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Klimaschonendes und umweltfreundliches Gäubodenvolksfest mit Ostbayernschau Straubing

Erfordernisse von Energiewende, Natur-, Umwelt-, Klima- Gesundheits- und Klimaschutz

Die Stadt Straubing als Standort des nach dem Münchner Oktoberfest zweitgrößten Volksfestes in Bayern, soll mit einer vorbildlich ökologischen Ausrichtung von Gäubodenvolksfest und Ostbayernschau als klimaschonende und umweltfreundliche Veranstaltungen deren Zukunftsfähigkeit auch im Hinblick auf die steigenden Erfordernisse von Energiewende und Klimaschutz sichern.

Auf den vorhandenen – begrüßenswerten - Ansätzen dazu mit dem Ausschluss von Einweggetränkeausschank, der getrennten Wertstofferfassung auf dem Veranstaltungsgelände und einem speziellen ÖPNV-Angebot für Volksfestbesucher soll dabei aufgebaut werden.

Im Hinblick auf die Zielsetzung der Bundesregierung zur Reduzierung des CO2- Ausstoßes sowie zur Berücksichtigung der Erfordernisse von Energiewende, Natur-, Umwelt-, Klima- Gesundheits- und Klimaschutz bei Gäubodenvolksfest und Ostbayernschau ist seitens der Beteiligten ein Maßnahmebündel dringend erforderlich, das unsererseits schon Großteils mit früheren Schreiben vorgetragen wurde und im Folgenden noch ergänzt wird:

Wie in den vergangenen Jahren wurden auch bei Gäubodenvolksfest mit Ostbayernschau 2011 große Bereiche (zumindest ehemaliger Feucht-) Wiesen als durch die Nutzung als Parkplatz nachhaltig geschädigt. Zur Verdrängung des ursprünglichen feuchtwiesentypischen Bewuchses und zur großräumigen Bodenverdichtung kommen noch Auffüllungen von Zufahrtswegen mit Schotter etc. hinzu, die zusammen Bodenstruktur, Natur- und Wasserhaushalt zerstören. 

Wegen dieser Schäden wertvoller Flächen durch die Parkplatznutzung sowie aus den allgemein bekannten Erfordernissen des Klima- und Umweltschutzes sowie des Gesundheitsschutzes der Bevölkerung vor schädlichen Auswirkungen des motorisierten Individualverkehrs (MIV) wie Abgas-, Lärmbelastung, Beeinträchtigung der Verkehrssicherheit , Behinderung nichtmotorisierter und insbesondere mobiltätseingeschränkter Verkehrsteilnehmer durch Falschparker und überhöhtes motorisiertes Verkehrsaufkommen…, ist dringend ein weiterer Ausbau des ÖPNV-Angebotes sowie dessen verstärkte Bewerbung inklusive geldwerter Vorteile für ÖPNV-Benutzer gegenüber während der gesamten Öffnungszeit von Gäubodenvolksfest und Ostbayernschau geboten. Die Verminderung des CO2-Ausstosses in der von der Bundesregierung global für alle Sektoren vorgegebenen Höhe bis 2020 muss mindestens auch bei Gäubodenvolksfest und Ostbayernschau erreicht werden.

Folgende Maßnahmen stellen Ansätze bzw. Mindestanforderungen zu den ökologiebezogenen Erfordernisse dar, um deren Umsetzung im Zusammenwirken aller zuständigen und beteiligten Stellen nochmals dringend gebeten wird, gerade auch im Zuge des Sicherheits- Verkehrs- und Platzkonzeptes. 

Analyse möglicher Energiesparmassnahmen und Verbesserungen der Energieeffizienz bei den Schaustellerbetrieben, insbesondere bei Fahrgeschäften, ggf. in Kooperation mit den Schaustellerverbänden oder anderen Ausrichtern großer Volksfeste, wie etwa mit den Städten München, Stuttgart oder Nürnberg.  

Festsetzung einer anspruchsvollen Obergrenze des durchschnittlichen Energieverbrauchs jedes Fahrgeschäftes pro Benutzer.

Vorgabe von Energiesparmassnahmen bei Schausteller- und Fahrgeschäften, z.B. durch Bremsstrom-Rückeinspeisung, energiesparende Beleuchtungskörper statt herkömmlicher Glühbirnen.

Versorgung des Fest- und Ausstellungsgeländes ausschließlich mit zertifiziertem Ökostrom aus 100 % regenerativen Energiequellen.

