbundsysteme gut geeignet. Bereitschaft und Möglichkeiten der Gemeinden sind also zu fördern, entsprechende Eingrünungs- Grundstücksflächen zu erwerben und somit dauerhaft zu erhalten. Und natürlich ist die CSU-, CDU- und FDP-Koalition mit ihrem unseligen Vorhaben zu stoppen, die PVA-Förderung zu atomisieren, das die aufstrebende und zukunftsfähige Solarbranche mit ihren Arbeitsplätzen in diesem Land ruinieren wird.

Bund Naturschutz Kreisgruppe Straubing-Bogen

Johann Meindorfer

Stellv. Kreisvorsitzender