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BN-Kreisvorstand zur Bioenergieregion Straubing-Bogen: Biogasanlagen nur mit ökologieverträglichem Input

Zum Meinungs- und Informationsaustausch lud der Kreisvorstand des Bund Naturschutz am vergangenen Montag Netzwerkmanagerin Laura Osterholzer vom Zukunftsbüro am Landratsamt Straubing-Bogen. Einigkeit bestand darin, dass Energiesparen und höhere Energieeffizienz oberste Priorität hätten, der Restenergiebedarf langfristig aus regenerativen Energien zu decken sei. Osterholzer stellte die Ziele und Aufgaben der Bioenergieregion Straubing-Bogen dar und gab einen Überblick über schon umgesetzte und noch geplante Energieprojekte, die aus dem Bundeswettbewerb Bioenergie-Regionen gefördert würden. So habe man regionale Heizungsbauer geschult, Energy Scouts ausgebildet, die nun in derzeit 22 Landkreis-Gemeinden zur Erstberatung der Bürger in Energiefragen zur Verfügung stünden, Machbarkeitsstudien für Kommunale Energiemodelle bezuschusst und eine Potenzialanalyse für Biogasanlagen im Landkreis in Auftrag gegeben. Derzeit entstehe ein Branchenführer zur Bioenergie-Region Straubing-Bogen. Natürlich beschränke sich die Förderung des Bundeslandwirtschaftsministeriums im Wesentlichen auf Bioenergie, wie der Name des Förderprogramms bereits klarstellt, weitere regenerative Energien könnten allerdings im  Rahmen von Machbarkeitsstudien berücksichtigt werden. Der BN will mit Priorität diejenigen Energieträger gefördert sehen, die bei Betrachtung von Energieeinsatz und -ausbeute die höchste Effizienz aufweisen. Im Vergleich zur Nutzung von landwirtschaftlich genutzter Fläche im Gäuboden durch Freiland-Photovoltaikanlagen zeige der Energiepflanzenbau für Agrarsprit oder Biogas nach Ansicht des BN eine geringere Effizienz. Demgegenüber könne aber die bessere Speicherbarkeit von Bioenergie gestellt werden, sodass insgesamt ein sinnvoller Mix regenerativer Energien notwendig sei.

Auch wenn der BN für Photovoltaik seit Langem die vorrangige Nutzung von Dachflächen fordere, sprach sich 2. BN-Kreisvorsitzender Johann Meindorfer für Freiland Photovoltaikanlagen auch im Gäuboden aus. Damit müsste durch dauerhaften Erhalt von Eingrünungen der Anlagen eine ökologische Aufwertung der ausgeräumten Agrarlandschaft des Gäubodens einhergehen, wie sie das Landesentwicklungsprogramms (LEP) als "Dauerhafte Sicherung und - wo möglich - Wiederherstellung der Naturgüter Boden ... Pflanzen- und Tierwelt", "Sicherung von Lebens- und Teillebensräumen wild lebender Pflanzen und Tiere, Weiterentwicklung zu Biotopverbundsystemen" gebietet. Auch der Regionalplan fordere die "Schaffung ökologischer Ausgleichsflächen in landwirtschaftlich intensiv genutzten Gebieten, insbesondere südlich der Donau", " Bewahrung der natürlichen Faktoren Luft, Boden, Wasser, Tier- und Pflanzenwelt vor schädlichen Einflüssen und Belastungen". Die intensiv-landwirtschaftliche Biotreibstoff-Produktion bedeute weitere dauerhafte Einträge von Chemikalien (Pestizide, Dünger) in Boden und Grundwasser, die Photovoltaiknutzung dagegen eine Phase der Regeneration von Boden und Grundwasser wie auch der Artenvielfalt. Der rückstandslos mögliche Abbau der Anlagen nach einigen Jahrzehnten Betriebsdauer und die dann uneingeschränkt wieder aufnehmbare landwirtschaftliche Nutzung der Böden spreche für Freiland-Photovoltaikanlagen als vertretbare und förderungswürdige Brückentechnologie.

Biogasanlagen sind nach Ansicht des BN sinnvoll und vertretbar, soweit diese mit hofeigenen landwirtschaftlichen Reststoffen, Grünlandaufwuchs oder solchen aus der nächsten Umgebung gespeist würden. Wichtig sei, dass die eingesetzten Substrate, ob pflanzlicher Herkunft oder aus der Tierhaltung, ökologisch verträglich und ethisch vertretbar erzeugt würden. Dies sei bei Biogasanlagen nicht der Fall, wenn sie mit Gülle aus Massentierhaltungsanlagen oder mit Pflanzen aus der industrialisierten Intensiv-Landwirtschaft mit Mineraldünger- und Pestizideinsatz beschickt würden. Es dürfe nach dem Atom-Ausstiegsbeschluss nicht nur darum gehen, wie der bisher zu hohe Energieverbrauch durch andere Energiequellen gedeckt werden kann, sondern vor allem wie der Bedarf zu vermindern ist. Hierzu seien die Politik durch entsprechende Vorgaben sowie Behörden, Industrie, Gewerbe und Verbraucherschaft durch ein umweltverträgliches Verhalten gemeinsam gefordert. Zum Abschluss des Austausches regte BN-Vorstandsmitglied Gisela Diergardt an, die Bioenergieregion möge Schulungen für Planer und Bauherren anbieten.

Mit freundlichen Grüssen
Johann Meindorfer
2. Kreisvorsitzender