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Deutschland soll Leitmarkt bei Elektro-Autos werden

Der ökologisch und gesundheitlich sinnvollste Stadtflitzer hat zwei Räder, zwei Pedale und  bedarfsweise vielleicht einen Elektro-Hilfsmotor - Elektro-Autos sind nur bei energieeffizientester Konstruktion und Betrieb mit echtem Öko-Strom vertretbar

Wenn Bundeskanzlerin Merkel Elektro-Autos als Beitrag zum Klimaschutz anpreist und Ministerpräsident Seehofer den Freistaat zur „Nummer 1 in der Elektromobilität machen“ will, dann sind vorher einige Hausaufgaben zu erledigen.  Elektroautos stellen nur dann eine sinnvolle Perspektive dar, wenn ihr Energieverbrauch durch Gewichtsreduzierung und energieeffizienteste Technik gegenüber den heutigen Kraftfahrzeugen deutlich reduziert ist und sie mit echtem umweltverträglich erzeugtem Ökostrom aus regenerativen Energiequellen betrieben werden. Zwar sind sie im Betrieb emissionsfrei, aber nur, weil die Emissionen an anderer Stelle, den Standorten von Kohle-, Öl-, Gas- oder Atomkraftwerken freigesetzt werden, wenn nicht Strom aus regenerativen Energiequellen verwendet wird. Der geringe Wirkungsgrad konventioneller Großkraftwerke von meist unter 35% führt sogar zu einem höheren Primärenergieverbrauch von Elektroautos, weil dadurch im Endeffekt nur ein Drittel des Energieinhalts der fossilen Energieträger für deren Antrieb genutzt wird. Der Rest verpufft als ungenutzte Abwärme, nicht ohne trotzdem für entsprechenden CO2-Ausstoss zu sorgen. Greenpeace bezeichnet Elektroautos beim herkömmlichen Strom-Mix nicht zu Unrecht als „Nachtspeicherheizung auf Rädern“. Und für den Grossteil der innerstädtischen und Kurzstreckenmobilität gilt: Der ökologisch und gesundheitlich sinnvollste Stadtflitzer hat zwei Räder, zwei Pedale und bedarfsweise vielleicht einen Elektro-Hilfsmotor. Er ist bewährt und bekannt unter dem Begriff „Fahrrad“. Dieser Flitzer wird auf weiteren Strecken sinnvoll ergänzt durch Bus und Bahn. Und die setzt schon weitestgehend auf Elektromobilität, aber auch noch nicht in wünschenswertem Masse aus regenerativen Energiequellen.

Erforderlich ist neben dem Einsatz der energieeffizientesten (auch leichtesten) Fahrzeuge, dass die öffentliche Hand wie Städte, Landkreise, Kommunen, aber auch Haushalte und gewerbliche Stromverbraucher auf 100 Prozent echten Ökostrom bei einem Öko-Stromversorger umsteigen, der zusätzlich zu bisherigen Anlagen die Nachfrage nach Ökostrom zum Bau neuer Energieerzeugungsanlagen mittels Photovoltaik, Windkraft, ökologisch verträglich erzeugter Biomasse etc. nutzt und damit den umweltschädlichen Atom- und Kohlestrom ersetzt. Mehr Stromverbrauch durch eine Million Elektro-Autos abzudecken darf nicht auf Kosten der Umwelt gehen. Deshalb müssen dazu unabdingbar neue Energieerzeugungsanlagen mittels Photovoltaik, Windkraft, ökologisch verträglich erzeugter Biomasse errichtet und die Stromnetze hierfür kompatibel gestaltet werden. Und an oberster Stelle muss dazu die Energieeffizienz in allen Bereichen von Industrie, Gewerbe, öffentlicher Hand, Haushalten und Verkehr gesteigert werden. Sonst könnte sich bei den Vorschlägen zu automobiler Elektromobilität um einen verbrämten Vorstoß zur Verlängerung der Atomkraftwerks-Laufzeiten entpuppen. Das wollen wir ja nicht hoffen, aber befürchten müssen wir es.

Bund Naturschutz Kreisgruppe Straubing-Bogen

Johann Meindorfer

2. Kreisvorsitzender