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BN-Jahreshauptversammlung

„Freifließende Donau mit wechselnden Wasserständen  hat zentrale Bedeutung für Artenvielfalt“

Großflächige Erweiterung des Steinbruchs bei Steinach/Ascha nicht hinnehmbar

Der Erhalt des letzten Stücks der Freifliessenden Donau in Bayern zwischen Straubing und Vilshofen stand im Mittelpunkt der  Jahreshauptversammlung der Kreisgruppe am Freitag. Zur Einführung gab es Film über die heimische Donaulandschaft von Karl-Heinz Hammer unter dem Titel „Donauzeiten im Straubinger Land“ zu sehen, der die Anwesenden, unter ihnen zum Film auch etliche Nichtmitglieder sehr faszinierte. Kreisvorsitzender Andreas Molz ergänzte dessen Aussagen mit Erläuterungen, wie sich die Artenzusammensetzung insbesondere auch bei den Fischen in den Stauhaltungen Geisling und Straubing gegenüber dem freifließenden Abschnitt verändert hat: ebenso wie bei der Vogelfauna haben eher häufige und Allerweltsarten zugenommen, aber die selteneren Arten mit hohen Lebensraumansprüchen wie wechselnden Wasserständen  hätten stark abgenommen. Ein Beweis, dass die freifließende Donau gerade für die hierauf spezialisierten Arten nicht ersetzbar sei und ein weiterer Stau nicht ausgleichbar wäre. Die freifließende Donau mit wechselnden Wasserständen  habe zentrale Bedeutung für die Artenvielfalt, die sogenannte Biodiversität. Weltweit haben 190 UN-Mitgliedstaaten die »Biodiversitätskonvention« unterschrieben und sich darin verpflichtet, den Rückgang der Artenvielfalt zu verlangsamen. Die Staats- und Regierungschefs Europas hätten sich verpflichtet, bis 2010 den Rückgang der biologischen Vielfalt in Europa aufzuhalten. Die Bundesregierung hat 2007 eine Biodiversitätsstrategie und das bayerische Kabinett hat 2008 eine Biodiversitätsstrategie beschlossen. Zusammen mit den EU-Naturschutz-Richtlinien könne er sich daher keinesfalls vorstellen, so Molz, dass bei Einhaltung von Recht und Gesetz weitere Stauhaltungen in der Donau zulässig wären .

Molz unterstrich auch die ablehnende Haltung des BN gegen eine massive Erweiterung des Steinbruchs bei Steinach/Ascha, die den Behörden vorgetragen worden seien. Kritisch merkte er an, dass auf dem bisherigen Steinbruchgelände offensichtlich keine Rekultivierungsmaßnahmen durchgeführt wurden. Es bestehe demnach keine hinreichende Zuverlässigkeit, dass die vorgesehenen Maßnahmen bei Erweiterung des Abbaus realisiert würden: „Auf den Randflächen des Abbaus finden sich viele Neophyten, es ist daher zu befürchten, dass die Sukzession zu natürlichen, einheimischen Beständen auf den meisten Standorten behindert wird oder unmöglich ist“, so die Begründung. Vorrangig vor Abbau und Verbrauch von Primärrohstoffen wie Kies und Sand müsse ohnehin die Verwendung von aufbereitetem und gereinigtem Bauschutt-Granulat bei geeigneten Bau-, insbesondere Tiefbauvorhaben, etwa beim Unterbau von Strassen, Wegen und Stellplätzen sowie von Recyclingasphalt im Tragschichten- und Deckenbau sein. Dies sicherzustellen und bei eigenen Bauvorhaben umzusetzen, sei Verpflichtung für alle Stellen der öffentlichen Hand, war seine Antwort auf die Frage einer Zuhörerin, ob denn hier Landschaft für den Rohstoffabbau für den Straßenbau zerstört werde.

Nach Vorstellung der Jahresabrechnung durch Schatzmeisterin Roswitha Schanzer und dem Bericht des Kassenprüfers erfolgte die Entlastung der Vorstandschaft. Als neuer Kassenprüfer wurde Ernst Baumgartner aus Straubing gewählt und das weitere Veranstaltungsprogramm vorgestellt. Es enthält Vorträge wie „Vom Einzeltier zum Staat – Ameisen“ wie eine Besichtigung der Kompostanlage Aiterhofen des ZAW sowie am Sonntag, 16. Mai eine Frühlings-Wanderung  im Tal der Schwarzen Laaber. Interessenten erhalten es kostenlos beim Bund Naturschutz. Auch auf der Internetseite der BN-Kreisgruppe unter www.straubing.bund-naturschutz.de ist es abrufbar. Auch der Film "Donauzeiten im Straubinger Land" von Karl-Heinz Hammer ist als DVD beim Bund Naturschutz erhältlich. Er stellt in beeindruckenden Tier-, Pflanzen- und Landschaftsaufnahmen das wertvolle Potential der Donaulandschaft dar. Bei Abholung in der BN-Geschäftsstelle 94315 Straubing Ludwigsplatz 14/Eingang um die Ecke in der Albrechtsgasse von Montag bis Freitag von 9 bis 17 Uhr sowie Samstag von 9.00 Uhr bis 14.00 Uhr kostet die DVD 14 €, das Infopaket "Donau" gibt es dort gegen eine Spende. Der Versand erfolgt gegen 5 € für das Infopaket "Donau" und 20 € für die DVD inklusive Infopaket "Donau" in Briefmarken, Geldschein oder Vorab-Überweisung auf das Konto 461251 bei der Sparkasse Niederbayern-Mitte, BLZ 74250000 unter genauer Absenderangabe. Bestellung ist möglich unter Tel. 09421/2512, Fax 09421/963910 oder unter Email straubing@bund-naturschutz.de.