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„Kirchen mahnen Bewahrung der Schöpfung an“

Kirchliche Stellen sollten Vorbild für soziale und ökologische Beschaffungsstandards sein

Erfreulicherweise mahnen etliche Führungspersönlickeiten der Kirchen die Bewahrung der Schöpfung an. Das ist gut und wichtig. Zusätzlich zu diesen Appellen muss aber die Bewahrung der Schöpfung auch durch alle kirchlichen Stellen und Instanzen hindurch auch durch vorbildliche soziale und ökologische Beschaffungsstandards „gelebt“ werden. Nicht nur in den speziell für den Umweltschutz zuständigen Stabs- und Dienststellen,, in den Büroetagen einiger kirchlicher Umweltbeauftragter darf der Einsatz der umweltverträglichsten Papiervariante Recyclingpapier aus 100% Altpapier Standard sein, durchgängig „in der Linie“, also auf allen weiteren Ebenen müssten umweltbelastende Primärfaserpapiere für ihre Briefbögen, Kopierpapier, Kuverts, Druckstücke wie Pfarr- oder Gemeindebriefe durch Recyclingpapier längst ersetzt sein.

Nicht nur in ein paar Musterprojekten dürfte es Photovoltaikanlagen auf kirchlichen Liegenschaften geben, die Kirchen müssten flächendeckend mit der Umstellung auf  Ökostrom aus 100 % regenerativen Energiequellen ihren Gläubigen und der Gesellschaft vorangehen. Nicht nur bei einzelnen „Eine-„ oder „Dritte-Welt-Basaren“ dürften „fair gehandelten“ Bio-Produkte im  Gemeindeleben eine Rolle spielen, sondern generell müsste bei kirchlichen Veranstaltungen wie Pfarrfesten und Empfängen sowie in kirchlichen Einrichtungen wie Kantinen, Heimen, Kindergärten und Schulen die Verwendung von Lebensmitteln und Getränken aus kontrolliert biologischer Erzeugung, der klima-, umwelt- und damit schöpfungsvertäglichsten Form der Landbewirtschaftung, Standard sein.

Was einige klösterliche Gemeinschaften wie die Benediktinerabtei Plankstetten bereits vorbildlich an schöpfungsfreundlichem Bio-Landbau und Herstellung von Bioprodukten praktizieren, muss in die „kirchliche Fläche ausgerollt“ werden. Bier aus Brauereien mit kirchlicher Beteiligung, Gemüse von Flächen in kirchlichem Eigentum, auch wenn sie verpachtet sind, müsste den Kriterien der kontrolliert biologischen gentechnikfreien Landwirtschaft und Verarbeitung entsprechen.Textilien aus menschen- und naturverachtender Billigstproduktion sollten solchen aus kontrolliert biologischer Erzeugung unter Einhaltung sozialer Mindeststandards weichen. Dass kirchliche Stellen bzw. deren Mitarbeitende durch gezielt vorrangige Wahl der umweltverträglichen Verkehrsträger Fahrrad, Bus und Bahn einen erheblichen Beitrag zur Vermeidung verkehrsbedingter Abgasemissionen und zur Einsparung von Energie leisten, sollte Selbstverständlichkeit sein. Ebenso die Nutzung aller Energieeinsparmöglichkeiten im kirchlichen Gebäudebestand durch Gebäudedämmung, effiziente und sparsame Heizungs- und Energieversorgungstechnik. Eine konsequente Umsetzung solcher an Beispielen aufgezeigten sozialen und ökologischen Beschaffungsstandards würde neben dem ökologischen auch den ethischen und den Gerechtigkeitsaspekt des Konsumverhaltens glaubwürdig unterstreichen und in die Tat umsetzen statt nur unverbindliche Appelle an andere auszusenden. Das gilt nicht nur für die Kirchen, sondern auch für alle staatlichen und öffentlich-rechtlichen Stellen bis hin zu den Kommunen. Allein die gezielt vorbildliche Nachfrage der öffentlichen Hand kann das Angebot auf dem Markt schon zum Positiven verändern und andere Marktteilnehmer ebenso zur  gezielten Nachfrage nach sozial und ökologisch verantwortbaren Produkten und Dienstleistungen und zur Ausweitung des entsprechenden Angebots bewegen. Das muss man aber wollen und fördern in Kirchen, Politik und Regierung - für das Allgemeinwohl nämlich.

Bund Naturschutz in Bayern e.V.

Arbeitskreis Abfall / Ressourcenschonung

Johann Meindorfer