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BN-Anregungen nicht rechtzeitig aufzugreifen, rächt sich – spätestens in der nächsten Politikergeneration

Dass BN-Anregungen  nie verkehrt sind, sondern oft scheinbar der Zeit um einiges voraus, zeigt sich wieder einmal in der Diskussion um die Energieversorgung des Industriegebietes Straubing-Sand am Hafen: da würde sich laut einer Studie ein Biomasse-Heizkraftwerk auszahlen. Doch nachdem ein entsprechender Anschluss den Betrieben erst Jahre nach deren Ansiedlung angeboten würde, „sei das Interesse an diesem Integrierten Energiekonzept noch verhalten“. Kein Wunder, ein entsprechendes Versorgungsnetz hätte bereits zu Anfang der Ansiedlungen bereitgestellt werden müssen, bevor die Unternehmen sich jeweils eigenständige Energieversorgungsanlagen errichtet haben. Nicht umsonst hieß es in der Stellungnahme des Bund Naturschutz zum Bebauungs- und Grünordnungsplan „Straubing-Sand Abschnitt I“ schon 1993: „Weder für die Strom-, noch für die Wärmeversorgung liegt ein Konzept vor, dass die jeweils effizienteste Energiebereitstellung und -verwendung sichert. Die Festsetzung, dass „vorrangig umweltverträgliche Energien wie Gas, Strom und Sonnenenergie eingesetzt werden dürfen“, ist juristisch wertlos. Ein BHKW-Konzept, die Vorschrift zur Nutzung etwaiger betrieblicher Abwärme und ein Verbot des Stromeinsatzes zur Wärmeerzeugung fehlen. Dies halten wir jedoch für dringend erforderlich, um nicht bei einem völlig neu geplanten Industriegebiet Versäumnisse früherer Jahre zu wiederholen und negative Sachzwänge zu setzten. Ein Mindestanteil regenerativer Energien (Solar-, Windkraft, Biogas oder Hackschnitzel-BHKW) sollte ebenfalls festgelegt werden.“ Der Zweckverband Industriegebiet (ZVI) wägte diesen Hinweis wie folgt ab: „Die Anregung über die Versorgung mit Energie durch ein Blockheizkraftwerk ist für diesen Teilbereich nicht relevant. Für den gesamten Planungsbereich sind die zuständigen Energieversorgungsunternehmen aufzufordern, entsprechende Überlegungen und Wirtschaftlichkeitsberechnungen aufzustellen.“ Da gibt die Politik die kommunale Planungshoheit  ab mit dem Ergebnis: Gasleitungen gelegt, energieeffiziente Energieversorgung mit Kraft-Wärme-Kopplung versemmelt. Und nach Jahren rächt sich diese Ignoranz der politisch Verantwortlichen gegenüber BN-Anregungen, da wird denn lamentiert, dass leider schon alle Betriebe eine eigene Energieversorgung aufgebaut haben.

So wie diese Ignoranz gegenüber Anregungen des BN ja schon mehrmals zu nicht nachvollziehbaren Ergebnissen geführt hat, etwa: Statt die neue Haltestelle für den Regionalbusverkehr am Theresientor mit der Haltestelle der Stadtbuslinie 3 zu kombinieren, wurde eine Haltestelle an der dortigen Grünanlage angelegt, die der Stadbusverkehr nicht anfährt , weil man nicht weitere Fahrspuren kurz vor der Ampel queren will. Statt den Anschluss des Gebietes um das neue Institut für Hörgeschädigte schon im Bebauungsplan planerisch zu berücksichtigen, wurde nachträglich eine einmal an Schultagen in diese Richtung verkehrende eigene „Linie 5“ kreiert, die außer dem Bahnhof keinerlei Zwischenhalt hat und nicht in das Liniensystem integriert ist. Ein Rohrkrepierer von Anfang an. Solches Außerachtlassen ökologischer Erfordernisse auf Kosten und zu Lasten der Allgemeinheit, obwohl man im dazu vorgesehenen Bauleitplanungsverfahren auf die Notwendigkeiten hingewiesen wird, darf bei künftigen Planungen nicht mehr vorkommen.

Bund Naturschutz Kreisgruppe Straubing-Bogen

Johann Meindorfer

2. Kreisvorsitzender