Ausschreibung eines Festzeltes als BIO-Zelt mit BIO-Bier und BIO-Speisen- und Getränkeangebot aus kontrolliert-ökologischem Anbau (BIO-Zertifizierung), entsprechende Zulassung einer BIO-Brauerei; dafür würde sich insbesondere der beim Jubiläumsvolksfest vorgesehene „traditionelle Teil“ anbieten.

Vorgabe von mindestens 20 % des Angebotes an Lebensmitteln inklusive Süßwaren und Eis, Speisen und alkoholischen (Bier, Radler, Wein) wie nichtalkoholischen Getränken (Cola, Limonaden, Säfte, Fruchtsaftgetränke) aus kontrolliert-ökologischem Anbau (BIO-Zertifizierung) entweder als Quote für jeden Verkaufs-, Festzelt- und Verköstigungsbetrieb oder durch gezielte Vergabe an BIO-Anbieter.

Vorgabe an Weinverkaufsstände, Weine nur noch aus / in Mehrweggebinden anzubieten.

Vergabe der Plätze für „große Fahrgeschäfte“ bevorzugt an Betriebe, die An- und Abtransport nach / von Straubing per Bahn durchführen und LKWs nur als Zubringer vom Umladebahnhof einsetzen.

Sicherheits-/Verkehrskonzept: Die während des Volksfestauszuges angeordneten Sperrungen von Straßen im Innenstadtbereich soll zeitlich bis zu etwa 30 Minuten nach vollständiger Ankunft des Zuges am Festplatz aufrechterhalten werden, da in dieser Zeitspanne bedeutende Fußgängerströme von Zuschauern von Plätzen, die der Auszug schon passiert hat in Richtung Festplatz unterwegs sind, nach und zwischen denen sich ohne Sperrung schon eine große Zahl von Kfz mischt, was zu vermeidbaren Gefährdungssituationen führt.

Verminderung der verkehrsinduzierten CO2-Emissionen und Belastungen durch Verringerung der Zahl der Besucher, die mittels motorisiertem Individualverkehr anreisen, auf 10 % im Modal Split insbesondere durch weiteren Ausbau des ÖPNV-Angebotes während der gesamten Öffnungszeit von Gäubodenvolksfest und Ostbayernschau in Form von

aa) Halbstundentakt der Volksfestbusse im Stadtverkehr und Verlängerung der Betriebszeiten entsprechend dem verlängerten Ausgehverhalten der Volksfestbesucher in der Innenstadt bis ein oder zwei Stunden nach Mitternacht, um auch einem Grossteil der sich nach dem Volksfestbesuch noch in die Innenstadt begebenden Nachtschwärmer adäquate Heimfahrtmöglichkeiten zu bieten, die sie brauchen, damit sie auch schon zur Anfahrt den ÖPNV benutzen.

ab) Bedienung von zusätzlichen innenstadtnahen Haltestellen für die speziellen Volksfest-Stadt- und Regionalbusse, damit diese auch für die Heimfahrt von Besuchern geeignet sind, die sich nach dem Ausstellungs- oder Volksfestbesuch noch in die Innenstadt begeben, ohne dass diese wieder zum Busbahnhof am Hagen zurückgehen müssen, denn es gibt viele Besucher von Ostbayernschau und Gäubodenvolksfest, die den Besuch dort mit einem Gaststätten-/Cafebesuch in der Innenstadt (Stadtplatz) „ausklingen“ lassen. Für die Heimfahrt dieser Besucher, die sich schon im Bereich des Stadtplatzes befinden, sind die Volksfest-Stadtbusse bisher leider kaum geeignet, da die ersten Haltestellen nach dem Busbahnhof Am Hagen erst wieder weit außerhalb des Stadtzentrums liegen. Dazu sollen die Volksfest-Stadtbusse in Richtung Straubing-Süd einen zusätzlichen Halt an der Haltestelle „Mahkornstraße“ sowie Richtung Straubing-Ost und Richtung Straubing-Ittling einen zusätzlichen Halt stadtauswärts an der Haltestelle „Stadtgraben/Kaufmännische Berufsschule“ einlegen; diese können dann vor allem Besucher des Stadtplatzes und seiner Umgebung bequem erreichen, ohne wieder rund einen Kilometer zum Festplatz–Busbahnhof zurücklegen zu müssen. Des Weiteren könnte die Haltestelle „Stadtgraben/Kaufmännische Berufsschule“ für die Verbindung Festplatz – Bahnhof beworben werden, um den Besuchern, die mit dem Zug anreisen, für die Rückfahrt eine Fahrmöglichkeit zum Bahnhof zusätzlich zur Linie 4 zu bieten.

