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BN zieht ernüchternde Bilanz für Natur und Umwelt im Landkreis in 2010 und fordert Besserung für 2011

Auch im Jahr der Biodiversität breiten sich Massentierhaltung und Flächenverbrauch im Landkreis massiv aus - Hochwasserschutz nicht nur als Reparaturmassnahme, sondern durch konsequenten Freiflächenschutz

Die geplante massive Erweiterung von Massentierhaltungs-Anlagen im Landkreis prangert der Bund Naturschutz (BN) in seiner Jahresbilanz als ethisch-moralisch und ökologisch absolute Fehlentwicklung auf dem Rücken hundertausender Lebewesen an. Als Beispielen nennt er dabei die Legehennen-Intensivhaltung in Niederharthausen, die von 282000 auf 423000 Tieren durch Aufstockung von 8 auf 12 Etagen erweitert werden soll, die Erweiterung der Geflügel-Grossschlächterei in Bogen-Hofweinzier und den Bau der Massentierhaltungsanlage für 39500 Hähnchen in Strasskirchen.

Die Geflügel-Intensivhaltung sowohl in der vorhandenen wie auch in der geplanten Grössenordnung widerspreche dem zu fordernden Leitbild einer tier-, klima-, umwelt- und tiergerechten Wirtschaftsweise, speziell in der  landwirtschaftlichen Produktion. „Jegliche Erweiterung der Geflügel-Intensivhaltung ist daher abzulehnen“, so der BN. Dessen Überzeugung: Massentierhaltungs-Anlagen können nicht als Bestandteil umwelt- und tiergerechter landwirtschaftlicher Produktion angesehen werden. Tier- und Klimaschutz beginnt für den BN am Teller, was bedeute: „weniger Fleisch, keine Eier aus Massentierhaltung, dafür mehr Qualität durch Bioerzeugnisse“. Die Konsumenten könnten unnötiges Leiden von Nutztieren minimieren, wenn sie auf Produkte aus der Massentierhaltung verzichten, ihren Fleischkonsum etwas einschränken und statt oft viel Billig-Fleisch vom Discounter lieber etwas seltener bewusst qualitätvolles und tierschutzgerecht erzeugtes Bio-Fleisch kaufen würden. „Das wäre für viele ein guter Vorsatz für das neue Jahr“, so 2. BN-Kreisvorsitzender Johann Meindorfer.

Weiter fordert der BN ein Einschreiten des Landratsamtes gegen enormen und nicht vertretbaren Flächenverbrauch im Landkreis im Zuge und nennt hierfür exemplarisch die geplante Ausweisung und ebenerdige Anlage von zusätzlichen ca. 300 ebenerdigen Parkplätzen für das Gewerbegebiet Oberwinkling in der Gemeinde Niederwinkling. Aber auch mit dem Flächenverbrauch durch weitere Strassenbauten müsse Schluss gemacht werden, „neue Strassen führen vor allem zu neuem Verkehr!“ Auf heftige Kritik stösst beim BN dabei, dass Politiker der CSU zwar über den 6-spurigen Ausbau der A 3 wollen, Bundesverkehrsminister Ramsauer aber kein Geld für die notwendige flächendeckende Ertüchtigung der ostbayerischen Bahn-Infrastruktur zur Verfügung stellen will und die Bestellung von Fernverkehrsverbindungen für die Oberzentren, zu denen auch Straubing gehört, ablehnt wie die Bundesregierung insgesamt. „Der Deutsche Bundestag, in der Summe also unsere Bundestagsabgeordneten müssen ausreichend Mittel für den Streckenausbau zur Verfügung stellen, für den Güter- wie für den Personenverkehr,“ lautet die Forderung des BN.

Das Jahr der Biodiversität, als das 2010 erklärt worden war, müsse auch dazu führen, in Zukunft Lebensräume für Tier- und Pflanzenarten und die ganze Artenvielfalt zu erhalten. Dies funktioniere sicher nicht, wenn die Flächenüberbauung im bisherigen Masse weiterbetrieben werde. Meist sei mit dieser darüber hinaus auch eine Versiegelung und somit der Verlust von Versickerungsflächen verbunden, was durch schnelleren Abfluss von Regenwasser zu verstärkten Hochwasserspitzen führe. Dem müsse durch konsequenten Freiflächenschutz vorgebeugt werden und Hochwasserschutz dürfe nicht nur als Reparaturmassnahme für den zerstörten Wasserhaushalt  in Form von Deicherhöhungen und technisch ausgerichteten Lösungen wie grossen Flutpoldern erfolgen.

Mit freundlichen Grüssen

Johann Meindorfer

2. Kreisvorsitzender

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