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BN-Kreisvorstand: Energiewende mit Leben füllen

Atomausstieg und Klimaschutz müssen gemeinsam gelingen - Bei privatem Konsum, in Landwirtschaft und Verkehr alle EinsparpotentiaIe ausschöpfen! Kurswechsel in Agrarpolitik nötig 

Priorität für Bahn als sozial- und ökologieverträglichem Verkehrsträger vor weiterem Straßenbau und Donauverbauung

Dass alle EinsparpotentiaIe ausgeschöpft werden müssen, damit Atomausstieg, Versorgungssicherheit  und Klimaschutz gleichermassen gelingen, steht für den BN-Kreisvorstand fest. Es dürfe nach dem Ausstiegsbeschluss nicht nur darum gehen, wie der bisher zu hohe Energieverbrauch durch andere Energiequellen gedeckt werden kann. Der BN warnt vor Politikern gerade aus der FDP, die nun wieder gegen den bis 2022 beschlossenen Atomausstieg "sticheln", wie es Kreisvorsitzender Andreas Molz bei der Juni-Kreisvorstandssitzung formulierte. Vielmehr sei schon das Weiterlaufenlassen der Atomkraftwerke und damit das Weiteranhäufen von Atommüll unverantwortlich.

Bei privatem Konsum, in Landwirtschaft und Verkehr müsse man alle EnergiesparpotentiaIe ausschöpfen. Dass ein Kurswechsel auch in der Agrarpolitik notwendig ist, sei überdeutlich, auch weil das derzeitige Niveau der Fleisch- und Milchproduktion in der EU nur durch hohe Importe von Futtermitteln möglich sei, deren Anbau fruchtbare Landflächen in Anspruch nimmt. Für den Sojaverbrauch der EU würden etwa 20 Millionen Hektar Ackerfläche anderer Länder genutzt, berichtete 2. Kreisvorsitzender Johann Meindorfer aus einer aktuellen Veröffentlichung von Germanwatch. Dies wirke sich aufgrund der dafür notwendigen Entwaldung negativ auf die biologische Vielfalt in den Anbauländern und das Weltklima aus. Auch in der EU nehmen in Regionen mit hoher Dichte industrialisierter Tierhaltung die Umwelt- und Tierschutzprobleme zu, wozu ja auch der Raum Straubing-Bogen mit immer mehr Massentierhaltungs-Anlagen gehöre. "Bei uns werden die Probleme beim Grundwasser und bei den Bächen südlich der Donau bei den Aufnahmen für die Wasserrahmen-Richtlinie offensichtlich, außerdem nimmt die Artenvielfalt im Gäuboden weiter ab," konstatiert der BN-Kreisvorstand.

Weltweit sei seit den 1990er Jahre die Zahl der Mangelernährten um mehr als 100 Millionen gestiegen, obwohl die Landwirtschaft durchschnittlich täglich 4.600 Kilokalorien pro Kopf produziert - etwa doppelt so viel wie nötig. Daher müsse auch im Sinne des Klimaschutzes der viel zu hohe Konsum von Fleisch verringert werden: Für eine einzige Fleischkalorie brauche es immerhin zwei bis sieben Getreidekalorien als Viehfutter. 

Der BN hält eine nachhaltig ökologische Ausrichtung der Gesellschaft in allen Politikfeldern für erforderlich, in der sich energiesparendes klima- und umweltfreundliches Verhalten aller rentiere und nicht das Verprassen von Ressourcen. Dahin steuern  müsse der Staat mit einer gerechten ökologisch-sozialen Steuerreform, die eben schonenden Umgang mit der Mitwelt auch finanziell fördert, die Zerstörung derselbigen aber finanziell bestraft und damit verhindert oder zumindest vermindert.

Der Bahn als sozial- und ökologieverträglichem Verkehrsträger müsse eine deutliche Priorität zukommen für mehr Klimaschutz und Sicherheit vor weiteren Staatsstrassen und Spuren an nicht zukunftsfähigen Autobahnen, vor dem weiteren milliardenteuren und naturraumzerstörenden Staustufenverbau der Donau. Auch Güterverkehr lasse sich leichter mit einem leistungsfähigen und gut verästelten Bahnnetz von der Strasse abziehen, als von etlichen mehr Frachtschiffen auf der Donau mit ihren nur wenigen möglichen Destinationen. Es brauche mehr Bundes- und Landesmittel für eine bessere Bahn, insbesondere in Ostbayern.

Johann Meindorfer
2. Kreisvorsitzender