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09.01.2010 „Wissenschaft ist ein Wirtschaftsfaktor“

Straubing-Bogen wird von der Bayerischen Staatsregierung der Wirtschaftsfaktor Hochschule vorenthalten

Wenn Bayerns Wissenschafts-Minister Dr. Wolfgang Heubisch Wissenschaft als einen wichtigen Wirtschaftsfaktor bezeichnet, hat er Recht. Wenn er aufzählt, wo in Niederbayern 2400 neue  Studienplätze (!) angesiedelt werden und etliche Hochschulbauten entstehen, wird deutlich, wo die Bayerische Staatsregierung diese Wirtschaftskraft hinlenkt, nach Passau, Landshut und Deggendorf,  und wo sie sie vorbeilenkt: an Straubing, die laut Ortsschildern ausgewiesene Wissenschaftsstadt, die bei allem Hochschulausbau wieder leer ausgeht. Mitsamt dem Landkreis Straubing-Bogen. Nicht nur Grundstudiengänge und Studienplätze werden Straubing damit durch die Bayerische Staatsregierung vorenthalten, auch Arbeitsplätze in den Baugewerben sowie im öffentlichen Dienst und die mit alledem verbundene Kaufkraft für die Region. Zu fordern ist  eine wis-senschaftliche Infrastruktur-, Studienplatz-, Personal- und Finanzausstattung, die der einer kompletten Hochschule entspricht.

Dass erheblicher Bedarf in Ausbildung, Lehre und Forschung im Bereich Nachwachsende Rohstoffe und Erneuerbare Energien inclusive der Ökobilanzierung, das heisst der Bewertung dieser neuen Energieerzeugungsarten in ökologischer Hinsicht besteht, dürfte unbestritten sein. Nur bei umweltverträglichster Erzeugung und effizientestem Einsatz der nachwachsenden Rohstoffe sind diese als Energieträger vertretbar. Eine Ausweitung des hochgeschätzten Wissenschaftszentrums Straubing, das erfreulicherweise auch in diesen Bereichen arbeitet, um eigene Lehrstühle zur Rohstofferzeugung mittels ökologischer Landwirtschaft, zur Ökobilanzierung nachwachsender Rohstoffe und weiteren ökologieorientierten Themenfeldern mit erheblichem Ausbau der Studienkapazitäten und Ansiedlung von Grundstudiengängen verbunden mit damit zu schaffenden wissenschaftlichen Stellen und Studienplätzen könnte zur Gleichstellung Straubings mit anderen Oberzentren in Sachen Hochschulausstattung erfolgen. Das Landesentwicklungsprogramm Bayern enthält einige Argumente, mit der Straubings Forderungen unterstrichen werden können: „Um die Überlastquoten an den einzelnen Hochschulen zu reduzieren, sind die Studienplätze entsprechend auszubauen. Die gleichmäßige Auslastung der Studienkapazitäten der über das ganze Landesgebiet verteilten Hochschulen gewährleistet eine wohnortnahe Hochschulausbildung, erhöht die Qualität der Studienbedingungen und trägt zur gleichmäßigen Versorgung aller Landesteile mit akademisch ausgebildeten Nachwuchs-kräften bei.“ Und der Regionalplan sagt aus: Es ist von besonderer Bedeutung, das Oberzentrum  Straubing in seinen oberzentralen Versorgungsaufgaben zu stärken. Insbesondere sind anzustreben der Ausbau im oberzentralen Bildungsbereich und der Ausbau im oberzentralen Behördenbereich. Minister Dr. Heubisch lehnt dies in einem Schreiben an den BN  mit der nicht nachvollziehbaren Begründung ab, „die Schaffung zusätzlicher Kapazitäten an den Hochschulen mit grundständigen Studiengängen … wäre mit dem Alleinstellungsmerkmal des Wissenschaftszentrums Straubing als anerkannte Kompetenz-plattform für nachwachsende Rohstoffe nicht vereinbar.“ Was würde an Kompetenz verloren gehen, wenn man es um weitere Module erweitern würde? Herr Dr. Heubisch kann zusammen mit Bayerische Staatsregierung stattdessen natürlich auch unab-hängig vom bestehenden Wissenschaftszentrum seinen im Mai 2009 zusagten „Einsatz für eine Hochschule in Straubing“  wahr machen. Straubing-Bogen harrt nach wie vor der Gerechtigkeit. Die Staatsregierung steht nach wie vor in der Pflicht.

Bund Naturschutz Kreisgruppe Straubing-Bogen

Mitgliedsverband im Verein Hochschulstadt Straubing e.V.

Johann Meindorfer, 2. Kreisvorsitzender