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BN-Kreisvorstand kritisiert Kürzung der Fördermittel für den Öko-Landbau – in Straubing Demo „Fackeln für die Donau“

Busfahrt zur Berliner Groß-Demo "Wir haben es satt!" — gegen Gentechnik, Tierfabriken und Dumping-Exporte“ – Regionale Mandatsträger sollen sich für ökologische Landwirtschaft und fair produziertes Essen einsetzen –Hochwasserschutz durch weniger Flächenversiegelung - ökologisch optimierte Flutung der Öberauer Schleife nötig 

Dass die Regierungskoalition aus CSU, CDU und FDP die Mittel für das Bundesprogramm Ökologischer Landbau zusammengestrichen hat und gleichzeitig massiv die Agro-Gentechnik fördert, kritisierte der Kreisvorstand des Bund Naturschutz (BN) in seiner Januar-Sitzung heftig, nachdem er an der Montagsdemonstration gegen die Verlängerung der Laufzeiten der Kernkraftwerke teilgenommen hatte. Während der Beratungen des Bundeshaushalts strichen die Abgeordneten von CDU, CSU und FDP mit einem Nebensatz die Fördermittel für den Öko-Landbau. Sie erreichten dies, indem sie den Haushaltstitel „Bundesprogramm Ökologischer Landbau“ um die Worte „und andere nachhaltige Formen der Landwirtschaft“ ergänzten. Damit können nun mit den 16 Millionen Euro auch konventionelle Landwirte gefördert werden, steuerte 2. Kreisvorsitzender Johann Meindorfer bei.

„Niemandem dürfte entgangen sein, dass inzwischen alles zur nachhaltigen Landwirtschaft erklärt worden ist. Ob Chemie-Einsatz in der Natur, industrielle Tierhaltung in Massenställen, Gentechnik in der Pflanzenzucht – alles wird unter dem gleichen Begriff aufgewertet“, habe inzwischen der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) kritisiert. Mit ihrer Umwidmung habe sich die Koalition durch die Hintertür des auf den Öko-Landbau zugeschnittenen Programms entledigt. Die Folgen seien bereits spürbar. Neue ökologisch wegweisende Projekte für das Förderprogramm werden nicht mehr angenommen, unvernünftiger weise wolle die Bundesregierung die Agrogentechnik statt den Öko-Landbau. fördern, so die BN-Kritik. „Megamast- und -schlachtanlagen im unmittelbaren Straubinger Umfeld, Dioxin im Ei, Gentechnik auf dem Teller, Pestizide in den Flüssen: In unserer Landwirtschaft läuft vieles schief,“ so Meindorfer. Gründe dafür sei die verfehlte Agrarpolitik der Europäischen Union, . Sie steht nicht im Einklang mit den selbstgesetzten Umweltzielen der EU sondern fördert genau das Gegenteil. Bei der anstehende Agrarreform müssten grundlegende Verbesserungen auf EU-Ebene und damit auch in Deutschland  durchgesetzt werden. Daher will die BN-Kreisgruppe gemeinsam mit Zivilcourage Straubing-Bogen, Bündnis für gentechnikfreien Anbau, eine Busfahrt zu der großen Demonstration in Berlin am 22. Januar unter dem Motto "Wir haben es satt!" — gegen Gentechnik, Tierfabriken und Dumping-Exporte“ organisieren. Dem Nein zu industriell-landwirtschaftlichen Großstrukturen setzt der BN ein „Ja zu bäuerlicher, ökologischer Landwirtschaft und fair produziertem Essen“ entgegen und fordert auch den Einsatz der regionalen Mandatsträger in den Parlamenten.

Das Jahr der Biodiversität, als das 2010 erklärt worden war, müsse auch dazu führen, in Zukunft Lebensräume für Tier- und Pflanzenarten und die ganze Artenvielfalt zu erhalten. Dies funktioniere sicher nicht, wenn die Flächenüberbauung etwa für Discounter und deren Parkplätze im bisherigen Maße weiterbetrieben werde. Meist sei mit dieser darüber hinaus auch eine Versiegelung und somit der Verlust von Versickerungsflächen verbunden, was durch schnelleren Abfluss von Regenwasser zu verstärkten Hochwasserspitzen führe. Dem müsse durch konsequenten Freiflächenschutz vorgebeugt werden und Hochwasserschutz dürfe nicht nur als Reparaturmaßnahme für den zerstörten Wasserhaushalt  in Form von Deicherhöhungen und technisch ausgerichteten Lösungen wie großen Flutpoldern erfolgen. Im Hinblick auf den geplanten Flutpolder Öberau in der Größenordnung von 10 Millionen Kubikmeter Wasserhaltung bekräftigte Kreisvorsitzender Andreas Molz die Forderung nach einem ökologisch optimiertes Konzept der jährlich stattindenden künstlichen Flutung der Öberauer Schleife. Für den 29. Januar plant man eine Demonstration in Straubing für den Erhalt der freifliessenden Donau im Rahmen der bundesweite Aktion zum Schutz der Flüsse unter dem Motto „Fackeln für die Donau“.

Mit freundlichen Grüssen

Johann Meindorfer

2. Kreisvorsitzender