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BN-Exkursion im Nationalpark Bayerischer Wald zeigte: Werden und Vergehen geht auch umgekehrt

Vielseitiges Leben in toten Bäumen – natürliche Prozesse ablaufen lassen - Artenvielfalt Grundlage menschlichen Lebens

Dass abgestorbene Bäume und Totholz wichtige Funktionen im Ökosystem Wald haben, erfuhren die Teilnehmer einer Exkursion des Bund Naturschutz (BN)  im Rahmen der „Bayern Tour Natur“ mit dem Schwerpunkt „Artenvielfalt von Pilzen“. Mit der Waldbahn und dem „Falkensteinbus“ des Nationalparks Bayerischer Wald ging es ins Urwaldgebiet Mittelsteighütte. Dort erläuterte Pilzexperte Heinrich Holzer, Regionalbeauftragter der Bayerischen Mykologischen Gesellschaft für den bayerischen Wald, Funktion, Bedeutung, Lebensweise und Arten von Pilzen im Wald. Bäume bilden eine Lebensgemeinschaft (Symbiose) mit Pilzen im Boden, andere Pilze betätigen sich als Destruenten und zerlegen abgestorbenes Holz, einige bauen Lignin ab, andere Zellulose. Holzer zeigte dies an seit langem im Wald liegenden Baumstämmen, die nur in den der Natur überlassenen Bereichen den natürlichen Prozess des Werdens und Vergehens bis zur Endzersetzungsphase durchlaufen könnten, der für einen grossen Baum hunderte von Jahren dauere. In umgekehrter Richtung sei das Vergehen alter Bäume Grundlage für das Werden neuer Bäume. Das Wachstum von Bäumen und Wäldern sei von Pilzen abhängig, ein „Prozessschutz“ in Nationalparken mit grossen Zonen ohne forstwirtschaftliche Nutzung dringend sicherzustellen. Eindrucksvolle Pilz-Exemplare am Boden, an Bäumen und Totholz wie des Zunderschwamms erläuterte Holzer – vom duftenden Feuerschwamm gebe es an der Mittelsteighütte eines von weltweit nur noch 9 Vorkommen.

An einer zwischen 400 und 500 Jahre alten, 52 Meter hohen Tanne erklärte er, dass allein in deren Baumkrone IM Tausenderbereich Insekten und Pilze in über 100 Arten vorkämen. Die Teilnehmer erkannten, dass für ein funktionierendes Ökosystem gerade auch kleinste und unscheinbarste Organismen wichtig seien, dass Totholz im Wald keine Unordnung, sondern Grundlage einer stabilen Artenvielfalt und neuen Lebens darstellt. Mit dem Waldboden müsse schonend umgegangen werden, da er neben den Wurzeln der Bäume auch die lebensnotwendigen Pilzstrukturen beherbergt. Klimaänderungen in dramatischem Tempo veränderten die Artenzusammensetzung und die Verbreitungsgebiete der Arten so schnell, dass diese aus dem Gefüge geraten könnten. Klimaschutz durch Senkung des Energiehungers der Gesellschaft sei daher auch wegen des nötigen Zusammenspiels verschiedenster Tier-, Pilz- und Pflanzenarten ein dringendes Gebot zum Erhalt der Grundlagen für das menschliche Leben, resümierten Holzer und 2. BN- Kreisvorsitzender Johann Meindorfer. Auch dies sei für den BN Grund, die Ausweitung der unbewirtschafteten Areale im Nationalpark Bayerischer Wald und einen zusätzlichen bayerischen Nationalpark im Steigerwald zu fordern.

Ein Infopaket zur Vielfalt von Pilzen und zum Nationalpark wird vom BN gegen 5 € als Schein oder Briefmarken oder Vorab-Überweisung auf das BN-Konto 461251 bei der Sparkasse Niederbayern-Mitte, BLZ 74250000 mit vollständiger Absenderangabe und Stichwort „IP NP“; zugesandt. Bestellung unter Tel. 09421/2512,  Fax 09421/963910 oder straubing@bund-naturschutz.de, Abholung beim BN, Albrechtsgasse 3, 94315 Straubing, Montag bis Freitag von 9.00 Uhr bis 17.00 Uhr, Samstag bis 14.00 Uhr.