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10.01.2010 „Aigner gefährdet Schlachtbetriebe“

Der Massentierhaltung Einhalt gebieten – und ihren Verfechtern auch !

Bundeslandwirtschaftsministerin Aigner ruft zu Recht zu weniger Fleischkonsum auf. Auch Bayerns Ministerpräsident Seehofer gibt immer wieder vor, für eine bäuerliche Landwirtschaft einzutreten. Doch dann zieht Bayerns Landwirtschaftsminister Helmut Brunner zur „Woche der Bayerischen EG und Vieh“ durch die Lande, im Schlepptau einen Mitarbeiter der Bayerischen Landesanstalt für Tierzucht, mit der Empfehlung zu mehr Masse für steigenden Fleischbedarf: „da macht´s die Masse, denn ein Maststall sollte schon 40000 Plätze haben.“ Sehr bodenständig und bäuerlich. Und entlarvend, wie man in Wirklichkeit der tierquälerischen Massentierhaltung zuarbeitet seitens der Bayerischen Staatsregierung. Frage niemand, wie „tiergerecht“ ein Maststall mit 40000 Plätzen sein kann, da ist zwar von Plätzen die Rede, aber wohl nicht für ausreichend Platz für die Tiere. Frage auch niemand, wie in solchen Massenhaltungen die „Betreuung“ der Tiere, auch die tierärztliche, aussieht – vielleicht werden die Kadaver der verendeten Tiere ja regelmässig „entsorgt“. Frage niemand, wie der Transport der (gerade noch?) lebenden Tiere zur Grossschlächterei erfolgt, im Zuge des „Konzentrationsprozesses in Fleischwirtschaft und Lebensmitteleinzelhandel“. Frage niemand, wie denn regelmässig der Ausbreitung von Tierseuchen, wenn sie sich durch ungesunde stressbelastende Massenhaltung auf engstem Raum verbreiten können, begegnet wird: wohl durch Massen-„Keulung“, „vorbeugende“ Tötung einer Vielzahl von Tieren.

Auch die Erweiterung der Geflügel-Grossschlächterei in Bogen-Hofweinzier, die derzeit wegen der Lagerung des Erdaushubs in der Presse auftaucht, aber ansonsten den Bogener Stadtrat scheinbar problemlos passiert hat, bedeutet eine weitere Konzentration der Schlachtung von Geflügel mit unnötig langen Transportwegen für das Schlachtgeflügel. „Unnötig lange Tiertransporte führen zu unnötigen Umweltbelastungen durch Abgas- und CO2-Ausstoss, unnötigen Stressbelastungen der Schlachttiere und einer Ausweitung tierungerechter Massentierhaltung  Dies widerspricht dem zu fordernden Leitbild einer klima-, umwelt- und tiergerechten Wirtschaftsweise, speziell in der  landwirtschaftlichen Produktion,“ hatte der Bund Naturschutz in seiner Stellungnahme dazu geschrieben. Frage niemand, wen es von den Verantwortlichen gestört oder auch nur interessiert hat.

Und doch: man frage eben schon die politisch Verantwortlichen, wie sie diese Entwicklung zulassen könnten. Es gilt der Massentierhaltung Einhalt gebieten – und ihren Verfechtern auch, die sie unter dem Schutz- und Deckmäntelchen „bäuerlicher Landwirtschaft“ verkaufen wollen ! Und es gilt, durch das eigene Verhalten dem unwürdigen Umgang mit Lebewesen und damit verbunden dem Naturhaushalt entgegenzutreten: durch Verzicht von Discount- und Billigfleisch, das nur aus Massentierhaltung unter Ausbeutung von Tier und Natur auf den Markt gebracht werden kann. Durch weniger Fleischkonsum insgesamt, was auch ein Beitrag zu klimaschonender Ernährung ist („Damit´s für alle reicht, weltweit…“). Und wenn man Fleisch- und Wurstprodukte haben möchte, dann durch den gezielten Einkauf von echtem Bio-Fleischwaren. Auf in den Bioladen! Bio ist besser für unsere Lebensqualität als Nicht-Bio – das gilt für alle Lebensmittel. Und Bio-Regional ist optimal. Um die halbe Weltkugel weitgereistes Lammfleisch aus Neuseeland oder Rindfleisch aus Argentinien, womöglich von Flächen gerodeter ehemals wertvoller Wälder dagegen ist weniger als suboptimal, wenn es auch bisweilen als „Feinkost“ angepriesen wird.

Bund Naturschutz Kreisgruppe Straubing-Bogen

Johann Meindorfer Stellv. Kreisvorsitzender