Zusätzliche Kosten würden dadurch nicht entstehen, aber die Zahl der potentiellen Fahrgäste und der Nutzen der Volksfest-Stadtbusse könnte dadurch gesteigert werden.

ac) Bedienung der regulären VSL-Landkreis-Buslinien im Zweistundentakt

ad) durchgängiges Angebot der zusätzlichen Landkreis-Volksfestbusse mit zwei Hin- und Rückfahrten an jedem Tag auf allen Linien

ae) Bedienung der regulären VSL-Landkreis-Buslinien (auch derjenigen, die ansonsten nur an Schultagen verkehren) ab mittlerem Vormittag im Zweistundentakt

af) durchgängiges Angebot der zusätzlichen Landkreis-Volksfestbusse mit zwei Hin- und Rückfahrten an jedem Tag auf allen Linien

ag) Angebot des KJR-/Landkreis-Discobus-Fahrplanes auch während des Gäubodenvolksfestes für „späte Rückfahrmöglichkeiten von „Spätausgehern“ in Kombination / Abstimmung mit den Volksfestbussen

ai) Angebot eines „Volksfest-Monats-Ticket“ oder „Volksfest- & Ferien- Ticket“ (auch mit Getränke-Gutscheinen), das nicht nur während des Volksfestes zur Nutzung aller Stadtbusse berechtigt, sondern auch schon während der Auf- und Abbauphase, in der der Großparkplatz Am Hagen nicht oder nur eingeschränkt zum Parken zur Verfügung steht. Damit könnte die Nutzung der Stadtbusse für einen Teil derer attraktiv gemacht werden, die das restliche Jahr über per PKW über den Großparkplatz Am Hagen ihren Arbeitsplatz in der Innenstadt ansteuern. Falls man die Gültigkeit als „Ferien- Ticket“ für Erwachsene wie auch für Familien sowie Kinder auf die gesamte Zeit der Sommerferien ausdehnen würde, in der mangels Schülerverkehr die Stadtbusse schwächer ausgelastet sind, würde es sich auch zu Fahrten von Familien mit Kindern bzw. für Kinder und Jugendliche zu Freizeiteinrichtungen wie Aquatherm, Sportplätzen und eben zu Gäubodenvolksfest und Ostbayernschau eignen und könnte das bisher angebotene „Schüler-Ferienticket Bad und Bus“ ergänzen bzw. ersetzen.

Restriktives Parkplatz-Management mit Reduzierung der Parkplatzflächen im Bereich ökologisch wertvoller Flächen im Polder Straubing bzw. Alburger Moos

Festsetzung von Mindest-Parkgebühren von 5 € pro PKW auf den Parkplatzflächen der Stadt und der Ausstellungs- und Veranstaltungs-GmbH inklusive deren Pachtflächen als Anreiz zur Anreise mit dem ÖPNV

In den Zeitungsanzeigen – auch in den örtlichen/regionalen Medien - zur Erreichbarkeit von Gäubodenvolksfest und Ostbayernschau sollen auch explizit auf die zur Veranstaltungszeit verdichteten Bahnverbindungen aus den umliegenden (Zentral-)Orten mit Bahnanbindung hingewiesen werden.

Rechtzeitige Absprachen mit den Bahnunternehmen mit dem Ziel, die Gäubodenbahn, den Donau-Isar-Express und die AGILIS-Züge während der Volksfestzeit mit verstärkten Garnituren fahren zu lassen, um mit ausreichenden Kapazitäten dem großen Andrang gerecht zu werden. 

Die vorgeschlagenen Maßnahmen sind als Beitrag zur Qualitätssteigerung von Gäubodenvolksfest und Ostbayernschau zu sehen und sollen seinen Bestand auch in der Zukunft sichern, in der – nicht zuletzt wegen der notwendigen Anstrengungen zum Klimaschutz - stärker als je zu vor ökologische Anforderungen gelten müssen. Diese Maßnahmen müssen Vorrang vor jeder räumlichen Ausdehnung der Veranstaltungs- und insbesondere Parkplatzflächen haben. 

Mit freundlichen Grüßen  

Andreas Molz                         Johann Meindorfer

1. Kreisvorsitzender              2. Kreisvorsitzender