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Natur- und Umweltschutz in der Bauleitplanung – urbane Lebensräume erhalten und fortentwickeln

BN-Infopaket zum Schutz von Freiflächen für Entscheider in Gemeinden und interessierte BürgerInnen

Die besorgniserregende Zunahme an Siedlungs- und Verkehrsflächen war für den Bund Naturschutz (BN)Anlass, seine Position zur Siedlungsentwicklung in Bayern darzulegen. Ausgehend von der Entwicklung der letzten Jahrzehnte zeigt das Positionspapier Ursachen des Flächenverbrauchs in den Bereichen Wohnen, Gewerbe und Industrie sowie im Verkehrsbereich auf. Mit Grund und Boden soll laut § 1a Abs. 2 des Baugesetzbuches sparsam und schonend umgegangen werden; dabei sind ...Bodenversiegelungen auf das notwendige Maß zu begrenzen, zitiert der BN dazu die Rechtslage. Auch entsprechend von  Schreiben des Bayerischen Staatsministers des Innern soll „die Versiegelung von Freiflächen möglichst gering gehalten werden. ... Bodenversiegelungen sind ... auf das notwendige Maß zu begrenzen.“ Demnach sind auch „die planerischen Mittel, durch die die zusätzliche Bodenversiegelung aus das notwendige Maß begrenzt wird, darzulegen“. Dem werde die Praxis der Bauleitplanung noch viel zu selten gerecht. Die Bedeutung von freier Landschaft und von land- und forstwirtschaftlichen Flächen untermauert die Notwendigkeit umzusteuern. Schließlich werden Ziele und Leitsätze formuliert, wie Bayern zu einer nachhaltigen und umweltgerechten Siedlungsentwicklung kommen kann; diese bietet der BN Entscheidungsträgern, Betroffenen und allen Interessierten in seinem Infopaket „Umweltgerechte Flächennutzung“.

Die Verbauung zusätzlicher neuer Flächen an Ortsrändern sei mit den Zielvorgaben des Landesentwicklungsprogrammes nur vereinbar, wenn diese mit einem verdichteten Bebauungskonzept erfolgt, das auch den Umfang der erschliessenden Verkehrsanlagen (Strassen, strassenbegleitende Fusswege …) minimiert, die mit steigender Grundstücksgrösse – ob überbaut oder nicht – unvertretbar mit ansteigen. Diese Wirkungen können auch durch Massnahmen wie begleitende Grünstreifen nicht kompensiert werden, mahnt der BN. Zu einer flächensparenden Bauweise gehöre auch, dass gewerbliche Gebäude nicht nur eingeschossig wie die typischen Discounter-Flachbauten errichtet  werden, sondern je nach städtebaulichem Umfeld mit Obergeschossen ausgestattet würden, die auch mit Gewerbe – bzw. Verkaufsflächen, Sozialräumen, Büros, Kanzleien, Praxen oder aber Wohnflächen genutzt werden und somit an anderer Stelle zusätzliche Flächeninanspruchnahme vermieden wird. Der Erhalt der Versickerungsfähigkeit von Flächen diene auch der Grundwasserneubildung und dem Schutz vor Hochwasser, weil Niederschlagswasser dadurch nicht so umfangreich und schnell in oberirdische Gewässer abfliesst. Deshalb sei es ein Muss, die versickerungsfähige Gestaltung aller privaten Verkehrsflächen und aller betrieblichen Verkehrs- Lager- und Stellflächen, sofern dort kein Umgang mit wassergefährdenden Substanzen erfolgt, verbindlich vorzugeben.

Dass Stadt und Natur kein Gegensatz sein müssen, wie sich Naturschutz in der Stadt, im urbanen Umfeld und in besiedelten Gebieten in die Tat umsetzen lässt und dass der Erhalt städtischer Grünstrukturen auf eine flächenschonende Siedlungsentwicklung angewiesen ist, erfährt man im Infopaket „Umweltgerechte Flächennutzung“ des BN: dass alte Obstgärten, Alleen, Baumreihen, Heckenstrukturen Blumenwiesen und Parkanlagen in Siedlungsgebieten wertvolle Beiträge zur menschlichen Lebensqualität aber auch zur biologischen Vielfalt der Gene, Arten und Ökosysteme leisten, ist demnach ein wichtiger Grund für ihren Schutz vor Zerstörung. Auch Trockenmauern und nicht verfugte Natursteinmauern ebenso wie naturnahe oder renaturierte Bäche und Teiche mit strukturreichen Uferbereichen stellen wertvolle Lebensräume in besiedelten Bereichen dar. Wichtige Beiträge zu einem ökologisch hochwertigen Lebensumfeld in Städten und Dörfern leistet auch eine naturnahe Gartengestaltung, die solche Biotopelemente „im Kleinen“ aufgreift und Lebensraum für verschiedene Vogelarten, Igel, Eidechsen oder aber durch vielfältiges Blüten- und Futterpflanzenangebot für Schmetterlinge und deren Raupen anbietet.

Das komplette Infopaket „Umweltgerechte Flächennutzung“ gibt es beim Bund Naturschutz, Albrechtsgasse 3, 94315 Straubing, Tel. 09421/2512, Fax 09421/963910, Mail straubing@bund-naturschutz.de. Darin finden sich neben dem BN - Leitfaden für eine nachhaltige Siedlungsentwicklung "Aktiv für Landschaft und Gemeinde!" sowie der Broschüre „Naturschutz in der Stadt“  auch Publikationen des Bayerischen Staatsministeriums des Innern zu Ortsrand- und Siedlungsgestaltung und des Hessischen Ministeriums für Umwelt zum Entsiegeln und Versickern von Regenwasser in der Wohnbebauung.

Gegen einen Kostenbeitrag von  5 € als Schein oder in Briefmarken oder gegen Vorabüberweisung  auf das Konto 461251 des BN, Sparkasse Niederbayern-Mitte, BLZ 74250000 mit vollständiger Absenderangabe wird es uch gerne zugesandt.  Die Öffnungszeiten beim BN sind von Montag bis Freitag von 9 bis 16 Uhr,  Samstag von 9 bis 14 Uhr.

Mit freundlichen Grüssen

Johann Meindorfer